Gymnasium in Bayern Streit ums G8: Der Ton wird schärfer

CSU soll schnell ein neues Konzept für die Gymnasien vorlegen, fordern die Freien Wähler. Kultusminister Spaenle aber will sich bis Herbst Zeit lassen.

 

München  – Krach in bayerischen Landtag: Der Parteienstreit um die Zukunft des bayerischen Gymnasiums wird immer schärfer. Eine aktuelle Stunde brachte am Donnerstag keine Neuigkeiten, aber scharfe wechselseitige Anschuldigungen.

Die Freien Wähler bekräftigten ihre Forderung an die CSU, schnellstmöglich ein Konzept für ein neunjähriges Gymnasium vorzulegen. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wies das zurück: „Qualität geht vor Geschwindigkeit.“ Die CSU will sich bis zum Herbst Zeit lassen, ihr Konzept vorzulegen.

Am dritten Juli wird zunächst das Volksbegehren der Freien Wähler zur Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums beginnen. Die Partei will durchsetzen, dass es neben dem bestehenden G8 künftig zusätzlich auch wieder ein G9 in Bayern gibt.

Die CSU müsse jetzt sagen, wie sie sich die Zukunft des Gymnasiums vorstelle, verlangte FW-Bildungspolitiker Günther Felbinger.

Anders als beim Volksbegehren gegen Studiengebühren stehen die Freien Wähler dieses Mal jedoch allein, Grüne und SPD unterstützen das Volksbegehren nicht.

Der CSU-Bildungspolitiker Gerhard Waschler sagte voraus, dass es schwer für die Freien Wähler werde, das Volksbegehren zum Erfolg zu führen. „Diese Bruchlandung kann Ihnen sehr wohl passieren“, sagte Waschler. SPD-Bildungsexperte Martin Güll warf den Freien Wählern vor, das Volksbegehren sei ein „totes Pferd“. Die Grünen beklagten. dass die Anliegen der Gymnasiasten in den Hintergrund gerieten. „Wir reden wenig über die Schülerinnen und Schüler“, sagte der Grünen-Bildungspolitiker Thomas Gehring.

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