FC Bayern Klein und aggressiv: „Sauhund“ Rafinha will Titel

Bayern-Neuling Rafinha Foto: dpa

Klein und aggressiv: Der Ex-Schalker Rafinha will beim FC Bayern als Giftzwerg auf der rechten Seite für Furore sorgen und endlich Titel gewinnen. Trainer Heynckes verspricht sich viel von dem „Sauhund“. Erste Maßnahme: Kapitän Lahm wechselt zurück auf die linke Seite.

 

München – Die Wortwahl erschien nicht schmeichelhaft, aber in der Sprache der Fußballer war sie Ausdruck großer Wertschätzung. Als „Sauhund“ titulierte Jupp Heynckes Neuzugang Rafinha am ersten Arbeitstag des 25 Jahre alten Brasilianers beim FC Bayern München - und der ehemalige Schalker nahm die Bezeichnung seinem neuen Chef nicht übel. „Ich glaube, er hat meinen Spielstil gemeint. Ich bin klein und aggressiv auf dem Platz“, sagte Rafinha am Dienstag und fügte lächelnd hinzu, „Sauhund“ sei demnach wohl „ein gutes Wort“.

Nach dem Abgang von Kapitän und „Aggressivleader“ Mark van Bommel im vergangenen Winter könnte der nur 1,71 Meter große Rafinha in der Tat als kleiner Giftzwerg wieder mehr aggressive Elemente in das Bayern-Team einbringen. Das erhofft sich auch Heynckes von dem rund fünf Millionen Euro teuren Neuzugang vom FC Genua. „Wenn ich früher mit meinen Mannschaften gegen Schalke gespielt habe, habe ich darauf hingewiesen, dass da so ein 'Sauhund' gegen uns spielen würde. Rafinha war immer ein unbequemer Spieler für den Gegner, sehr laufstark, der rechts rauf und runter marschierte“, betonte Heynckes.

Mit der Verpflichtung des Ex-Schalkers haben die Bayern-Bosse gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Sie verfügen in Rafinha endlich über einen zweiten Top-Außenverteidiger neben Philipp Lahm. Und der Kapitän kann zudem wieder von der rechten auf die linke Abwehrseite wechseln, dort halten ihn auch im Verein ohnehin viele für noch stärker. Den Seitenwechsel Lahms bestätigte Heynckes gleich am ersten Trainingstag, als er über Rafinha sagte: „Ich denke, dass er ein guter Spieler für uns auf der rechten Seite sein wird.“

Rechts Rafinha und Arjen Robben, links Lahm und Franck Ribéry - mit seinen Flügel-Pärchen könnte der FC Bayern in der neuen Saison nicht nur die Fußball-Bundesliga aufmischen. „Ich weiß, wie schwer es ist, gegen Robben zu spielen. Gott sei Dank spiele ich jetzt mit ihm zusammen. Ich hoffe, es funktioniert gut“, bemerkte Marcio Rafael Ferreira de Souza, wie der vollständige Name Rafinhas lautet.

Schon vor drei Jahren stand er auf der Münchner Einkaufliste. Gespräche mit Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Christian Nerlinger habe es gegeben. „Aber ein Wechsel von Schalke nach Bayern war kompliziert“, berichtete Rafinha, der zwischen 2005 und 2010 insgesamt 153 Bundesliga- und 31 Europapokalspiele für die Königsblauen bestritt. Mehrfach wurde Rafinha mit Schalke Zweiter, „jetzt will ich mit Bayern Meister werden und Titel holen“.

Auf das Wiedersehen mit Nationaltorhüter Manuel Neuer freut er sich besonders. Und bei Ex-Bayern-Star Giovane Elber, der wie er aus Londrina stammt, hat er sich ebenfalls vor der Unterschrift des Dreijahresvertrages über den Rekordmeister erkundigt. „Giovane ist ein guter Freund von mir, er hat mir gesagt, was ich hier machen muss.“ Und zwar: „Bayern muss immer gewinnen und Titel holen.“

Partyfreund Rafinha, der privat gerne „laut Musik“ hört, war vor einem Jahr auch wegen „Problemen“ mit Trainer Felix Magath vom FC Schalke 04 nach Italien gewechselt, wie er am Dienstag berichtete. Er wechselt nach nur einer Saison gerne zurück in die Bundesliga. Für den FC Bayern zu spielen, sei „schon immer ein Traum von mir“ gewesen. München könnte auch ein Sprungbrett sein, seinem bislang einzigen Länderspiel weitere hinzuzufügen. „Die Nationalmannschaft ist natürlich auch ein Ziel für mich.“ Zumal 2014, wenn sein Vertrag in München ausläuft, die Weltmeisterschaft in Brasilien stattfindet.

 

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