Gefährliche Droge Politiker wollen Crystal stärker bekämpfen

Hergestellt ist Crystal Meth vergleichsweise günstig. In den Städten wird es dann teuer verkauft. Foto: Peter Diehl/Fotolia

Innenminister Hermann nennt Tschechien "Drogenküche Nummer Eins für Crystal" - jetzt will er im Kampf gegen die Droge stärker mit den tschechischen Behörden zusammenarbeiten.

 

München/Prag - Deutschland und Tschechien wollen verstärkt gegen den grenzüberschreitenden Drogenhandel vorgehen. Das vereinbarte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in Prag mit seinem tschechischen Amtskollegen Jan Kubice.

Bei dem Treffen ging es insbesondere um den Kampf gegen den Handel mit der Modedroge Crystal, die auf Märkten im deutsch-tschechischen Grenzgebiet gehandelt wird (AZ berichtete). Zu den vereinbarten Maßnahmen gehören gemeinsame Streifen sowie eine enge Zusammenarbeit bei Ermittlungsverfahren. Demnächst sollen die Behörden aus Polen, wo laut Friedrich die meisten Rohstoffe und Ausgangsmittel für Crystal herkommen, einbezogen werden. Begleitet wurde Friedrich von den Landesinnenministern aus Bayern und Sachsen, Joachim Herrmann (CSU) und Markus Ulbig (CDU).

Herrmann sagte, Tschechien sei derzeit in Europa die „Drogenküche Nummer eins für Crystal“ und lobte das Land für das entschlossene Handeln. „Die verlässliche Erklärung der tschechischen Regierung, entschiedener gegen die Drogenkriminalität vorzugehen, ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Crystal“, sagte er. Lobenswert sei vor allem, dass die tschechische Polizei seit Februar den Fahndungsdruck nach Vorbild der bayerischen Schleierfahndung gezielt erhöht habe. Zusammen mit der Ankündigung, die tschechischen Drogengesetze zu verschärfen und gezielter gegen die Produzenten und Hintermänner vorzugehen, sei das der richtige Weg, betonte Herrmann.

Den stark gestiegenen Crystal-Schmuggel nach Bayern bezeichnete der Minister als „besorgniserregend“. Nach vorläufigen Zahlen stieg 2012 allein die von der bayerischen Polizei sichergestellte Crystal-Menge um 17 Prozent auf rund 14 Kilogramm. Das entspricht etwa 140000 Konsumeinheiten. 2011 betrug die Steigerung sogar 109 Prozent. Sachsens Innenminister Ulbig kritisierte im Deutschlandradio Kultur, dass in Tschechien der Besitz einer gewissen Menge Crystal als Eigenbedarf seit 2010 nicht mehr als Straftat gelte. Er hoffe, dass diese Grenze demnächst wieder gesenkt werde.

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