FC Bayern ist enteilt Marcel Reif: Bundesliga ist den Bayern nicht mehr gut genug

, aktualisiert am 16.08.2018 - 16:58 Uhr
Bayern-Bosse und Bayern-Kenner: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie TV-Experte Marcel Reif (v.li.). Foto: AZ/firo/Augenklick

Wie sieht die Zukunft des Fußballs aus? TV-Kommentator und Experte Marcel Reif stellt polarisierende Thesen auf - auch zum FC Bayern.

 

München - Schon jetzt wird die Kommerzialisierung des Fußballs von vielen Fans scharf kritisiert.

Vor allem die immer größere Distanz zwischen Anhängern und Spielern ist vielen Fans ein Graus und führt teilweise sogar schon zur Abwendung vom Profi-Fußball. In England wurden aus Protest bereits neue Vereine von Fans gegründet.

Reif: FC Bayern wird Bundesliga verlassen

Doch wie sieht die Zukunft des Fußballs in Deutschland aus? TV-Experte Marcel Reif glaubt zumindest, dass die Bundesliga dem FC Bayern bald nicht mehr gut genug sein wird.

"Die Weltliga wird kommen. Nicht morgen, aber übermorgen. Es macht ja so keinen Sinn, gerade für die Bayern. Die sind es nicht mehr gewohnt, gegen ernsthafte Gegner zu spielen, wenn es in der Champions League ernst wird. Sie haben keine Konkurrenz mehr", erklärte Reif dem Sportportal "Sportbuzzer".

Aus Reifs Sicht müsse man sich als fußballromantischer Fan an den Gedanken gewöhnen, denn "Fußball ist ein Multimilliarden-Business geworden."  

Für den Experten ist ein Umdenken erforderlich: "Der Fußball, der in dieser Weltliga gespielt wird, ist unfassbar gut. Denen zuzugucken, das ist allerhöchste Kunst. All dieser Elf-Freunde-Romantik, darf man nicht nachweinen. Das führt ins Nichts." 

Auch zur zunehmenden Entfremdung zwischen Fans und Klubs hat der 68-Jährige klare Worte: "Du kannst nicht deine alte Fangemeinde haben, die die Lieder singt, die Choreos macht, und mit Herz und Nähe zum Spieler da ist, sich mit dem Klub identifiziert, denn die Klubs sind eben Weltunternehmen."

"Um den Fan geht es nicht mehr"

Diese aktuellen Entwicklungen sind aus der Sicht von Reif nicht mehr aufzuhalten. "Um den Fan geht es nicht mehr. Das ist nicht mehr der Punkt. Klar musst du aufsplitten, damit alle Fernsehsender ihre Spiele live und exklusiv übertragen können. Wenn sie den Topfußball wollen, dann ist es undenkbar, dass es anders geht", sagte er.

Im Stadion, bei den großen Klubs, "wird es ein Eventpublikum sein. Da gehts du hin wie in Amerika zum Profisport und denkst: ' Das ist ja höchste Kunst.'" Aber das Herz werde erst wieder mitspielen, wenn man zu kleinen Klubs gehe, so Reif.

Ob Reifs Prognose eintreffen wird, zeigt die Zukunft. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erteilte im vergangenen Jahr einer Superliga eine deutliche Absage.  Doch auf den Fußball, wie wir ihn kennen, werden Veränderungen zukommen. Auch mit Bezug auf den FC Bayern.

 

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