Einzelkritik zum FC Bayern Noten: Zwei Mal die Sechs und drei Mal die Fünf für ganz wilde Bayern

Gerieten ins Wangen: die Bayern um Robert Lewandowski (re.) gegen den FC Heidenheim. Foto: imago/Action Pictures

Der FC Bayern müht sich gegen den FC Heidenheim ins DFB-Pokal-Halbfinale. James und Rafinha sind völlig von der Rolle, nur ein Offensivstar bekommt die Bestnote. Die Einzelkritik.

 

SVEN ULREICH, NOTE 4: Weil Nationaltorhüter Manuel Neuer auch dieses Spiel wegen muskulärer Probleme in der linken Wade ausfiel, rutschte erneut sein Stellvertreter in den Kasten. Sein fünfter Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Bekam viel mehr zu tun als ihm lieb war. Bei Glatzels Kopfball ins lange Eck machtlos, bei Schnatterers Schuss zum 1:2 überrumpelt.

JOSHUA KIMMICH, NOTE 3: Brachte die Ecke mit rechts von der linken Seite, die Goretzka dann einköpfte. Wieder mal ein Scorerpunkt für den Rechtsverteidiger. Aber ein dickes Minus: Beim Kopfballgegentreffer von Glatzel stand er schlecht, verteidigte im Raum nur unzulässig. Kurz vor dem 3:2 mit einem wichtigen Abwehrmanöver im eigenen Strafraum.

NIKLAS SÜLE, NOTE 5: Der als Nummer eins auserkorene Innenverteidiger, unter Kovac und unter Bundestrainer Joachim Löw, kam kurz vor dem Strafraum gegen Heidenheims Andrich zu spät und beging ein klares Foul. Schiedsrichter Winkmann gibt Süle zunächst Gelb, entscheidet nach Ansicht der TV-Bilder per Videobeweis auf Rot. Umstritten. Aber: Abgang Süle. 75 Minuten Unterzahl.

MATS HUMMELS, NOTE 5: Findet Heidenheims Kapitän Schnatterer "legendär" - auch dessen Treffer zum 1:2 nach einem blitzsauberen Konter der Gäste. Wo war da Hummels? Viel zu weit aufgerückt, viel zu weit weg von seinen Gegenspielern. Fahrlässig. Sehr gut jedoch seine Kopfballvorlage auf Gnabry, der zum 4:2 einschob. Foulte vor dem Elfer zum 4:4.

RAFINHA, NOTE 6: Wie schon in Freiburg musste David Alaba wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel passen. Der Brasilianer ist ja der Allround-Ersatz auf beiden Außenverteidiger-Positionen. Kam zu spät bei Schnatterers Tor zum 1:2 – zu langsam. Von Kovac zur Pause ausgewechselt. Rafinha brauchte er für die Aufholjagd schlicht nicht mehr.

THIAGO, NOTE 5: Zweikämpfe? Mochte er gegen Heidenheim offenbar nicht bestreiten. Musste sich im Mittelfeld von Zweitligisten teilweise richtig herspielen lassen. Sah meist nur die Rücklichter der Weißen. Zu langsam, zu behäbig. Hatte sich nach der Pause etwas besser im Griff und ordnete das Spiel anständig.

LEON GORETZKA, NOTE 3: Reingelaufen, reingeköpft. Sehr einfach wurde dem Ex-Schalker sein Führungstreffer per Kopfball gemacht (12.) - sein siebter Pflichtspieltreffer. Wirkte im Gegensatz zu seinen laschen Mittelfeld-Kollegen als habe er als einziger Feuer. Übersprintete einmal in der Rückwärtsbewegung aus lauter Wut Hummels.

JAMES RODRÍGUEZ, NOTE 6: Völlig von der Rolle in der ersten Hälfte. Zig Ballverluste, weil viel zu fahrig und lässig in den Zweikämpfen. Überhaupt nicht auf dem Platz und im Spiel. Hanebüchen, weil super-arrogant sein Ballverlust im Mittelfeld, der im Gegenzug zum 1:1-Ausgleichstreffer führte. Die Quittung: Auswechslung in der Halbzeit.

SERGE GNABRY, NOTE 2: Zunächst als Zehner hinter der Spitze Müller unterwegs. Nachdem Süle wegen Notbremse vom Platz flog, kurzzeitig viel defensiver unterwegs. Steigerte sich wie die gesamte Mannschaft in der zweiten Halbzeit, profitierte auch von Lewandowskis Hereinnahme. Drückte den Ball zum 4:2 über die Linie. Ein Lattenknaller brachte fast das 6:4.

FRANCK RIBÉRY, NOTE 4: War das "Opfer" von Süles Roter Karte. Musste nach 24 Minuten vom Feld, weil Trainer Kovac Boateng für die Viererkette brachte. Schüttelte den Kopf, trottete langsam zur Seitenlinie, wurde von Rafinha getröstet. Dann akzeptierte er jedoch Kovacs Worte, klatschte sogar ab. Zuvor im Spiel ohne nennenswerte Offensivaktion.

THOMAS MÜLLER, NOTE 3: Weil Robert Lewandowski aus „gesundheitlichen Gründen“ - sicher auch mit Blick auf den Hit gegen Dortmund - zunächst auf der Bank saß, rückte Müller in die Rolle des vordersten Stürmers. Aber das ist nicht seine Rolle! Ganz schwache Bälle mit dem Rücken zum Tor, aber dann zur Stelle, als er das wichtige 2:2 erzielte. Bereitete das 3:2 gekonnt vor.

JÉROME BOATENG, NOTE 3: Zunächst draußen, musste der Innenverteidiger nach 24 Minuten als SOS-Einsatz für Rot-Sünder Süle auf den Platz. Ein echter Kaltstart für den Ex-Nationalspieler, den er jedoch bestand. Zunächst souverän und sicher als Chef der nun neu formierten Dreierkette, dann stand es plötzlich 4:4.

KINGSLEY COMAN, NOTE 4: Kam zu Beginn der zweiten Halbzeit, um mehr Druck über den linken Flügel entwickeln zu können. Was auch funktionierte. Ein Direktschuss aus dem Rückraum landete beinahe unter der Latte, wäre das 5:2 gewesen. Kurzer Schreckmoment als er verletzt am Boden saß.

ROBERT LEWANDOWSKI, NOTE 1: Was für ein Qualitätsunterschied! Der Torjäger kam zur Pause in die Partie und plötzlich konnte die Mannschaft vorne einen anspielen, der die Bälle hält und auch noch verwandelt wie beim 3:2 auf Vorlage von Müller. Blieb cool und verwandelte den Handelfmeter zum 5:4.

 

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