FC Bayern Manchester im Blick: Pep gibt nach zähem Arbeitssieg frei

Erholung ist angesagt: Pep Guardiola gibt seinen Spielern am Sonntag frei. Foto: Sampics/Augenklick

Der FC Bayern  hatte beim 1:0 gegen den VfL Wolfsburg viel Mühe. Der Blick beim müden Triple-Sieger ging aber gleich einmal in Richtung Manchester. 

 

München – Nach einem mühsamen Arbeitssieg gegen den VfL Wolfsburg richtete Pep Guardiola den Blick umgehend nach vorne. Um für das Schlüsselspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) gegen Manchester City gerüstet zu sein, gab der Trainer von Bayern München seinen müden Stars am Sonntag erst einmal frei. Regeneration war vor dem bevorstehenden heißen Herbst angesagt. Erst am Montagnachmittag startet die Vorbereitung auf die Königsklasse und das kommende Spitzenspiel in der Liga bei Bayer Leverkusen (5.10.).

"Wir haben viel investiert. Das ist an die Substanz gegangen. Das hat man in der Kabine auch gemerkt", sagte Torwart Manuel Neuer nach einem äußerst zähen Geduldsspiel und einem knappen 1:0 (0:0) gegen gut organisierte Wolfsburger. Er sei "platt" und müsse jetzt "erst einmal durchatmen", ergänzte Thomas Müller, während Präsident Uli Hoeneß und Sportvorstand Matthias Sammer die Arena wieder einmal wortlos verließen.

Müller hatte es der Triple-Sieger zu verdanken, dass er punktgleich mit Spitzenreiter Dortmund bleibt. Den einzig sehenswerten Angriff des Rekordmeisters, eingeleitet vom ansonsten schwachen Franck Ribéry, nutzte der Nationalspieler nach fünf Pokaltreffern zu seinem ersten Ligator der Saison.

"Ich freue mich darüber, aber letztendlich können wir über das 1:0 froh sein, auch wenn es verdient war. Es war kein Spaziergang, aber kämpferisch sehr gut", analysierte der Torschütze des Tages. Kämpferisch in der Tat, spielerisch ließ der FC Bayern vor 71.000 Zuschauern aber viele Wünsche offen.

"Wir hatten ein bisschen Probleme in der zweiten Halbzeit. Da mussten wir eine Lösung finden. Aber wir haben gewonnen und werden uns verbessern", meinte Guardiola angesichts der ungewohnten Probleme seiner Mannschaft. Wolfsburg habe "Mann gegen Mann auf dem ganzen Platz gespielt. Damit hatten wir Schwierigkeiten", meinte Müller.

Ribéry, aber auch Arjen Robben oder Bastian Schweinsteiger kamen so kaum zur Geltung. Vor allem Schweinsteiger, der keine Impulse setzen konnte, war anzumerken, dass er in dieser Saison schon einige Wochen verletzt gefehlt hatte. Der Nationalspieler sei normalerweise der "wichtigste" Mann, aber er müsse "Schritt für Schritt erst fit werden", erklärte Guardiola den dürftigen Auftritt seines Vize-Kapitäns, der sogar Glück hatte, dass er bei einer Attacke gegen Diego nicht Rot sah.

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In Manchester steht nun die nächste schwere Aufgabe für die Bayern bevor. Neuer bezeichnete das Duell in Gruppe D gegen den englischen Vizemeister als "Schlüsselspiel. Das ist sehr wichtig für uns. Wir wollen drei Punkte holen", betonte er und erwartet auf jeden Fall ein anderes Spiel als gegen den VfL: "Man City will auch einmal selber den Ball haben."

Das wollten die Wolfsburger in der Tat nicht so oft. Trotzdem war Trainer Dieter Hecking zufrieden und sieht sein Team auf einem "richtig guten Weg" – auch wenn es im vierten Auswärtsspiel die vierte Pleite setzte und die Negativserie in München (in 20 Pflichtspielen erst ein Remis im Dezember 2001) anhielt.

"Wir hatten uns einen Defensivplan zurechtgelegt. Der ist sehr gut aufgegangen. Wir haben die Bälle nicht nur weggeschlagen, sondern auch hinten herausgespielt", sagte Hecking. Darauf könne man aufbauen, unterstrich auch Christian Träsch vor dem anstehenden Derby gegen Braunschweig. "Aber wie immer fahren wir ohne Punkte nach Hause", ergänzte Marcel Schäfer ein wenig frustriert, "letztendlich müssen wir auswärts auch mal einen Punkt holen".

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