FC Bayern Der perfekte Geburtstag für den FC Bayern

Das Feuerwerk zur Geburtstags-Party Foto: Rauchensteiner/Augenklick

MÜNCHEN - Die Bayern feiern sich und ihre erste Tabellenführung nach 652 Tagen mit einem Feuerwerk. Trainer van Gaal will auf seine Elf wetten und sagt: „Heute mache ich das Licht aus“

 

Die Leverkusener hatten artig gratuliert am Samstag, exakt am 110. Geburtstag des FC Bayern. Sie hatten einfach nichts gemacht, ein 0:0 gegen Köln mit einer Schleife garniert und die besten Wünsche nach München geschickt. Für die Bayern eine perfekte Vorlage, um sich selbst zu beschenken. Sie nahmen an und vollendeten. Mit einem 1:0 gegen den Hamburger SV am Sonntag, der Gipfelsturm ist geglückt.

Erstmals seit dem 17. Mai 2008, erstmals seit ewigen, quälenden 57 Spieltagen, seit 652 Tagen, ist der FC Bayern nun wieder an der Tabellenspitze. Dank des Treffers von Franck Ribéry.

„Das war ein perfektes Wochenende für uns“, freute sich Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, „wir haben psychologische Stärke bewiesen, denn es ist auch wichtig, dass man dann, wenn man solche Steilpässe kriegt, sie aufnimmt und nicht liegen lässt. Das haben wir heute wunderbar gemacht. Passt perfekt zum Geburtstag.“ Und als hätten die Bayern mit der DFL bereits letzten Sommer einen Geheimplan ausgeheckt, fügte sich gestern alles zusammen: Zum Geburtstag Platz eins!

Vor dem Anpfiff hatte es eine Festtags-Choreographie über alle drei Ränge der ganzen Südkurve verteilt – weiß auf rot wurde das Geburtsjahr 1900 dargestellt. Dazu wurde am Zaun hinterm Tor ein Spruchband aufgehängt: „Leidenschaft für Generationen.“

Feierlich ging es zu am Tag nach dem 110. Wiegenfest. Alle Stadionbesucher, freilich nicht jene in den Gästeblöcken, bekamen als Geschenk einen roten Bayern-Schal mit dem Aufdruck „110 Jahre Bayern München“.

Das Spiel war eine zähe Angelegenheit für die Bayern, schwere Kost. Intensiv, spannend – und entschieden durch eine Einzelaktion von Ribéry. Egal. Hauptsache gewonnen. Hauptsache, dass das vorher geplante Abschluss-Feuerwerk „Mia san mia“ zu den pompösen Klängen von Carl Orffs „Carmina Burana“ nicht zu Nachklapp eines 0:0 wurde. So passte der feierliche Moment perfekt.

„Schön, dass wir zum Jubiläum oben stehen, wichtiger aber ist es am Saisonende“, meinte Coach Louis van Gaal. Dennoch freute sich der Holländer: „Aber für das Publikum und für den Geburtstag ist es sehr gut, weil Bayern normalerweise immer oben stehen muss." Vor allem nach fast 22-monatiger Leidenszeit. „Ich fühle mich gleich ganz anders – was so eine Höhenluft ausmacht“, scherzte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer und sprach ein Kollektivlob aus: „Die Tabellenführung ist eine Bestätigung für die letzten Monate. Der Sieg in Turin war der ,turning point’, danach hat sich das Team gefangen, ist jetzt kompakt. Wir haben in Nürnberg schon zwei Punkte hergeschenkt. Heute sah’s lange genauso aus.“

Doch die Bayern zeigten gegen den HSV Nervenstärke. Thomas Müller erklärte: „Wir wollten uns das nicht nehmen lassen.“ Das soll nun auch für den Titel gelten, für die 22. Meisterschaft. „Ich bin lieber der Gejagte als der Jäger. Und ich glaube, jetzt wird es schwer, uns da oben wegzuholen. Wenn ich jetzt wetten muss, würde ich auf Bayern wird Meister setzen“, sagte van Gaal und begab sich zu seinen Lieben. Mit der Ankündigung, Steher-Qualitäten zu beweisen: „Heute mache ich bei der Feier das Licht aus.“

ps/tbc

 

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