Junge Genossen bauen an der Messestadt

Die "Kooperative Grossstadt" sucht neue Mitglieder für ihr erstes Wohnprojekt. Wie dieses in der Messestadt Riem entstehen soll.
| Sophie Anfang
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Die Messestadt von oben: In diesem Quartier wird sich in den kommenden Jahren viel verändern.
Die Messestadt von oben: In diesem Quartier wird sich in den kommenden Jahren viel verändern.

Riem - Wer wohnen will, wird wieder Genosse. Diesen Satz hätte man noch vor drei Jahren nicht zu schreiben brauchen. Doch in München werden wieder Genossenschaften gegründet, Zusammenschlüsse von Menschen, die gemeinsam bauen wollen – und dafür tatsächlich Mitglieder suchen.

Eine Gruppe dieser neuen Genossen hat jetzt die Zusage für ihr erstes Grundstück erhalten. Mit ihrer Hilfe soll Riem künftig bunter werden. "Kooperative Grossstadt" nennt sich die Baugenossenschaft, die vor gut einem Jahr von Architekten und jungen Kreativen gegründet worden ist. Sie wollen nicht nur bauen, sondern "Leben in die Stadt bringen". Es sollten Orte belebt werden, die von den Münchnern oft unterschätzt werden.

Da passt es doch, dass das erste Bauprojekt der Kooperative an einem Ort hochgezogen wird, auf den diese Beschreibung recht gut passt: die Messestadt Riem. Viele Münchner verbinden kaum etwas mit dem Viertel im Osten, dabei entstehen hier schon seit Jahren neue Quartiere. Die Kooperative möchte dem ein Wohnprojekt hinzufügen, das "bunt und komplex" ist, wie es Vorstand Markus Sowa ausdrückt.

35 Mitglieder hat die Genossenschaft inzwischen. 35 Wohnungen sind es auch, die an der Ecke Heinrich-Böll- und Elisabeth-Mann-Borgese-Straße entstehen sollen. Platz für Menschen, die mitmachen wollen, gibt es trotzdem noch. Nicht alle Mitglieder suchen aktuell eine Wohnung: "Wir fangen jetzt an, für das Projekt in Riem Leute zu suchen." Das Grundstück hat die Stadt ihnen bereits zugesagt, beworben haben sich die jungen Kooperativen zusammen mit den erfahrenen Baugenossenschaften Wogeno und Wagnis, die auf den angrenzenden Grundstücken ebenfalls Wohnungen errichten werden. Das ist für alle günstiger, denn so können sich die neuen Bewohner Infrastruktur, Gemeinschaftseinrichtungen oder -angebote wie Car-Sharing und Lastenräder teilen. Im Erdgeschoss des Kooperative-Baus soll es eine Holzwerkstatt geben, die allen offen steht.

Die Messestadt von oben: In diesem Quartier wird sich in den kommenden Jahren viel verändern.
Die Messestadt von oben: In diesem Quartier wird sich in den kommenden Jahren viel verändern.

Die Messestadt von oben: In diesem Quartier wird sich in den kommenden Jahren viel verändern. Foto: Stadt München

Noch steht das Projekt am Anfang, wer jetzt beitritt, kann noch richtig mitmischen, sagt Sowa: "Jeder hat bis Ende Februar die Möglichkeit, seine Wünsche einzubringen." Im März soll dann ein Architekturwettbewerb ausgelobt werden. Wichtig ist den jungen Geossen: Es sollen verschiedene Wohnungen gebaut werden, kleine ebenso wie Wohnungen für Groß-WGs.

Wer der Genossenschaft beitreten möchte, muss zwei Pflichtanteile für jeweils 500 Euro zeichnen, dazu kommt ein Eintrittsgeld von 200 Euro. Wer eine Wohnung in Riem möchte, muss zusätzliche Anteile kaufen. 70 Prozent der Wohnungen werden im "München Modell" gebaut. Für sie fallen pro Quadratmeter 650 Euro an. Für das Drittel an frei finanziertem Wohnraum sind es 950 Euro pro Quadratmeter. Voraussichtlich im Herbst, dann, wenn das Grundstück tatsächlich gekauft wird, wird die erste Tranche, etwa die Hälfte des Gesamtpreises fällig. Bis dahin hofft Sowa, dass sie genug Menschen gefunden haben, um das Bauprojekt zu realisieren. Wahrscheinlich ist, dass das schon weit vorher der Fall sein wird. Gemeinsam baut es sich einfach besser.

Interesse?

Die Kooperative Grossstadt informiert über ihr Bauprojekt am 23. Januar um 19 Uhr, Lothringer Str. 13

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