Erstmals seit 63 Jahren ohne Wiggerl Hagn Löwenbräuzelt: Bei der Premiere flossen ein paar Tränchen

Mit drei Schlägen angezapft. Wiesn-Wirtin Stephanie Spendler hat ihre Premiere heil überstanden. Schon davor wird sie von ihren Gefühlen übermannt. Foto: Bernd Wackerbauer

Das Löwenbräuzelt erstmals ohne Wiggerl Hagn: Tochter Stephanie Spendler zapft an und durchlebt bei ihrer Premiere als Wiesn-Wirtin emotionale Momente.

 

München - Es ist Viertel vor zwölf, als die Heldensteiner blasmusizierend ins Löwenbräuzelt einmarschieren – und Stephanie Spendler auf der von Tischen freigeräumten Fläche vor der Kapelle ihren großen Auftritt hat: Ihr erstes Anzapfen auf der Wiesn. Es sollte ein sehr emotionaler Moment werden, bei dem auch ein paar Tränen flossen.

Begrüßungsständchen der Damischen Ritter

Noch während die Damischen Ritter sie mit einem Ständchen begrüßen und das ganze Zelt applaudiert, wird sie von Gefühlen überwältigt. Sie schließt die Augen, hält die Hand vors Gesicht. Dann umarmt sie ihre beiden Söhne Johannes und Lukas. Alle haben feuchte Augen.

Es ist das erste Mal seit 63 Jahren, dass ihr Vater und Großvater Wiggerl Hagn nicht mit von der Partie ist. Diesmal muss sie also ihren Mann stehen – als alleinige Chefin im Löwenbräuzelt. Und eben beim Anzapfen.

Erstmals seit 63 Jahren: Löwenbräuzelt ohne Wiggerl Hagn

Wie unfassbar nervös sie ist, sieht man, als sie zum Anzapfbesteck greift – und den Wechsel zunächst verkehrt herum ansetzt am Holzfassl. Zum Glück steht Löwenbräu-Braumeister Bernd Kräußel zur Seite und greift hilfreich ein.

Dann ist es soweit. Sie holt weit aus mit dem Schlegel und nagelt den Wechsel unfallfrei und wuchtig ins Fass.

Drei Schläge. Dann bläst sie die Backen auf, schnauft viermal tief durch und ruft "ozapft is" ins Mikro. Endlich. Geschafft!

Wiesn-Wirtin Stephanie Spendler nervös beim Anzapfen

Jetzt erst fällt alle Anspannung ab von ihr, und ihr strahlendes Lächeln kehrt zurück. Auch ihre Sprache findet sie dann wieder. Und meint: "Ich hab gedacht, dass ich gar ned ins Zelt reinkomm, so ogfasst war ich."

Ganz unvorbereitet freilich war sie nicht. Kurz vor dem Wiesn-Start hat sie mit dem Löwenbräu-Braumeister noch das Anzapfen geübt. Am Freitag war’s. "Zwei Fässer haben wir angezapft", sagt Bernd Kräußel. Dann hat sie’s bereits draufgehabt. Und ihre Premiere bestens bestanden.

 

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