GroKo muss entscheiden 10.000 Euro für Münchner Diesel-Fahrer?

Wahre Blechlawinen schieben sich im abendlichen Berufsverkehr über den Mittleren Ring. Foto: Sven Hoppe/dpa

Wer in München einen Selbstzünder fährt und diesen umtauscht, soll laut Herstellern eine Prämie bekommen. Geht die GroKo mit?

München - Zu den 14 Städten, in denen laut Umweltbundesamt die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft beträgt, gehört freilich auch München. Für die Landeshauptstadt samt Umland sowie die 13 anderen Städte wollen Deutschlands Autobauer Umtauschprämien von 3.000 bis 10.000 Euro anbieten. So sollen ältere Diesel durch sauberere Wagen ersetzt werden, wie die "Bild am Sonntag" berichtete.

Die Prämie könnten Kunden für ältere Diesel der Normen Euro 4 und 5 bekommen, wenn sie dafür einen moderneren Diesel oder Benziner ordern – neu oder gebraucht. Mit Blick auf die geplanten Umtauschprämien teilte das Verkehrsministerium gestern mit: "Es wird an einer Lösung gearbeitet, die nicht nur auf wenige betroffene Städte ausgerichtet ist."

"Umtauschprämie" - Verbraucherschützer üben Kritik

Eine Ministeriumssprecherin sagte dazu: "Wir werden bis Montag einen Weg für eine größere Flächenwirkung für die Entlastung in der Diesel-Thematik finden." Dann wollen die Spitzen von Union und SPD das Gesamtkonzept im Koalitionsausschuss beschließen. Offene Fragen gab es daneben unter anderem auch noch bei Hardware-Nachrüstungen.

Zu den schmutzigen Städten gehören neben München auch Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. Für andere betroffene Städte will die GroKo spezielle Lösungen anstreben – auch für Frankfurt am Main, wo nach einem Gerichtsurteil von 2019 an Fahrverbote kommen sollen.

Die Verbraucherzentralen kritisierten die Verwendung des Begriffs "Umtauschprämie". Dieser führe in die Irre, weil die Fahrer trotzdem einen neuen Wagen kaufen müssten. Das könnten sich nicht alle finanziell leisten, schrieb der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, auf der Plattform Twitter.

 

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