Felix Götze denkt an Bruder Ausgleichstor gegen Bayern "ist für Mario"

Felix Götze trifft gegen den FC Bayern zum 1:1-Endstand. Foto: firo/Augenklick

Felix Götze traf gegen den FC Bayern München zum entscheidenden 1:1. Nach Abpfiff widmete der Jung-Profi das Tor seinem älteren Bruder Mario Götze.

 

München - Manuel Baum hatte den Überblick verloren. "Im ersten Moment habe ich gar nicht genau gesehen, wer das Tor gemacht hat“, gab der Trainer des FC Augsburg nach dem 1:1 beim FC Bayern zu und schmunzelte, "dann habe ich so einen hochroten Kopf in der Spielertraube gesehen, da wusste ich, der Felix war's."

Ausgerechnet Felix Götze, 20, der jüngere Bruder von Dortmunds Mario, war der Ausgleichstreffer gegen seinen Ex-Klub gelungen (86.), als er den Ball gedankenschnell mit seiner Brust über die Linie gedrückt hatte. "Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der so einen roten Kopf hatte, weil er gar nicht mehr wusste, wohin mit seinen Gedanken", sagte Baum über Augsburgs Feuerkopf, "er muss jetzt erst mal runterkommen, schlafen wird er nicht allzu viel." (Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel)

Felix Götze trifft gegen Ex-Verein FC Bayern 

Die Frotzeleien wegen seiner Gesichtsfarbe nahm Götze locker hin. Die sei nach sportlichen Anstrengungen nun mal immer so bei ihm, "dafür habe ich früher auch ein paar Sprüche bekommen: Ampel, Tomate, solche Sachen. Ich nehme den roten Kopf gerne, wenn ich ein Tor schieße."

Während der Abwehrspieler in den Katakomben der Allianz Arena über seinen ersten Bundesligatreffer und seine fast schon märchenhafte Rückkehr nach München sprach, stand sein Handy längst nicht mehr still, unzählige Glückwunschnachrichten sammelten sich darauf – auch die seiner Geschwister Mario, 26, und Fabian, 28. 

Felix Götze: Dezenter Jubel nach Tor gegen die Ex-Kollegen

Und im Moment seines großen Triumphes da dachte Felix, der Glückliche, auch an Mario, den mittlerweile ja auch bei Borussia Dortmund so unglücklichen, gefallenen WM-Helden. "Der erste Anruf geht an ihn", sagte er: "Ich wäre nicht hier ohne ihn, ohne seine Tipps. Das Tor ist für ihn."

2014 war Felix seinem Bruder zum FC Bayern gefolgt, spielte zunächst in der U17. In der vergangenen Saison erhielt er sogar einen Profivertrag, kam aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und entschied sich im Sommer schließlich für den Wechsel zum FCA.

Nach seinem dritten Einsatz als Einwechselspieler und seinem Jokertor hätte die Welt für ihn am Dienstagabend schöner nicht sein können. "Das ist ein Traum. Ich könnte nicht glücklicher sein", sagte er. Die Gefühlslage im Vergleich zu seinem Bruder Mario wohl aber auch nicht gegensätzlicher.

Felix Götze: Mit Playstation unterwegs - aber ohne Spiele

Der WM-Finalsiegtorschütze von 2014 ist beim BVB schließlich gerade am Tiefpunkt seiner Karriere angelangt und wird unter dem neuen Trainer Lucien Favre kaum noch berücksichtigt. All das und noch viel mehr schoss Felix Götze nach seinem Treffer wohl durch den Kopf. "Es war ein kleines Dilemma", räumte er ein: "Normalerweise will man nach seinem ersten Tor ausrasten. Aber durch den FC Bayern bin ich erst soweit gekommen."

Deshalb fiel der Jubel halbwegs dezent aus. "Felix hat ein bisschen entschuldigend geschaut. Aber das muss er nicht. Er hat seinen Job gemacht", sagte Thomas Müller. "Da sieht man, wie gut wir ausbilden", ergänzte Präsident Uli Hoeneß am Mittwoch mit einem Schmunzeln.

Auch die Spieler des FCA gerieten regelrecht ins Schwärmen, als sie über ihren Teamkollegen sprachen. André Hahn, der sich im Trainingslager ein Zimmer mit Götze teilte, verriet auch etwas, was der in Zukunft noch besser machen kann. "Er zockt gerne und hat die Playstation mitgenommen", sagte er und konnte das Lachen schon nicht mehr unterdrücken, "aber leider keine Spiele." 

 

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