FC Bayern: Matchwinner - und jetzt? Robben: "Ich kann's noch viel besser!"

Arjen Robben. Foto: dpa

Der Selbstvertrauen ist bei Arjen Robben nach seinem Siegtor gegen Borussia Dortmund zurückgekehrt. Doch die Frage bleibt: Darf er auch gegen 1899 Hoffenheim ran?

 

München - Das Leben als Fußballer kann so schön sein. Ehrenrunde mit den Mitspielern, 65000 feiernde Fans, endlich einen nervigen Dauer-Rivalen besiegt, selbst noch dazu Siegtorschütze – und dann kommt die Auslosung. Nicht für die nächste Runde, sondern für den Trinkzwang: die Dopingprobe.

Arjen Robbens Welt war rosarot als ihm einer zurief: Ja, du! Was? Ich? Diese Welt brach zusammen, Robben tobte und fluchte. Eben noch jubelnd auf Knien, nun demoralisiert.

Schon beim FC Arsenal, als es für ihn als Joker und Torvorbereiter ganz gut lief, musste er zum Test. Und da lief’s dann nicht. "Das ist immer ärgerlich", erklärte der 29-Jährige am Tag danach seinen Unmut, "nach so einem Spiel herrscht immer eine super Stimmung in der Kabine, aber ich musste weg zur Dopingkontrolle."

Mit welchem Ergebnis – rein zeitlich? Robben: "Ich musste vier Liter trinken. Um Mitternacht war ich endlich so weit, musste die Stunde danach dreimal aufs Klo." Was im Sinne einer kleinen Siegerparty auch nicht förderlich ist.

Während des 1:0 gegen Dortmund hatte er eine Menge Flüssigkeit und Elektrolyte verloren – zum Teil bis an den eigenen Strafraum verfolgte der Holländer seinen Gegenspieler Lukasz Piszczek. "Der marschiert rauf und runter, also musste ich das auch machen. Körperlich bin ich gut drauf, die Defensivarbeit läuft auch gut", bilanzierte Robben.

Der Hinweis an seinen Trainer Jupp Heynckes war nicht zu überhören: Ich kann nicht nur Traumtore, auch nach hinten schuften. Wie Franck Ribéry, der gegen Dortmund gesperrt fehlte, und am Sonntag (17.30 Uhr, Sky und Liga total! live) im Ligaspiel bei 1899 Hoffenheim wieder auflaufen dürfte. Auf seiner angestammten Position als Linksaußen.

Für Robben? "Es war nicht mein bestes Spiel", bilanzierte er, "aber ich bin auf einem guten Weg, ich kann’s noch viel besser." Doch Thomas Müller und Toni Kroos haben im Heynckes’schen Rotationszirkel bereits letzten Samstag gegen Bremen (6:1) komplett ausgesetzt. Wäre da nun nicht logischerweise Robben an der Reihe? "Ein Weltuntergang wäre es nicht, aber ich will spielen, ich warte ab."

Clever genug ist der Holländer, um die gute Aura gleich wieder zu zerstören, brav sagte er: "Wir sind alle abhängig vom Trainer. Er entscheidet, er ist der Chef." Der Chef hatte ein Lob für den Siegtorschützen parat, jedoch keine weitere Einsatzgarantie: "Arjen war lange Zeit verletzt, hat jetzt zwei Spiele von Anfang an gemacht, war laufstark, agil. Es freut mich, dass er das Tor gemacht hat."

Bei drei Torschüssen und insgesamt 52 Ballkontakten – der beste Robben dieser Saison. Adrenalin-geladen, von Ehrgeiz getrieben. Kapitän Phillip Lahm hatte es richtig beobachtet: "Er wollte es jedem Einzelnen im Stadion zeigen."

Es gelang. Natürlich gegen Dortmund. Als wäre es eine Inszenierung einer höheren Macht. "Vor ziemlich genau einem Jahr hat er gegen den BVB psychologisch ziemlich leiden müssen", meinte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und spielte auf den verschossenen Elfmeter in Dortmund an. So schnell kippt die Welt.

 

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