FC Bayern Gegen Wolfsburg: Super-Super-Arbeitssieg

Mandzukic verpasste den Ball, Müller drückte ihn rein: Der Siegtreffer gegen Wolfsburg. Foto: sampics

Sicher, die Bayern zeigten gegen Wolfsburg kein brillantes Spiel. Aber die jüngsten Ergebnisse sprechen für Guardiola. 2:0, 3:0, 4:0, 4:1, jetzt 1:0. Die AZ erklärt, was das Spitzentrio unterscheidet.

 

München - Zahlen lügen nicht. Sie sind beeindruckend, aber eben nüchtern. Die Bayern haben mit dem 1:0 über Wolfsburg nach Müllers Treffer den zwölften Heimsieg nacheinander (alle in 2013) gefeiert und sind jetzt bereits 32 Mal in Folge ungeschlagen. Schön – und sehr gut. Aber nicht alles super-super, das Lieblingsattribut von Trainer Pep Guardiola. Nach drei Monaten München lernt der Spanier wohl die Vokabel Arbeitssieg.

Denn die Show liefert Borussia Dortmund, der Tabellenführer. Gleichauf in Punkten, mit besserer Tordifferenz, gerade nach der 5:0-Gala gegen Freiburg. Mit Spielfreude und Traumtoren.
„In der Bundesliga kriegst du nichts mehr geschenkt”, sagte Thomas Müller. Er weiß: „Natürlich erwartet und erhofft man immer, dass es wieder ’ne Bayern-Gala gibt. Aber die anderen können auch Fußball spielen. Da können wahrscheinlich fünf oder sechs Spieler 14 Kilometer laufen.”
War es Dienst nach Vorschrift wie Sportdirektor Matthias Sammer vor zwei Wochen gepoltert hatte? Müller: „Klar! Wir haben zur Vorschrift, jedes Spiel zu gewinnen – und das haben wir eindeutig gemacht.”

2:0 gegen Hannover, 3:0 gegen Moskau, 4:0 auf Schalke, 4:1 gegen Hannover im Pokal und nun das 1:0 – fünf Siege als Zwischenbilanz von sieben Pflichtspielen innerhalb von 22 Tagen. „Klar kommen die Fans ins Stadion, um viele Tore zu sehen”, sagte Jérôme Boateng, „aber das ist leider nicht immer möglich.”
Die Gründe, warum man „nicht immer Spektakel bieten” könne (Dante) kamen aus der Mannschaft, die ihren Trainer in Schutz nimmt. Guardiola lerne jetzt, so Müller, dass die Bundesliga hinter den Top-3-Teams besser besetzt sei als in Spanien.

Gegen Wolfsburg hat der Coach Toni Kroos geschont, er folgte mit den letzten drei Spielen einem klaren Rotationsplan. Beim FC Schalke saß Müller draußen, im Pokal die halbe Stammelf – kalkuliertes Risiko, geringerer Show-Faktor. Argumente für den zähen Kick gegen Wolfsburg: „Laufen und kämpfen kann jeder in der Bundesliga”, sagte Torwart Neuer. Und: „Wolfsburg ist eine Mannschaft, die keine Doppelbelastung hat.” Dazu habe Wolfsburg „Mann gegen Mann auf dem ganzen Platz gespielt. Damit hatten wir Schwierigkeiten”, meinte Müller. Bei der Konkurrenz sieht es leichter aus.

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BORUSSIA DORTMUND

Der BVB weist mit 19 Zählern nach sieben Spieltagen die beste Bilanz seiner Erstliga-Historie auf. Speziell Robert Lewandowski hatte Spaß, war an allen Treffern beteiligt und wurde für sein Lupfer-Tor zum 3:0 vom anderen Doppelpacker Marco Reus gelobt: „Schlichtweg Weltklasse. Es gibt nur wenige, die das so machen.” BVB-Coach Jürgen Klopp meinte zum 5:0 gegen Freiburg: „Wir wollten zeigen, dass uns die Arbeit Spaß macht. Und das ist uns gelungen. Die Jungs haben richtig Bock entwickelt, das war ein sehr gutes Spiel von uns und gut anzusehen.” Begleitet von Standing Ovations der Zuschauer – ganz anders als in München: dort feierte nur die Südkurve den Arbeitssieg.

BAYER LEVERKUSEN

Als dritte Macht der Liga mit deutlichem Abstand etabliert sich nach dem 2:0 gegen Hannover Leverkusen, das ebenfalls alle bisherigen Heimspiele gewann – spielerisch wertvoll. Aber eher schüchtern mit dem Ruhm und den guten Aussichten umgeht. „Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal auf die Tabellegeschaut habe”, meinte Trainer Sami Hyypiä. Einen Punkt liegt Bayer hinter Bayern. Am Samstag (18.30 Uhr, Sky live) kommt’s am Rhein zum Duell. 

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