Einsatz in Krisenzeiten Auf Corona-Patrouille mit der Münchner Polizei

Hüseyin Ince ist Redakteur im Lokalressort der Abendzeitung.
Polizisten und Partyvolk im Englischen Garten. Es gibt viele zu (er)klären in diesen besonderen Tagen. Foto: Hüseyin Ince

Spielplatz-Verbot, nicht zu eng beieinander sitzen: Wie die Münchner in den Parks reagieren – und wie die Polizeibeamten in Virus-Zeiten auftreten.

 

München - In Giesing wirkt der Alltag wie heruntergefahren, so wie es Markus Söder ja verlangt hatte. Kaum Menschen in den Cafés, auf den Straßen geht jeder eilig weiter und hält Distanz. Auch wenn jeder irgendwie mit dem reduzierten Alltag klarkommt, sind Frust und Verunsicherung spürbar.

Die Meinungen darüber, ob die Maßnahmen ausreichen, gehen auseinander. Da ist zum Beispiel Nadja (30), eine Büroleiterin in Elternzeit, die gerade ihr Kind in einem Park spazieren fährt. Ihr sind die Maßnahmen zu lasch. "Man hätte eine absolute Ausgangssperre aussprechen müssen, wie in Griechenland", sagt sie, "auch dann würden sich ja viele nicht daran halten. Mein Umfeld denkt sich gerade: Ach dann können wir uns ja alle häufiger treffen, wenn wir schon frei haben."

Weiter östlich im Park, wo die Kinderplätze alle gesperrt sind und sich auch die meisten daran halten, läuft gerade ein junges Paar mit Tischtennisschlägern herum. Sie suchen verzweifelt eine Platte. "Alle gesperrt", sagt das verbeamtete Lehrerpaar. Die Schule sei ja derzeit geschlossen. "Da machen wir das beste daraus."

Kontrollen im Englischen Garten

Ob sich die Leute an alle Regelungen halten, das hat die Münchner Polizei am Mittwochnachmittag auch im Englischen Garten geprüft. Die Kontrollvorgabe formuliert Marcus da Gloria Martins so: "Wenn eine Familie auf der Bank sitzt und die Sonne genießt, werden wir natürlich nicht einschreiten."

Aber wenn sich Leute mit Party-Motivation sammeln, "dann müssen wir das unterbinden". Es sei eine ernste Krise, keine Komfortfrage, so da Gloria Martins. Das müsse man den Leuten unbedingt erklären. Etwa zehn Gruppen à vier Polizisten ziehen gegen 16.30 Uhr am Milchhäusl an der Königinstraße los. Ein sogenannter LauKw fährt voraus, ein weißer Polizeibus mit Lautsprechern. Er machte eine Durchsage: "Werden Sie nicht Teil der Infektionskette, meiden Sie Gruppen, die größer sind als fünf Personen. Genießen Sie den schönen Tag mit dem nötigen Abstand."

Armlänge und der Abstand zum Kopf

Die Polizeigruppen gehen direkt auf Personen zu, die mit mehr als fünf Personen oder zu nah beieinander sitzen. Die meisten sind einsichtig, vergrößern den Abstand zueinander, wenn es sein muss. Das Ganze in lockerer Stimmung. "Aber sehen Sie doch, wenn ich meine Arme ausbreite, berühre ich keinen anderen", sagt eine junge Frau zu einer Polizistin. "Verstehe, aber es geht nicht um die Armlänge, sondern um den Abstand zwischen den Köpfen", antwortet die Polizistin freundlich.

Auch am Monopteros sind die Münchner einsichtig. Als die Polizisten hochgehen und sie ansprechen, setzen sie sich weiter voneinander weg. Ihr Bier dürfen sie selbstverständlich weitertrinken.

 

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