FC Bayern in Doha Trainingslager-Fazit: Sonne, Söhne und neue Sänger

Heiser nach einer Woche Doha: Pep Guardiola. Foto: dpa

Die AZ blickt zurück auf das Trainingslager des FC Bayern in Doha. Im Mittelpunkt: „Radio“ Thomas Müller und ein 15-jähriger Torwart.

 

München/Doha - Am Mittwoch, einen Tag nach der Rückkehr aus dem Vorbereitungscamp in Doha, hatten die Profis des FC Bayern frei. Zeit, sich von den Strapazen zu erholen, ehe es an diesem Donnerstag weitergeht. Es war ja durchaus zur Sache gegangen am persischen Golf. „So ein Trainingslager ist auch dazu da, mal über die Grenze zu gehen. Das haben wir gemacht. Jeder hat jetzt schwere Beine“, sagte Holger Badstuber auf der Vereins-Homepage.

Pep Guardiola, der seine Spieler über die Plätze der Aspire Academy gescheucht hatte, musste mit ganz anderen Problemen kämpfen: Ihm versagte die Stimme. „Hier spricht man mehr als während der Saison, wenn man alle drei Tage ein Spiel hat“, erklärte der Coach. Von diesen sieben Tagen ist aber noch mehr geblieben als Muskelschmerzen und Heiserkeit.

Die AZ blickt zurück auf die besten Sprüche, Anekdoten und Schmankerl aus Katar.

Lahms ungewollte Vatergefühle: 32 ist der Bayern-Kapitän inzwischen und damit 17 Jahre älter als Christian Früchtl. Das 15-jährige Torwarttalent durfte mit den Profis nach Doha reisen – und irritierte Lahm ganz schön. Als dem Weltmeister zugetragen wurde, dass Früchtl ja auch sein Sohn sein könne, antwortete Lahm: „Ach herrje! Sch…, wie bitter! Da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht.“

Die Jugend singt (schief): Apropos Früchtl. Der Youngster musste wie die anderen Nachwuchskicker, die zum ersten Mal im Trainingslager dabei waren, ein Ständchen vor versammelter Mannschaft singen. Er entschied sich für DJ Ötzis „Ein Stern“. Juror Thomas Müller meinte: „Der Stimmbruch ist gerade da, das Singen war so medium.“ Niklas Dorsch trällerte die Vereinshymne „Stern des Südens“, Milos Pantovic ein „serbisches Vokslied“ (Müller): „Aber das hat sich ganz gut angehört.“

„Radio Müller“ in Dauerschleife: Der heimliche Pressechef der Bayern-Mannschaft lieferte mal wieder die besten Sprüche. Beispiele gefällig? „Ich bin nicht dazu da, jedem zu gefallen. Obwohl es mir nicht immer gelingt.“ Oder seine Erklärung, warum er so selten verletzt ist: „Es ist auch Selbstschutz dabei. Wenn der Gegenspieler mit Karacho ankommt, muss man rechtzeitig abspringen, damit er dich in der Luft erwischt und du dann, wenn du abgeräumt wirst, auf seinem Körper wie auf einer Welle mitschwimmst.“

Sammer und der Sonnenschutz: „50 plus ist drauf“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer mit einem Lachen – und nicht mit einem Brand – im Gesicht nach der ersten Vormittagseinheit in Katar, als die Sonne knallte: „Deswegen hoffe ich, dass alles gut geht.“ Es ging gut. Sammer wurde dann gefragt, ob er auch Anti-Aging-Produkte dabei habe. Seine schlagfertige Antwort: „Nein, das ist bei Bayern ohnehin zwecklos.“

Lahm mit Wunschtransfer und Tennis für den FC Bayern

Das Schafkopfdilemma: Jahrelang wurden auf Busfahrten der Bayern Karten gekloppt. Doch damit ist es vorbei. „Wir hatten in den letzten Jahren bittere Abgänge zu verkraften und jetzt fehlt uns ein Spieler“, ärgerte sich Philipp Lahm: „Es sind nur noch Thomas (Müller, d. Red.), Manu (Neuer) und ich. Das ist schade.“ Klarer Transferwunsch des Kapitäns: Bitte mal wieder einen Spieler aus der Region holen!

Der größte Spaß: Eindeutig die Fahrten mit dem Golfwägelchen. Statt die wenigen 100 Meter zum Hotel zurück zu gehen, cruisten die Bayern-Stars in den kleinen Carts herum. Thomas Müller steuerte den Wagen einmal vom Trainingsplatz zur Fitnesshalle. Hinten drauf saß Fahrgast Lahm. Auch Javi Martínez kutschierte seine Kollegen gerne herum.

Die Trainingskiebitze: Der FC Bayern zieht die Sportstars an. Edelfan Boris Becker besuchte das Training und Teamarzt Volker Braun, auch Guardiolas Ex-Spieler Xavi sowie Gianfranco Zola und die weltenbummelnde Trainerlegende Bora Milutinovic schauten mal vorbei.

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Willkommene Abwechslung: Djokovic gegen Nadal – diesen Tennis-Gipfel ließen sich die Bayern-Stars um Mario Götze, Robert Lewandowski und Manuel Neuer nicht entgehen. Der frisch gekürte Welttorhüter war dann auch froh, dass die Mannschaft einen Abend auf Banana Island, der künstlichen Insel, verbrachte: „Endlich mal was anderes essen.“

Juve im Kopf: Das Champions-League-Achtelfinale gegen Juventus im Februar war schon in Doha allgegenwärtig. „Ich freue mich drauf. Die Stimmung dort war bombastisch, obwohl es nicht das größte Stadion ist. Aber wir haben dort gute Erfahrungen gemacht“, sagte Müller. „Das Duell hat Prestige und Flair, ist für ein Achtelfinale fast schon ein zu heißes Spiel.“

 

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