FC Bayern gegen BVB Uli Hoeneß: "Gegen Dortmund muss geliefert werden!"

Klartext von Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor dem Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund. Foto: firo/Augenklick, Marijan Murat/dpa, AZ-Montage

Das 5:4 des FC Bayern im DFB-Pokal-Viertelfinale über Zweitligist Heidenheim? Abhaken! Es zählt nur noch der Showdown mit Dortmund. "Es darf keine Ausreden mehr geben, es muss geliefert werden."

 

München - Dieses Spiel, dieses 5:4, analysieren? Für einen Trainer ein Fest – einerseits. All die Fehler sezieren, auf Schwächen hinweisen, wunderbar. Andererseits: Turnt doch ziemlich ab, das wilde Hin und Her im Pokal gegen Zweitligist FC Heidenheim, dieses bayerische "Gurkenspiel" (O-Ton Thomas Müller) mit Happy End und blauem Auge aufzuarbeiten. Denn am Samstag geht es gegen Borussia Dortmund, um höhere Weihen, um eine mögliche Vorentscheidung im Titel-Rennen.

Pokal-Viertelfinale: Analysieren oder nicht?

"Wir müssen das kurz analysieren und schauen, dass wir die Räder wieder rankriegen an den Wagen bis Samstag – alle vier", sagte Mechaniker Müller, während Leon Goretzka meinte: "Wir wissen, dass wir einiges falsch gemacht haben und das werden wir nüchtern analysieren."

Ein Schnaps könnte helfen. Oder man folgt dem Rat von Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der am Mittwochabend meinte: "So ein Spiel kann und sollte man auch nicht analysieren. Wir sind weitergekommen, das ist das Positive. Alles andere gilt es schnell zu vergessen und zu löschen." Am besten ohne Alkohol.

FCB überzeugt vom Sieg gegen Borussia Dortmund

Am Samstag gilt’s. Der Fokus der Bayern wird seit Donnerstagvormittag komplett in schwarz-gelben Farben angestrichen. Wer ein Spiel wie das 5:4 gegen die tapferen Heidenheimer überlebt hat, spricht sich Mut zu, macht den Trotz zum Faktor für die Aufgabe am Samstag (18.30 Uhr, Allianz Arena). "Jetzt müssen wir dieses moralische Plus nutzen und den Arsch zusammenkneifen", forderte Müller, diesmal wortgewaltiger Psychologe.

Der Kapitän vom Mittwoch, dem gegen den BVB wieder die Ersatzbank droht: "Meine Brust ist zwar physisch nicht die breiteste, aber ich bin immer einer, der vorweg geht. Ich bin sicher, dass wir gegen Dortmund gewinnen werden." Wie überhaupt alle an der Säbener Straße. Merkwürdigerweise. Der Anspruch und die eigene Erwartungshaltung wiegen schwerer als das Eingeständnis der tatsächlichen Leistungsdelle, die nach der Länderspielperiode schon beim 1:1 in Freiburg zu erkennen war und die sich als Zickzack-Form über die gesamte Saison beobachten ließ.

FCB-Präsident Uli Hoeneß: "Wir müssen gewinnen"

"Es wäre völlig fehl am Platz, jetzt Angst zu haben. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass wir eine Top-Leistung zeigen", betonte Goretzka, der immer mehr zu einem Spieler wird, der klare Worte findet. Müller, schon seit jeher aus diesem Holz geschnitzt, fügte hinzu: "Wir wissen, was wir am Samstag zu tun haben."

Der Präsident macht ihnen Beine. "Am Samstag, 18.30 Uhr, darf es keine Ausreden geben. Da muss gegen Dortmund geliefert werden", so Uli Hoeneß, "an eine Niederlage denke ich gar nicht. Wir müssen gewinnen, dazu gibt es für mich keine Alternative."

Spannung steigt: Bayern gegen Dortmund

Der Stellenwert des Krachers ist den Bayern bewusst. "Es wird das geilste Spiel der Saison, darauf wartet ganz Deutschland, wahrscheinlich ganz Europa. Für solche Spiele spielt man in so einem Verein, wir sind alle heiß", versicherte Goretzka. Bringt der Titel-Showdown am 28. Spieltag eine Vorentscheidung? "Ich denke, der Sieger macht einen großen Schritt zum Meistertitel", sagt Robert Lewandowski, "auch wenn es danach noch viele Spiele gibt." Noch sechs.

Hoeneß erhöht den Druck, indirekt auch auf den Trainer: "Unsere Mannschaft muss mit einem Sieg gegen Dortmund zeigen, dass sie Meister werden will." Darauf angesprochen meinte Kovac gestern: "Der Zweite ist schon der erste Verlierer. Der Druck ist immer da. Wir sind bereit für das Wochenende. Wir werden das schaffen."

Wesentlich ruhiger geht es in Dortmund zu. "Es sind sieben Spiele, und Bayern ist das nächste", sagte BVB-Trainer Lucien Favre, der Euphorie-Verweigerer. Dann räumte er mit einem Lächeln ein, "ein wenig mehr speziell" sei das Spiel schon, "wegen der Tabelle." Und weil es Bayern ist. Und Dortmund. "Wir müssen alles perfekt machen, wenn wir gewinnen wollen." So wie im Hinspiel, als man nach zweimaligem Rückstand am Ende als Sieger den Platz verließ.

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