gAZtro Parkhaus am Stachus: Dachgarten mit Bar

Eine Angehörige hilft einer älteren Frau beim Anziehen. In der Pflegeist oft viel Geduld mit den Betroffenen gefragt. Foto: imago

Auf dem Parkhaus am Stachus kann man garteln und trinken. Eine Mischung, die überzeugt.

Auf dem obersten Deck des Parkhauses am Stachus riecht es nach Pflanzen und Holz. Wer aus dem engen Aufzug steigt und sich fragt, ob er hier oben wirklich richtig ist, riecht es. Und sieht es. Wie die Arche Noah thront der Dachgarten über der Auffahrtsrampe des oberen Parkdecks, vor dem geistigen Auge fantasiert man ein Pärchen Giraffen, ein Wombat-Ehepaar und zwei verliebte Pinguine zielstrebig zum Dachgarten gehen.

Über Europaletten-Treppen geht es hoch in diese hohe, grüne Oase. Der Name Dachgarten ist hier wörtlich zu verstehen. Denn zwanzig Beete werden in einer Kooperation mit Green City von Münchner gestaltet und gepflegt. 13 Patenbeete sind noch zu vergeben. "Ich hoffe, die Beetpaten bringen hier noch Farbe ins Spiel, wir wollen den Dachgarten richtig zuwachsen lassen", sagt einer der Chefs. Seinen Namen will er nicht in der Zeitung lesen, das Projekt soll im Vordergrund stehen.

Garten auf dem Parkhaus am Stachus

Zwei Jahre lang haben er und sein Partner nach dem passenden Dach für ihre Gartenidee gesucht und in 35 Tagen die Arche aufgebaut. So abgedroschen es klingt, aber der Dachgarten soll eine Wohlfühloase sein und ist es auch, selbst wenn die Sonne mal nicht scheint.

Bar, Küche und einige Sitzecken sind überdacht. Wer hier einen Longdrink (ab 8,20 Euro) oder ein Tegernseer Helles (3,30 Euro) trinkt, blickt über die Dächer des Bahnhofsviertels bis zu den Türmen der Frauenkirche.

Bier für 3,30 Euro

Es ist ein Ort zum Versacken und Entdecken. Dass jemand auf dem Dachgarten für nur ein Getränk bleibt, ist schwer vorstellbar. Unter dem sanften Licht der Glühbirnen sitzen die Gäste auf breiten Holzbänken an die Holzwände gelehnt, auf einem Rasenbett, das wörtlich mit Bettgestell und Rasen zu verstehen ist oder in einem Eckerl, aus dem eine Stuhllehne aus der Bank ragt.

Der Tresen, wenn auch nicht mit Hawaii-Klimbim geschmückt, erinnert in seiner ungehobelt-gehobelten Holzoptik an eine Tiki-Bar. Der Barkeeper macht nicht nur ordentlich Drinks, sondern kann auch Handstand – zumindest behauptet er das.

Mit einem leichten Mittagstisch mit Bowls (ab 4,80 Euro) geht es auf dem Dachgarten schon um 11 Uhr los. Das Team wünscht sich, dass die Menschen aus den umliegenden Geschäften hier eine Pause einlegen, eine Stunde Auszeit nehmen. Dem Koch können die Gäste in der offenen Küche zuschauen.

Doch je später der Tag, desto charmanter der Dachgarten: Wenn die Beetpaten gärtnern, der Abend noch lang ist und gegen 21.15 Uhr die Sonne zwischen den Dächern des Bahnhofsviertels verschwindet, kann man hier einfach nur gucken statt reden.


Adolf-Kolping-Straße 10, Parkhaus am Stachus und bis zum oberen Parkdeck fahren, geöffnet 11 bis 23 Uhr

 

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