FIFA-Wahlen in Zürich Neuer: Ein Weltmeister auch Weltfußballer?

Gemeinsam mit Cristiano Ronaldo und Lionel Messi unter den Top 3 zur Wahl zum Weltfußballer: Manuel Neuer. Foto: sampics/Augenklick

Weltmeister Manuel Neuer gehört zu den drei Finalisten der Weltfußballer-Wahl. Auch Joachim Löw und Nadine Keßler dürfen hoffen.

 

München -  Fast ein Vierteljahrhundert nach Lothar Matthäus könnte es wieder einen deutschen Weltfußballer geben. Weltmeister Manuel Neuer steht zusammen mit Titelverteidiger Cristiano Ronaldo und dem viermaligen Gewinner Lionel Messi unter den Top 3 der Wahl des Weltverbandes FIFA. Rekordnationalspieler Matthäus war 1991 der letzte Deutsche, der mit der prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wurde. Bundestrainer Joachim Löw darf zudem auf die Wahl zum Trainer des Jahres hoffen.

"Top 3 bei der Wahl zum Weltfußballer! DANKE meinen Teams DFB-Team und FC Bayern, die mich so stark unterstützt haben", twitterte Neuer nach der Bekanntgabe. Auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge reagierte prompt über den Twitterkanal des Rekordmeisters: "Ich freue mich sehr für Manuel Neuer. Er hat bei der WM, aber auch in der Champions League und Bundesliga überragende Leistungen geboten."

Bei den Frauen sind noch Nationalspielerin Nadine Keßler (VfL Wolfsburg), Brasiliens Idol Marta sowie US-Auswahlspielerin Abby Wambach im Rennen. Als Trainer/in einer Frauenmannschaft dürfen Keßlers Vereinscoach Ralf Kellermann, U20-Weltmeister-Trainerin Maren Meinert und Norio Sasaki (japanische Nationalmannschaft) hoffen.

Weltmeister-Coach Löw steht mit Champions-League-Sieger Carlo Ancelotti (Real Madrid) und Diego Simeone (Atlético Madrid) auf der Final-Liste. Das gab der Weltverband FIFA, der die Auszeichnungen am 12. Januar bei einer feierlichen Gala im Züricher Kongresshaus vergibt, am Montag bekannt. Die Wahl wurde von den Spielführern und Trainern der Nationalteams sowie ausgewählten Medienvertretern getroffen. Im vergangenen Jahr hatte es kein Deutscher unter die Finalisten geschafft.

Der letzte Nationalspieler, der bis zum Schluss hoffen durfte, war 2002 Oliver Kahn, der in der damals noch etwas abgewandelten Abstimmung gegen den früheren brasilianischen Weltmeister Ronaldo verlor. In der "Mannschaft des Jahres" könnten gleich mehrere Nationalspieler geehrt werden. Acht Weltmeister sowie Marco Reus, der die WM verletzungsbedingt verpasst hatte, stehen auf den nach Mannschaftsteilen geordneten Vorab-Listen, aus denen Spieler aus aller Welt im Internet wählen können.

In der vergangenen Ausgabe standen bereits Neuer und Lahm im weltbesten Team. Die Aussagekraft der in dieser Form seit 2010 vergebenen Auszeichnung ist allerdings umstritten. Gewählt wird nach dem Zusammenschluss des prestigeträchtigen Ballon d'Or mit der FIFA-Wahl in allen Ecken der Erde, der Weltverband umfasst 209 Mitgliedsverbände. Profis wie Ronaldo und Messi haben als absolute Weltstars und vor allem als echte "Marken" einen enormen Vorteil. Stimmen für Neuer waren in den vergangenen Wochen vor allem aus Europa gekommen.

Selbst Michel Platini, Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA), hatte sich für einen deutschen Weltfußballer ausgesprochen und sich damit den Zorn von Real Madrid zugezogen. "Wir sind überrascht über die Äußerung privater Vorlieben, besonders, wenn sie vom Oberhaupt des europäischen Fußballs kommt, der in dieser Frage strikte Neutralität wahren sollte", teilte der Klub am auf seiner Homepage mit. Neuer blieb trotzdem im Rennen.

 

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