Hachinger Volleyballer Sponsor gesucht! Der allerletzte Hilferuf

Hachings Mittelblocker Kontantin Shumov. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Bis zum 1. April muss eine Million Euro her, sonst war es das mit Spitzen-Volleyball in Unterhaching. Die Deadline, die Szenarien.

 

UNTERHACHING „Wir kämpfen bis zum Ende“, sagt Hachings Manager Josef Köck. Ernste Gesichter im VIP-Raum der Generali Sportarena. Neben Köck, Trainer Mihai Paduretu und Kapitän Sebastian Schwarz haben sich auch Funktionäre des Volleyballs aus Bayern und Deutschland versammelt. Der Tabellenführer der Volleyball-Bundesliga steht nach dem angekündigten Ausstieg des Hauptsponsors Generali vor dem Aus. „Wir haben nach wie vor keinen neuen Sponsor gefunden“, sagt Köck, der rund 2000 Mails versandt haben will, um einen Nachfolger an Land zu ziehen. Auch bei Bayern-Präsident Uli Hoeneß habe man um Unterstützung gebeten und ihn „mehrfach zu uns eingeladen, aber bis jetzt ist er nicht gekommen.“

Jetzt richtet sich der Klub mit einem letzten Hilferuf an die Öffentlichkeit.

Die Ausgangslage: „Wir brauchen eine Million Euro, um in der Bundesliga erfolgreich Volleyball spielen zu können“, sagt Trainer Mihai Paduretu. Der Rumäne hat im vergangenen Jahrzehnt aus dem kleinen Vorstadtklub Haching ein Spitzenteam geformt.

So geht es weiter: Haching gibt nicht auf. Köck: „Wir haben noch ein bisschen Zeit. Wir verkaufen kein fixes Paket, sondern sind flexibel. Wir bieten einen Werbewert von zirka vier Millionen Euro, können Namens- und Hallenrechte vergeben. Auch mehrere gleichberechtigte Geldgeber sind denkbar, bis hin zu Tagessponsoren, die einzelne Spieltage kaufen.“ Günther Lommer, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbands, setzt zudem auf Unterstützung der Politik: „Ich habe Sportminister Joachim Herrmann und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner die Situation geschildert. Es könnte bald ein Treffen am runden Tisch geben, um das Problem gemeinsam zu bearbeiten.“

Die Deadline: Am 1. April müssen die Lizenzierungsunterlagen für die neue Saison bei der Deutschen Volleyball-Liga eingereicht werden. „Wenn wir bis 15. März niemanden finden, tun wir uns schwer, die Lizenz zu beantragen“, so Köck. Ein wenig Spielraum gab es von Liga-Präsident Michael Evers: „Eine Woche hin oder her im April ist da nicht entscheidend“, sagt Evers, und weiter: „Mir läuft es kalt den Rücken runter, dass es mit Haching nicht weitergehen könnte. Das wäre kein gutes Zeichen für das Bundesland Bayern, wenn man so einen Verein nicht am Leben erhalten kann.“

Die Szenarien: Findet Haching einen oder mehrere Geldgeber, kann vor den Toren Münchens unverändert Top-Sport geboten werden. Bleibt die Suche erfolglos, gehen in Haching die Lichter aus. „In der zweiten oder dritten Liga mit geringerem Etat zu spielen, bringt gar nichts“, sagt Köck. Heißt: Schluss mit Spitzensport.

 

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