gAZtro in der Bierbrauerei Haidhausen wird hopfig

Braumeister Werner Schuegraf macht auf nur 140 Quadratmetern sechs Sorten Bier. Foto: anf

Mitten in der Stadt wird jetzt Bier gebraut – und bald sogar direkt neben der Brauerei ausgeschenkt.

 

Wenn Werner Schuegraf durch seine Brauerei läuft, dann braucht er dafür nicht mal eine Minute. Malzlager, Sudhaus, Gärkeller und Lagerkeller trennen nur ein paar Schritte. 140 Quadratmeter ist sein "Hopfenhacker" groß, liegt dafür überraschend zentral: mitten in Haidhausen.

Weißenburgerstraße 16, ein schweres Tor und daneben ein Schild, das gleich Erwartungen schürt: "Institut gegen akute Unterhopfung". Dahinter ein Innenhof und Schuegrafs Mikro-Brauerei im Erdgeschoss.

"Es ist schon alles wieder zu klein", sagt Schuegraf, ein hochgewachsener Mann, der, so sagt er selbst, "schon ein bisserl was erlebt hat".

Will sagen: ein Jungbrauer ist er mit seinen 54 Jahren nicht mehr. Dafür ein erfahrener. Er hat Brauwesen erst gelernt und später noch in Weihenstephan studiert. In den 90ern war er dann als Anlagenbauer in den USA unterwegs und entdeckte die dortige Craft-Beer-Szene.

15 000 Flaschen braut Hopfenhacker im Monat

Eine Art des Brauens, die Schuegraf aus den Staaten nach Hause mitgebracht hat. "Ich mache das jetzt seit drei Jahren im 100-Liter-Maßstab." Zunächst braut er mit einem Freund aus den USA. Das erklärt auch den Namen Hopfenhacker, den man wie den englischen Tüftler, den "Hacker", wie "Häcker" spricht.

Im Herbst 2016 ist Schuegraf in den Hinterhof in Haidhausen gezogen und hat dort eine gebrauchte Brauanlage hingestellt. An die Räume kam er über ein paar Ecken – und weil dem Besitzer der Immobilie die Idee gefiel, eine Brauerei als Mieter zu haben.

Zehn Hektoliter fasst das Sudhaus, 15 000 Flaschen braut Hopfenhacker im Monat, rechnet der 54-Jährige vor. Und ist selbst erstaunt, dass es inzwischen so viel ist. Vor allem, wenn man bedenkt, dass er und sein Team ("vor allem die Familie und Freunde") jede Flasche einzeln waschen, abfüllen und etikettieren.

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Sechs Sorten Hopfenhacker gibt es. Ein untergäriges Lagerbier ("Handgehopftes") etwa oder einen Münchner Märzen ("Roter Münchner"). Allen Sorten gemein ist, dass sie kaltgehopft werden. Der Hopfen wird also nicht gekocht – die Biere schmecken dadurch weniger bitter, aber dafür hopfiger.

Die Flaschen bekommt man in Getränkemärkten, etwa im "Biervana" an der Hohenzollernstraße. Spannender ist es aber, Donnerstag bis Samstag selbst in Haidhausen vorbeizuschauen. Dann verkaufen Schuegraf und seine Helfer die Biere direkt zwischen Gär- und Lagerkeller (0,33l für 2,40 Euro, 0,5l für 2,90 Euro).

Und bald auch um die Ecke: Anfang Mai wird der "Kleine Chinese" neben der Brauerei zu Schuegrafs Gasthausbrauerei, wenn auch nicht zur klassischen. Denn der Brauer wird dort nicht nur sein eigenes Bier ausschenken, sondern auch regionale und internationale Craft Biere.

Der Name? "Da sind wir noch am überlegen." Sicher ist aber schon: Die Asia-Deko wird rauskommen, es soll schlicht werden, "so, dass man sich wohlfühlt" – und auch Kleinigkeiten zu Essen geben, Sandwiches oder Spare Ribs.

Damit das alles klappt, soll Hopfenhacker personellen Zuwachs bekommen. Schuegraf sucht derzeit einen Brauer. Spaß am Kreativen sollte der haben, ein Tüftler sein, eben ein "Hacker".


Weißenburger Straße 16. Hofverkauf Do und Fr (16 bis 20 Uhr), Sa (10 bis 16 Uhr)

 

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