FC Bayern Heynckes spielt Sammer-Krach herunter

„In unserem Verhältnis verändert sich nichts. Wir haben bislang sehr gut zusammengearbeitet und werden das auch weiter tun", sagte der Bayern-Trainer am Freitag. Foto: firo

Mit dem Bundesliga-Startrekord von sieben Siegen wollen sich die Bayern auf ihren Oktoberfest-Besuch einstimmen.

 

München – War da was? Nach dem Krach mit Matthias Sammer übte Jupp Heynckes vor dem angestrebten Rekordstart des FC Bayern in der Fußball-Bundesliga nach außen den Schulterschluss mit dem Münchner Sportvorstand. „Wir zwei verstehen uns sehr gut“, versicherte der Trainer des Tabellenführers vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim und spielte die jüngsten Dissonanzen als einen ganz normalen Vorgang herunter, wie er „in den besten Familien“ immer mal vorkäme: „Es ist gar nicht schlimm, wenn es hier und da mal eine Unstimmigkeit gibt“, sagte Heynckes am Freitag in München.

Diese sei bei einer gemeinsamen Aussprache mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gleich nach der Rückkehr von der 1:3-Niederlage in der Champions League bei BATE Borissow „zurechtgerückt“ worden, „wie es sein muss“, berichtete Heynckes und ergänzte in punkto Sammer: „In unserem Verhältnis verändert sich nichts. Wir haben bislang sehr gut zusammengearbeitet und werden das auch weiter tun.“

Heynckes hatte die öffentlich geäußerte Kritik von Sammer an der Münchner Mannschaft nach dem 2:0 beim SV Werder Bremen als populistisch verurteilt – ganz im Gegensatz zu den Bayern-Bossen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. „Nach einem Sieg Kritik zu üben, ist genau der richtige Weg“, lobte Rummenigge in seinem Vorwort im Vereinsmagazin zum Hoffenheim-Spiel ausdrücklich Sammer. Der Text war schon am letzten Montag und damit vor dem Spiel gegen Borissow
sowie der Heynckes-Kritik an Sammer in den Druck gegangen. „Ich habe mit den Herren gesprochen“, erklärte Heynckes. Was er den Chefs gesagt hatte, mochte er jedoch „nicht öffentlich machen“.

Heynckes hält den zusätzlichen öffentlichen Druckaufbau, wie ihn Sammer nach dem Sieg (!) in Bremen bewusst betrieben hatte, nicht für zielführend. Der Druck auf Spieler und Trainer beim FC Bayern ist nach zwei titellosen Spielzeiten ohnehin schon exorbitant hoch.

Auch jetzt muss unbedingt ein Sieg gegen Hoffenheim her, um nach der Schlappe gegen Borissow und dem Konflikt der Alphatiere Heynckes und Sammer vor der zweiwöchigen Länderspielpause und dem gemeinsamen Oktoberfestbesuch am Sonntag die Wogen zu glätten. „Wir müssen wieder in die Erfolgsspur kommen. Wir müssen wieder so agieren, wie wir das in der Liga bislang gemacht haben“, forderte Heynckes.

Erneut nicht mithelfen kann Arjen Robben, der wegen muskulärer Probleme auch für die kommenden Länderspiele mit der niederländischen Nationalmannschaft absagen musste. „Es ist verteufelt. Ich hoffe, dass das in der Pause behoben wird“, sagte Heynckes zu den Problemen von Robben. Franck Ribéry soll dagegen trotz einer Muskelverhärtung zum Einsatz kommen. „Für mich ist wichtig, dass er dabei ist“, sagte Heynckes. Die Hoffenheimer werden in ihrer Arbeit nach wie vor von den
Sorgen um den verunglückten Profi Boris Vukcevic beeinträchtigt. Trainer Markus Babbel muss zudem nochmals ohne Torwart Tim Wiese auskommen, Sejad Salihovic fehlt gesperrt. In der vergangenen Saison ging Hoffenheim in München mit 1:7 unter. Die Bayern wollen den siebten Sieg – ein solcher Rekordstart gelang bislang neben ihnen selbst (1995/96) nur noch dem 1. FC Kaiserslautern (2001/02) und dem FSV Mainz (2010/11). Kurios: Am Ende dieser Spielzeiten wurde jeweils
Borussia Dortmund deutscher Meister – ein Alptraum für die Bayern!
 

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