Ermittlungserfolg der Polizei Vergiftete Getränke: Tatverdächtige in der Psychiatrie

Von links: Staatsanwalt Laurent Lafleur, Josef Wimmer, Chef der Mordkommission (K11) und Pressesprecher Marcus da Gloria Martins. Foto: job

Die Münchner Polizei vermeldet einen Ermittlungserfolg: Eine Frau soll die Giftanschläge mittels präparierter Flaschen begangen haben.

München - Eine 56-jährige Münchnerin soll die Anschläge mit vergifteten Flaschen in Supermärkten begangen haben. Weil sie heimtückisch vorging und mit dem Tod der Menschen rechnen musste, werfen die Ermittler der Frau unter anderem vierfachen versuchten Mord vor.

Die Ermittlungen seien "sehr intensiv" verlaufen, so die Staatsanwaltschaft am Samstag. Auf Twitter sprach die Polizei München von einem "schnellen Ermittlungserfolg". Durch die Sicherstellung von DNA-Spuren konnte bereits im Vorfeld der Festnahme ermittelt werden, dass die Flaschen von einer Frau manipuliert worden waren. Die 56-Jährige wurde überführt, da sie mindestens einmal mit EC-Karte gezahlt hatte. Bei einer Überprüfung stellte sich heraus, dass sie polizeilich aktenkundig ist. 

Mutmaßliche Täterin hat kriminelle Vergangenheit

Nach derzeitigem Stand gehen die Ermittler von einer massiven psychischen Erkrankung aus. Sie sei auch schon vor den Taten psychisch auffällig gewesen sei, teilte ein Sprecher der Polizei am Samstag mit. Die Staatsanwaltschaft hat einen Unterbringungsbefehl beantragt in der Annahme, dass die Frau sonst weitere schwere Straftaten begehen könnte. Die Verdächtige wurde in die forensische Psychiatrie überstellt.

Bereits vor drei Jahren war sie durch Hakenkreuzschmierereien aufgefallen - allerdings offenbar ohne rechtsextreme Motive. 2020 habe sie mit angezündeten Stoffetzen Brände in mehreren katholischen Kirchen gelegt. Aufgrund der psychischen Beeinträchtigung war sie jeweils für schuldunfähig befunden worden. 

Tödliche Dosis - keine Toten

Die mutmaßliche Täterin hat im März und April 2020 mindestens vier Getränkeflaschen in mindestens zwei Supermärkten in der Nähe ihres Wohnortes im Münchner Westen vergiftet. Dabei hatte sie Erfrischungsgetränke außerhab der Läden mit Lösungsmitteln versetzt und dann beim Einkaufen unauffällig ins Regal gestellt.

Zu Tode kam niemand - doch hätte die Dosis leicht tödlich sein können. "Das Ganze war brandgefährlich", so Staatsanwalt Laurent Lafleur am Samstag in München.

Drei Kunden - zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren sowie ein 48-jähriger Mann - hatten kleine Mengen getrunken, die Flüssigkeit aber wegen des bitteren und säuerlichen Geschmacks sofort ausgespuckt. Anschließend hatten sie über Übelkeit, Schwindel und Kreislaufbeschwerden geklagt. Die beiden Frauen mussten medizinisch behandelt werden.

Die Polizei hat nach Bekanntwerden der ersten Fälle über 40 Märkte kontrolliert. Eine vierte vergiftete Flasche war noch vor Verkauf sichergestellt worden.

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