FC Bayern Hoeneß: Spenden, wetten, trotzen

Ein Wochenende nach Hoeneß-Art: Der Präsident organisiert ein Feuerwehr-Auto für die Syrien-Hilfe, verdient an der BVB-Niederlage und bekräftigt, dank Fans und Vorstand im Amt bleiben zu wollen

 

MÜNCHEN Mit zwei Kabarettisten für eine gute Sache auftreten: Klar, dass Uli Hoeneß da mitmachte. Eine Stunde vor Anpfiff des Spiels der Bayern gegen Augsburg (3:0) machte Uli Hoeneß sein Versprechen wahr: Gemeinsam mit Monika Gruber und Christian Springer von der Organisation „Orienthelfer” übergab der Bayern-Präsident ein intaktes Feuerwehrauto, das Hoeneß bei Magirus Deutz aus Ulm (einst Hauptsponsor des FC Bayern) für die Syrien-Hilfe organsiert hatte.

Während des Spiels sollte sich Hoeneß’ Laune weiter steigern. Dank seiner souveränen Bayern, die Augsburg mit 3:0 abfertigten. Und vor allem dank des VfL Wolfsburg, der parallel die Dortmunder mit 2:1 erlegte. Die 69. Minute: Unruhe im Stadion, ein Raunen, die Smartphone-Besitzer wissen’s schon. Dann wird das Tor von Ivica Olic, dem Ex-Bayern, auf den Videoleinwänden angezeigt. Vormeisterlicher Jubel und auf der Vip-Tribüne springt Hoeneß begeistert auf. Nicht nur wegen der Punkte. Wegen Kohle. „Ich hatte eine Wette laufen”, sagte der 61-Jährige zu „Bild”. Um wie viel ging’s? Hoeneß: „Es reicht für ein Wochenende.”

Das Zocken, früher an der Börse, liebt er immer noch. Auf die Frage, ob er sich als Börsenzocker für süchtig halte, antwortete Hoeneß nach Bekanntwerden der Steueraffäre im Mai: „Ich halte mich nicht für krank, wenn Sie das meinen. Zumindest heute nicht mehr. Sollte ich vor Gericht müssen, erscheine ich dort nicht als kranker Mann. Ein paar Jahre lang war ich wohl nah dran. Aber inzwischen halte ich mich für kuriert.” Doch mal eben um das wetten, was man in seinen Kreisenn für ein schönes Wochenende ausgibt, lässt er sich nicht nehmen.

Mit Blick auf das Prestige-Duell am 23. November in Dortmund meinte Hoeneß: „Das ist psychologisch wichtig, dass wir vier Punkte Vorsprung haben. Besser als nur einen Punkt.” Kürzlich hatte Bastian Schweinsteiger über Hoeneß gesagt: „Wir tun ihm den größten Gefallen, wenn wir unsere Spiele gewinnen.”

Am Mittwoch dürfte Hoeneß bei der Jahreshauptversammlung ein großer Liebesbeweis der Mitglieder sicher sein. Im „Sportstudio” wurde er gefragt, ob er daran gedacht habe, seine Ämter (Aufsichtsratschef und Präsident) nach Zulassung der gegen ihn erhobenen Anklage wegen Steuerhinterziehung niederzulegen. Hoeneß antwortete: „Warum sollte ich? Es gab überhaupt nie einen Grund, denn ich habe die volle Unterstützung der Fans, der Mitglieder, des Aufsichtsrats und des Verwaltungsbeirats.” Hoeneß weiter: „Ich habe bisher noch niemanden innerhalb des Klubs gefunden, der mich angesprochen hat, ob ich das nicht machen sollte. Es waren immer ein paar Journalisten, denen das offensichtlich nicht passt, dass der Verein und sein Präsident wie eine Eins zusammenstehen.” Eine weitere Nachfrage unterbindet er mit den Worten „mehr möchte ich auch dazu nicht sagen”.

Spenden, wetten, trotzen – das Wochenende des Uli Hoeneß. Der Rückhalt des Vereins ist ihm sicher. „Wer solche Verdienste hat, der verdient es, dass er in schwierigen Zeiten vom Klub und uns allen unterstützt wird”, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, „in schwierigen Zeiten zeigt sich die Freundschaft.” 

 

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