Einzelkritik zum FC Bayern Noten: Drei Mal die Bestnote für die Double-Sieger

Serge Gnabry FC Bayern RB Leipzig DFB-Pokal Foto: imago/Picture Point LE

Der FC Bayern macht das Double perfekt: Beim Triumph von Trainer Niko Kovac überragen vor allem Manuel Neuer und Robert Lewandowski. Die Einzelkritik zum DFB-Pokal-Sieg.

 

Berlin - Der FC Bayern und Trainer Niko Kovac haben's gepackt. Der frischgebackene Meister gewann zum 19. Mal den DFB-Pokal, zugleich zum 12. Mal das Double. Im Finale bezwangen die Bayern nach den Treffern von Robert Lewandowski (2) und Kingsley Coman RB Leipzig mit 3:0. Torwart Manuel Neuer gab sein Comeback und verhinderte mit zwei überragenden Rettungstaten einmal den Rückstand, später den Ausgleich.

Niko Kovac schaffte Historisches: Nicht nur den zweiten Pokalerfolg hintereinander (2018 mit Eintracht Frankfurt), sondern: Nach dem Gewinn von Meisterschaft und Pokal als Spieler2003 mit Bayern, wurde er zum Pionier der Vereinsgeschichte werden: ein Doppel-Double, als Profi und als Coach. Einmalig im deutschen Fußball.

MANUEL NEUER, NOTE 1: Der Kapitän als „Eckpfeiler unserer Mannschaft“ (Kovac). Daher begann der Nationaltorhüter obwohl er sein letztes Mitte April sein letztes Pflichtspiel bestritt. Neuer aus der Übung? Nein! Riesen-Reflex mit einer Hand gegen Poulsens Kopfball (11.), dann stark im Eins-gegen-Eins mit Forsberg (48.).

JOSHUA KIMMICH, NOTE 2: Gegen seinen Ex-Verein immer besonders motiviert. Bereinigte mit resolutem Einsteigen vor einer Abschluss-Chance von Poulsen, auch gegen den durchstartenden Werner meist auf dem Posten. Wurde weit in die Defensive gedrängt, kaum Attacken nach vorne. Aber: Riesen-Pass auf Lewandowski zum 3:0.

NIKLAS SÜLE, NOTE 3: Zeigte mit einer rustikalen Grätsche gegen Poulsen den Leipzigern gleich, was Sache ist. Allerdings anfangs mit einigen Fehlpässen imAufbauspiel, stabilisierte sich dann. In dieser Saison spielten Bayern und Leipzig drei Mal gegeneinander, den Sachsen gelang nie ein Tor – spricht für Bayerns Defensive.

MATS HUMMELS, NOTE 2: Verlor bereits vier Pokalfinals, eins mit Bayern (2018 gegen Frankfurt) und drei mit dem BVB. Hatte im Verbund mit Süle Leipzigs Sturmpfeil Werner ganz gut im Griff. Hatte das 2:0 auf dem Schlappen, knappes Ding. Ging auch mal ins Offensivdribbling, sein Fernschuss allerdings zu unpräzise (62.).

DAVID ALABA, NOTE 3: Gewann bereits zum fünften Mal den DFB-Pokal, sein früherer Mitspieler Bastian Schweinsteiger (7) ist Rekordhalter. Der Linksverteidiger mit Problemen gegen Sabitzer, der ihn ganz schön unter Druck setzte. Daher wilde Pässe zum Gegner. Dickes Plus: Seine Vorarbeit zu Lewandowskis 1:0.

THIAGO, NOTE 3: Wurde von den Gegenspielern Kampl und Forsberg früh attackiert, kam mit dem Pressing nicht zurecht. Bekam das Spiel dann aber mehr und mehr in sein Ordnungssystem und verteilte die Bälle mit zunehmender
Souveränität. Dicke Kopfballchance im Nachsetzen im Anschluss an Gnabrys Schuss.

JAVI MARTINEZ, NOTE 3: Statt des verletzten Goretzka (muskuläre Beschwerden) wieder als Sechser dabei. Letztmals Ende April beim 1:1 in Nürnberg auf dem Platz, nun als Wellenbrecher der Leipziger Angriffe gefordert. Warf sich in jeden Zweikampf, hatte meist die wuchtigere Physis als die Leipziger. Legte sich nach einem Foul mit Poulsen an. Musste nach 65 Minuten raus.

THOMAS MÜLLER, NOTE 3: Zunächst unauffällig, das Spiel lief an ihm vorbei, dann plötzlich konnte er bei einem Konter durchbrechen, verdaddelte die Chance jedoch. Wichtiger Ballschlepper und Antreiber der Mannschaft als "Kapitän der Feldspieler". Hat ebenfalls nun fünf Pokal-Siege.

SERGE GNABRY, NOTE 3: Begann überraschend auf der linken Außenbahn, wechselte früh. Hatte nicht so viel Wucht und Power Richtung Tor wie so oft in dieser Saison. Mit gutem Auge und Nachsetzen hatte er seine beste Chance (55.), Gulacsi parierte gerade noch. In der 73. Minute war für ihn Feierabend, wirkte zuvor etwas platt.

KINGSLEY COMAN, NOTE 1: Der Franzose zu Beginn über rechts. Riss mit seinen Tempodribblings immer wieder die rechte RB-Abwehrseite auf. Wechselte dann die Seiten mit Gnabry wieder, was zum 1:0 führte. Leitete den Treffer mit Alaba ein. Vergab die dicke Chance aufs 2:0, als er Keeper Gulacsi umspielte. Seinen Schuss köpfte Konaté von der Linie. Dann aber mit dem überragenden 2:0 – perfekte Ballannahme und Schuss.

ROBERT LEWANDOWSKI, NOTE 1: Qualität setzt sich durch. Traf in der Rückwärtsbewegung und im Fallen per Kopfball vorbei an Gulacsi – die erste Chance des Torjägers und drin. Das 1:0 (29.). Machte das 3:0 nach Solo souverän. Der Pole hat in dieser Pokalsaison nun sieben Treffer erzielt – einsame Spitze. Gleichzeitig war es auch sein sechstes Tor in einem Pokalfinale (Rekord! Und vor Gerd Müller!)

CORENTIN TOLISSO, NOTE 3: Überraschendes Comeback des Franzosen! Kam in der 65. Minute für den angeschlagenen Martínez. Tolisso hat monatelange Reha nach seinem Kreuzbandriss vergangenes Jahr im September (3. Spieltag) hinter sich. Nun die Erlösung. Zaghaft in den Zweikämpfen, arbeitete für die Mannschaft.

ARJEN ROBBEN, OHNE NOTE: Zweiter Wechsel, das letzte Spiel des Holländers im Bayern-Trikot. Kam nach 73 Minuten für Gnabry, ging ein letztes Mal auf seine rechte Außenbahn. Ohne großen Einfluss aufs Spiel, aber mit Blick auf die
zehn Jahre bei Bayern: Karriere-Note 1.

FRANCK RIBÈRY, OHNE NOTE: Dritte Einwechslung, von den Fans lautstark gefordert. Ein letztes Mal Ribéry nach 12 Jahren! Durch seinen Einsatz ab der 87. Minute stellte er noch einen neuen Rekord auf: Noch kein Spieler vor ihm stand in acht Pokal-Endspielen (gewann sechs) auf dem Feld. Wie bei Robben auch für Ribéry die Karriere-Note 1.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading