Gründung vor einem Jahr Pegida feiert Geburtstag, Gegner kündigen Protest an

Mehrere tausend Pegida Anhänger demonstrieren am 05.10.2015 in Dresden (Sachsen) auf dem neuen Markt vor der Frauenkirche. Auf einem Banner ist die "Raute des Grauen" zu sehen. Foto: dpa

Vor einem Jahr ging Pegida in Dresden erstmals auf die Straße. Mit einer Jubiläumskundgebung will sich das fremdenfeindliche Bündnis jetzt feiern. Dagegen kündigt sich breiter Protest an.

 

Dresden - Unmittelbar vor Großkundgebungen von Pegida und Gegnern des fremdenfeindlichen Bündnisses in Dresden hat Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) zur Gewaltfreiheit aufgerufen. Aufgrund der zu erwartenden "besonderen Anspannung" zum Jahrestag der Pegida-Gründung an diesem Montag appelliere er an die Teilnehmer aller Demonstrationen, gewaltfrei und ohne Hetze gegen Ausländer, Politiker oder Andersdenkende zu agieren, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gewalt und Hass seien keine Lösung, denn: "Unser sozialer Frieden wird empfindlich gestört, und unsere demokratische Grundordnung, auf die wir alle so stolz sind, steht auf dem Spiel."

Die Polizei erwartet Zehntausende Anhänger und Gegner der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) und ist mit einem Großaufgebot präsent. Die fremden- und islamfeindliche Gruppierung war am 20. Oktober vergangenen Jahres in Dresden zu ihrer ersten Demonstration zusammengekommen. Pegida-Chef Lutz Bachmann kündigte für die Jubiläums-Kundgebung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper zahlreiche internationale Gäste an, darunter den deutsch-türkischen Autor Akif Pirinçci, der für schwulen- und migrantenfeindliche Positionen bekannt ist.

"Tag so gestalten, dass er für Pegida kein Erfolg wird"

Unter dem Motto "Herz statt Hetze" will sich ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereinen und Initiativen dem entgegenstellen und in einem Sternlauf in die Altstadt ziehen. Man wolle den Tag so gestalten, "dass er für Pegida kein Erfolg wird", sagte Silvio Lang vom Bündnis Dresden Nazifrei. Beide Seiten haben bundesweit zur Teilnahme an ihren Kundgebungen aufgerufen.

Die Pegida-Organisatoren seien "harte Rechtsextremisten", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Abend in der ARD. "Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Das ist fernab jedes demokratischen Konsenses und jeder der da hingeht, weil er Sorgen zum Ausdruck bringt, muss wissen, dass er Rattenfängern hinterherläuft."

De Maizière: "Bleiben Sie weg von denen"

De Maizière verwies auf einen starken Anstieg von Straftaten gegen Asylbewerber und Asylbewerbereinrichtungen. "Hass bereitet den Boden für solche Taten", sagte er und appellierte an die Bürger: "Bleiben Sie weg von denen, die diesen Hass, dieses Gift in unser Land spritzen."

 

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