Ein Ort für Münchner Renovierter Palaiskeller: "Ein wunderschöner alter Keller"

Der Projektleiter Gregor Baur (v.l.), die Inhaberin des Bayerischen Hofs Innegrit Volkhardt und Innenarchitekt Axel Vervoordt in der Palaisstube. Foto: Daniel von Loeper

Der Palaiskeller im Bayerischen Hof wurde aufwendig renoviert – soll aber auch jetzt "ein Ort für Münchner" sein.

 

München - In der kleinen Stube, in der Steffen Kuchenreuthers († 65) Ehrentisch steht, hat sich nichts verändert. Die Stühle, die Tische, die Täfelung von 1823 – die "Tiroler Stube" schaut noch genauso aus, wie damals, als der frühere Kinobetreiber hier mit Ehrengästen und bayerischem Ministerpräsidenten um seinen Filmball feierte.

Die alte Palaisstube schmückt ein helles Grün

Um die Stube herum ist jedoch fast alles anders: Die Wände des Palaiskellers sind in einem warmen Farbton gestrichen worden, der 70er-Jahre-Boden wurde komplett herausgerissen und durch 400 Jahre alte Steinplatten aus Italien ersetzt. Die alte Palaisstube schmückt nun ein helles Grün.

"Das ist eine Farbe aus Eiern, wie sie im 19. Jahrhundert verwendet wurde", erklärt Inneneinrichter Axel Verfoordt. Die Umgestaltung des Palaiskellers ist das sechste Projekt, das der Belgier im Bayerischen Hof umgesetzt hat. Möglichst schlicht sollte der Keller werden, erzählt er.

Palaiskeller wurde 1972 zum Restaurant umgebaut

"Jetzt sieht es wieder so aus, wie es sein soll: ein wunderschöner alter Keller." Alt ist das Gewölbe gewiss, es wurde 1443, also über 50 Jahre vor der Frauenkirche gebaut und erst 1972 zum Restaurant umgebaut. Damals allerdings nur mit kleiner Küche und Weinbar. "Aber unsere Gäste wollten damals lieber viel Essen und Bier trinken", erzählt Hotelinhaberin Innegrit Volkhardt. Jetzt könne die vergrößerte Küche auch dem Qualitätsanspruch gerecht werden.

Der Palaiskeller soll auch nach dem Umbau ein Ort des Zusammenkommens sein, sagt Volkhardt. Deshalb seien auch die Preise nicht angestiegen. "Wir wollen, dass auch Studenten mal für ein Bier vorbeikommen können", sagt Volkhardt. "Hier soll sich alles mischen." Ob Student, Ministerpräsident oder Filmballkönig.

Allerdings dürften sich Letztere die 5,10 Euro pro Halbe leichter leisten können.

 

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