Genossenschaft Kooperative Großstadt Freiham: Diese Wohnungen können wachsen und schrumpfen!

Vorne der Pavillon, hinten die Wohngebäude: der Siegerentwurf der Genossenschaft. Foto: Visualisierung: Nicolas Klumpe

Die Genossenschaft Kooperative Großstadt baut in Freiham Wohnungen mit Dachterrasse und kreativen Treppen.

 

Freiham - In Freiham wachsen die Neubauten in die Höhe und nach dem Willen der Stadt auch mit günstigem Wohnraum – unter anderem dadurch, dass Genossenschaften zum Zug kommen. Im ersten Anlauf war dieses Vorhaben einmal schief gegangen: Keine Genossenschaft wollte sich die aufgerufenen Preise leisten.

Die Stadt justierte nach – und hat im Dezember vergangenen Jahres auch sechs Grundstücke in Freiham an Genossenschaften vergeben. Eine von ihnen, die Kooperative Großstadt (Koogro) hat nun entschieden, was auf ihrem Grundstück entstehen soll.

Architektenwettbewerb mit ungewöhnlichem Ablauf

Ausgelobt war dafür ein Architektenwettbewerb. So weit, so üblich. Ungewöhnlich und nach Aussagen der Koogro einmalig in Deutschland, war der Ablauf des Wettbewerbs.

81 Büros hatten Entwürfe eingereicht, aus diesen wurden 14 Arbeiten ausgesucht. Der Sieger wurde allerdings nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in einer öffentlichen Jurysitzung gekürt. Schon bei dem ersten Bauprojekt in Riem war die Koogro so vorgegangen und hatte mit dem Verfahren gute Erfahrungen gemacht.

Freiham: 42 Wohnungen unterschiedlicher Größe

In Freiham baut die Koogro etwa 42 Wohnungen in unterschiedlicher Größe, vom Mikro-Appartment bis zur großen Familienwohnung. Auch eine 50-Plus-WG ist geplant.

Zum Zug gekommen ist nun der Entwurf von Nikolas Klumpe aus Mannheim. Neben den zwei Gebäuden für Wohnungen hat er einen Pavillon entworfen, in dem Gemeinschaftsräume untergebracht sind.

Die Wohnungen im Erdgeschoss werden Terrassen haben, auch die Dächer sollen zugänglich sein. Angeordnet werden die Gebäude so, dass ein Innenhof mit Spielplatz entstehen kann, in dem niedrige Mauern, Bänke und Hecken für ein städtisches Flair sorgen sollen.

Kooperationsräume als Puffer

Gut gefallen hat der Jury, dass die sogenannten Kooperationsräume, also Räume, die die Bewohner gemeinschaftlich nutzen können, an den Treppenhäusern liegen, so dass sie gut zugänglich sind, aber niemandes Privatsphäre stören. Ein weiterer Clou der Kooperationsräume: Sie sind quasi ein Wohnraumpuffer. Die Häuser der Koogro werden so konzipiert, dass einzelne Wohnungen schrumpfen und wachsen können. Je nachdem, wie die Bedürfnisse der Bewohner sind. Braucht ein Genosse mehr Platz, kann er den Kooperationsraum langfristig dazumieten und so zu seinem Wohnraum machen. Die Grundrisse sind entsprechend flexibel.

Die Genossenschaft nimmt übrigens noch Mitglieder auf. Informationen unter www.koogro.de.

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