FC Bayern München Manuel, der Welttorhüter: Neuer Titan!

Mr. Zuverlässig: Auch im Trainingslager in Doha hängt sich Manuel Neuer voll rein. Der Vorgänger und sein Nachfolger: Oliver Kahn wurde dreimal Welttorhüter des Jahres – in diesem Jahr geht der Titel erstmals an Manuel Neuer. Foto: Rauchensteiner/AK, firo/AK

Nach der Wahl zum Welttorhüter gratulieren dem Bayern-Star in der AZ seine Kollegen und Vorgänger Pfaff. Boss Sammer ist sich sicher: „Manuel kann eine Ära prägen wie Kahn“.

 

Doha - Den warmen Applaus musste Manuel Neuer teilen. Nachdem er am Dienstag in Doha von der AZ erfahren hatte, dass er von der Statistiker-Vereinigung IFFHS zum Welttorhüter des Jahres 2013 ernannt worden ist, erfuhren's seine Kollegen anschließend beim Abendessen. „Es gab großen Applaus – aber auch für Rafinha, der von seiner Heimatstadt Londrina zum Ehrenbürger ernannt worden ist“, erzählt Neuer. Mit alkoholfreien Getränken stießen sie an. „Für mich ist es etwas ganz Großes“, sagt Neuer.

Er war 2013 sicher nicht der Meistbeschäftigste gewesen, dafür stand die Bayern-Abwehr zu gut. Aber er hat nur 34 Gegentore kassiert in 52 Spielen (Schnitt: 0,65 Tore), nicht nur im Champions-League-Finale gegen Dortmund überragend gehalten. Die Wahl – und auch die Nominierung für die Fifa-Weltauswahl, die am Montag bekanntgegeben wird – ist auch das Abbild der Defensiv-Brillanz der Bayern. „Wenn ich woanders so gespielt hätte, wäre es nicht dazu gekommen. Von daher kann ich dankbar sein, dass ich beim FC Bayern spiele“, sagt Neuer.

Video: Welttorhüter! Neuer erfährt's von der AZ

Die Kollegen sehen's andersrum: „Wenn man weiß, dass der beste Torwart der Welt hinter einem steht, fühlt man sich selbst sehr sicher und stark“, sagt Bayern-Verteidiger Dante der AZ und gratuliert: „Es freut mich sehr für ihn. Er ist definitiv der beste Torhüter der Welt, hat eine großartige Saison mit uns gespielt. Er ist Weltklasse.“ Thomas Müller meint gar: „Ich habe nichts anderes erwartet! Das hat er sich mit tollen Leistungen verdient.“ Ganz klar: Neuer tritt damit in die Fußstapfen der ganz großen Bayern-Torhüter. „Diese Auszeichnung ist nur die logische Konsequenz, er ist ein unglaublicher Typ“, schwärmt Sportvorstand Matthias Sammer. „Er ist ein Führungsspieler, eine unglaubliche Bereicherung für Bayern München.“

Und der legitime Nachfolger von Oliver Kahn, der 1999, 2001 und 2002 Welttorhüter war. Sammer: „Selbstverständlich kann Manuel eine Ära wie Kahn prägen, ja. Er ist ein außergewöhnlicher Torwart – und in einem Alter, in dem er noch ganz viel erreichen kann.“ Den WM-Titel zum Beispiel, der Neuer freilich noch wichtiger wäre als die Einzelauszeichnung. Nach dem kleinen goldenen Ball der IFFHS im Sommer die große goldene Weltkugel der Fifa, das wär's. Die Trophäe für den Welttorhüter wird seit 1987 von der - kritisch als Fußball-Illuminaten bezeichneten – IFFHS vergeben.

Schon der erste Titelträger war ein Münchner: Jean-Marie Pfaff. „Das war eine Riesenehre für mich“, erzählt Pfaff der AZ. „Ich komme ja aus einem Dorf mit 10 000 Einwohnern, aus Beveren. Die Trophäe steht noch bei mir zu Hause in meinem Büro, ich bin sehr stolz drauf.“ Neuer ist für ihn der verdiente Sieger, ihm traut Pfaff eine ähnliche Serie wie beim Spanier Iker Casillas zu, der zuletzt fünf Mal in Folge Welttorhüter geworden war: „Aus meiner Sicht wird er noch öfter zum besten Torwart der Welt gewählt. In München spielt er immer um alle Titel mit, hat die beste Mannschaft um sich. Ich denke, er wird noch besser werden.“ Neuers Stärken beschreibt Pfaff so: „Manuel macht kaum Fehler, ist auch sehr gut in der Spieleröffnung.“ Sammer sieht's so: „Ein sehr komplexer Torhüter, der für mich keine Schwächen im Spiel hat.“

Nur Ehrenbürger in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen ist er nicht. „Nicht, dass ich es jedenfalls wüsste“, sagt Neuer. Noch nicht.

 

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