Feriensenat am Mittwoch Einigung bei Münchner-Kindl-Brauerei in Sicht

Ein Backsteingebäude, umgeben von Blumenwiesen und Pferdekoppeln. So könnte die Münchner-Kindl-Brauerei im Fasangarten bald aussehen. Foto: Visualisierung: Münchner Kind

Der Feriensenat will am Mittwoch das "Biotop" zum "Sondergebiet Brauerei" erklären lassen – dann kann Dietrich Sailer seine Münchner-Kindl- Brauerei endlich bauen.

 

München - Na also, jetzt geht was voran bei der Münchner Kindl-Brauerei. Wenn sich am Mittwoch der Stadtrat in Mini-Besetzung als Feriensenat im Rathaus trifft, steht auch die Entscheidung darüber an, ob das Grundstück an der Tegernseer Landstraße 337, auf dem der Unternehmer Dietrich Sailer ein Brauereigebäude bauen will, im Flächennutzungsplan umbenannt werden soll: von einem angeblichen "Biotop" zu einem "Sondergebiet Brauerei".

Münchner-Kindl-Brauerei an der Tegernseer Landstraße

Und es sieht danach aus. CSU, SPD, Grüne und Bayernpartei unterstützen die Planänderung. Damit rückt ein baldiger Baubeginn fast schon in greifbare Nähe. "Ich freu mich riesig", sagt Dietrich Sailer am Dienstag zur AZ, "wenn auch noch ein beschleunigtes Verfahren beschlossen wird, kauf ich mir nach der Sitzung eine Maß."

Wie berichtet, hatte die Stadt München 1971 auf dem Grundstück eine Tankstelle für die US-Streitkräfte gebaut, die in der McGraw-Kaserne untergebracht waren – obwohl die Fläche damals als Grünfläche im Flächennutzungsplan eingetragen war. Gut zehn Jahre später wurde das Areal dann auch noch zu einem Biotop erklärt und 2006 schließlich zur "ökologischen Vorrangfläche".

Erst wenn diese Eintragung geändert ist, lässt sich eine Brauerei bauen. Schon 2018 hatten sich CSU und SPD dafür ausgesprochen. "Eine Brauerei an diesem Standort könnte auf Basis der berühmten Münchner Brautradition ein würdiger Treffpunkt, vor allem auch für Anwohner, werden", so formulierten sie das in einem gemeinsamen Antrag.

Sailer, der die Fläche vor zwei Jahren gekauft hat, will dort nicht nur ein Backsteingebäude bauen, sondern auch Blumenweiden, Pferdekoppeln und einen Hopfengarten. Auch ein Wirtshaus mit 200 Plätzen soll es geben. "Ich wünsche mir das so, dass uns die Gäste mit einem Glas Bier in der Hand beim Brauen zuschauen können", erklärt Sailer. Kürzlich hat er sogar einen Eiswaggon von 1910 erstanden, den er restaurieren lässt. Der soll im Garten stehen und daran erinnern, wie damals Bierfässer mit Stangeneis gekühlt transportiert worden sind.

Zeitplan des Planungsreferats

Der Zeitplan sieht laut Planungsreferat so aus: Nach dem "Einleitungsbeschluss" am Mittwoch werden die Unterlagen den Bürgern zugänglich gemacht (aktuell geht das nur im Internet, denn das Planungsreferat ist bis 19. April für den Parteiverkehr geschlossen). Gegen Jahresende muss der Stadtrat einen endgültigen Beschluss fassen, den danach die Regierung von Oberbayern absegnen muss.

Parallel reicht der Brauereichef seinen Bauantrag ein. "Die Papiere werde ich im Mai fertig haben", sagt er. "Wenn alles gut läuft, könnte Herr Sailer Mitte 2021 anfangen, zu bauen", sagt Planungsreferatssprecher Thorsten Vogel. Sailer: "Wir müssen dann zuerst die Tankstelle abreißen, die Altlasten entsorgen und eine Baugrube ausheben. Das wird bis Anfang 2022 dauern."

Wann dann das erste Bier fließt? "Spätestens Anfang 2023", hofft Sailer. Bis dahin werde der jüngere Sohn Luis (20) seine Brauer-Ausbildung abgeschlossen haben – und Sohn Leo (24) sein Jura-Studium, "der wird dann mein Syndikus". Sailer, Brauer in fünfter Generation, hatte sich vor sechs Jahren aus dem "Hofbräuhaus Traunstein" zurückgezogen. "Einer wie ich hat einen langen Atem", sagt er, "der denkt nicht in Jahren, sondern in Generationen und ich war sicher, dass am Schluss alles gut wird."

Das Münchner-Kindl-Bräu wurde 1880 in Haidhausen gegründet und 1905 von der Unionsbrauerei übernommen, die 1921 in Löwenbräu aufging. Dietrich Sailer (40 Jahre Gesellschafter im Hofbräuhaus Traunstein) hat sich die Namensrechte gesichert.

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