Ein Wochenende mit...Ruth Kirchner Bayern ohne Kran

Großhadern, Harlaching, Sendling - überall, wo Ruth Kirchner gewohnt hat, war es eine Wissenschaft, den Weg mit der geringsten Steigung ausfindig zu machen. Jetzt wohnt die Sängerin in Milbertshofen. Dort gibt es auf dem Weg in die Innenstadt keinen Berg zu überwinden, deshalb fährt die 44-Jährige jetzt viel mit dem Rad. Auch zum Treffen im Osterwaldgarten in Schwabing kommt sie ihrem Drahtesel. Foto: Petra Schramek

Jeden Freitag erzählt ein bekannter Münchner in der AZ von seinem Wochenende. Heute ist das die Sängerin Ruth Kirchner.

Ich fahre in meiner Freizeit sehr gerne ein bisschen raus aus der Stadt. Wir haben ja mal vorübergehend in Aying gewohnt – eigentlich nur übergangsweise für ein Dreivierteljahr. Letztlich sind es dann jedoch zwei Jahren geworden – zu viert in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Ganz schön eng war das. Der Ort ist mir dafür in der Zeit aber richtig ans Herz gewachsen.

 
Da draußen auf dem Land wird altes Brauchtum noch richtig gepflegt. Jetzt steht dann das Maibaum-Aufstellen ja wieder an. Ich finde das großartig, wenn dabei kein Kran eingesetzt wird, sondern ganz traditionell nur diese langen Stangen. Oder im Juni die Johannisfeuer. Wenn mich Leute von weiter weg besuchen, sag' ich immer: Wenn ihr ursprüngliches Bayern erleben wollt, spart’s euch das Oktoberfest, kommt lieber zu den vielen kleinen Dorffesten im Sommer. Früher hatte ich dafür ja selbst keinen Sinn, aber seitdem ich auf dem Land gewohnt habe...
 
Da in Aying waren wir relativ häufig im jetzigen Bräustüberl beim Essen, bis vor einem Jahr hieß das noch Liebhard's.Und im Sommer fahren wir gerne nach Forst Kasten – oder in München in den Hirschgarten.
 
In Forst Kasten gibt es in Sichtweite vom Biergarten einen riesigen Spielplatz. Da hat man dann zwar das ganze Geplärre direkt nebenan, aber man weiß, dass die Kinder gut aufgehoben sind. Und im Hirschgarten sind wir allein schon aus nostalgischen Gründen gerne.
 
In den Hirschgarten haben mich meine Eltern schon mitgenommen, als ich noch klein war. Und mein Vater hat dort in seiner Eigenschaft als Polizist mal mit purer Muskelkraft einen ausgebrochenen Hirschen niedergestreckt. Er hat ihn am Geweih gepackt und ins Gehege zurückgedrängt, sonst hätte das Tier erschossen werden müssen. In der AZ gab's dann eine große Schlagzeile. Um die fünfzig Jahre muss das jetzt her sein.
 
Dieses Wochenende wird für Biergarten allerdings wohl wenig Zeit bleiben. Ich habe mit den „String of Pearls“ ein neues Programm einstudiert, das feiert kommende Woche Premiere. Wir spielen Lieder aus vergangenen Tagen, 30er bis 70er, alles dabei. Und da muss ich noch ein bisschen proben.
 
Wir machen das bei mir im Haus in Milbertshofen. Da gibt es eine Stepp-Schule namens TapTone. Meine Kindern drücken sich da an den Fenstern immer die Nase platt und schauen den Leuten beim tanzen zu. Ich hab's auch schon mit Steppen probiert, aber dieses Wochenende nutzen wir die Räume alleine zum Proben.
 
Meine Tochter Sarah (8) wird sich dann auf die Spuren der Inkas machen. Da gibt es eine Ausstellung in der Nähe von Rosenheim. Die Stadt München hat in den Osterferien ja ein Programm für Kinder und Jugendliche organisiert, da ist dieser Ausflug dabei. Die Plätze sind immer schnell weg. Das ist aber auch wirklich toll, was die da auf die Beine stellen.
 
Sollte doch Zeit sein und das Wetter passen, fahren mein Mann und ich mit John (4) vielleicht ein bisschen Richtung Starnberger See. Der John kann jetzt nämlich auch radeln. Und in der Gegend um den Starnberger See bin ich einfach unfassbar gerne. Schon als Kind bin ich mit meinen Eltern immer nach Sankt Heinrich  gefahren – das ist auf der Seite für die Spätaufsteher: Sonne bis zum Abend! 
 
Und wenn ich mir mit meinem Mann mal einen schönen Abend zu zweit mache, dann gehen wir gerne in die Bar Gabányi in der Beethovenstraße. Da gibt es jeden Donnerstag Live-Auftritte, zudem sind die Bar-Leute extrem aufmerksam. Wenn mal eine ruhige Ballade gespielt wird, machen sie mit ihren Shakern Pause. Ich als Musikerin weiß das natürlich besonders zu schätzen.
 
Protokoll: Florian Zick

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