"Erlebniswelt" in der Arena Bayern-Museum: Aha-Erlebnisse garantiert

Die neue Erlebniswelt des FC Bayern öffnet ihre Pforten. Jährlich sollen bis zu 500.000 Besucher in die heiligen Hallen strömen und die Erfolge der Vereinsgeschichte bestaunen. Foto: Rauchensteiner/augenklick

Der FC Bayern eröffnet in der Allianz Arena seine Erlebniswelt. Auf 3000 Quadratmetern biten mehr als 2600 Exponate, 500 Bilder und 320 Minuten Film einen Einblick in die Historie des Klubs

 

München - Es brüllt und jubelt aus allen Ecken und aus vielen Jahrzehnten. Vorn am Eingang messen sich zwiebelschurrbärtige Herren im Tauziehen, daneben flimmern Bilder aus den Roaring Twenties, dann die ersten Tore im Grünwalder Stadion, schließlich die vertrauten Stimmen der Moderne. Wer die 3000 Quadratmeter inspiziert hat und auch nur einen Teil der mehr als 2600 Exponate, 500 Bilder und 320 Minuten Film gesehen hat, dem wird der Schädel brummen – willkommen in der FC Bayern Erlebniswelt!

„Ich bin nie ein großer Freund eines Museums gewesen”, sagt Uli Hoeneß, der Präsident, „aber ich muss sagen: Das ist eine sensationelle Geschichte, ein Meilenstein. Da sind viele Dinge, die einem ein Aha-Erlebnis bescheren.”

Wohl wahr: Man muss kein Bayern-Fan sein, um sich von dieser multimedial brillant aufbereiteten Sammlung faszinieren zu lassen. Herrlich die alten Radio- und TV-Reportagen. Wunderbar die historischen Trikots, Kickstiefel, Wimpel, Stadionzeitungen und Eintrittskarten. Beeindruckend die Techn ik in der „Hall of fame”, wo sich Beckenbauer und Matthäus via Bildschirm miteinander zu unterhalten scheinen, wo Gerd Müller erklärt, wie er all die Tore geschossen hat und Kahn berichtet, dass man sich als Torwart halt „einmal im Leben bei einem Elfermeterschießen anschießen lassen” müsse.

Viel Zeit und Muße muss man angesichts der gebotenen Vielfalt mitbringen. Nostalgiker haben ihren Spaß an dem mehrfach gefalteten DINA 5-Zettel, der sich als Gründungsurkunde entpuppt, am riesigen Pokal zum ersten Meistertitel 1932, an der Geschichte von den während des Kriegs im Wald vergrabenen Pokalen oder von den „Kalorienspielen” der Nachkriegszeit. Und natürlich die Klassiker: Trapattonis Wut-Rede, Elbers Teppich-Jubel, Schwarzenbecks Fernschuss, Sepp Maiers Entenjagd, Augenthalers 50-Meter-Heber, alles da. Selbst von der Niederlage gegen Chelsea können die Fans bereits ein Erinnerungsstück bewundern: das Trikot von Kapitän Philipp Lahm.

Es gibt auch eine Ecke mit Reaktions- und Geschicklichkeitsspielen, ein Kino - und einen Audio-Guide in acht Sprachen, montags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Nur bei den Heimspielen des TSV 1860 bleibt die Erlebniswelt geschlossen. 

 

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