Ein Jahr Kommunalreferentin Kristina Frank: Ihre Bilanz, ihre Zukunftspläne

Hier weiht Kristina Frank das 100. E-Auto beim Abfallwirtschaftsbetrieb ein. Foto: LHM

Kristina Frank (38) leitet seit August 2018 das Kommunalreferat. Zum Jubiläum zieht sie zufrieden Bilanz – und kündigt einen Online-Shop mit Lieferservice für die Wochenmärkte an.

 

München - Kristina Frank lacht. Wie könnte es auch anders sein. Frank lacht von der Präsentation an der Wand (Wiesn-Herz mit "Kommunalreferentin"-Schrift), sie lacht von den vielen Fotos auf dem Papier, das ihre Mitarbeiterin verteilt hat. Und natürlich lacht auch die echte Kristina Frank ihr breites Kristina-Frank-Strahlen, als sie zur Vorstellung ihrer Ein-Jahr-im-Kommunalreferat-Bilanz erscheint.

Kristina Frank - die Frau mit der Dauer-Gute-Laune

Die Frau ist ausdauernd guter Laune. Und offenbar ziemlich zufrieden. Das passt zu ihrem Fazit nach einem Jahr im Amt. "Wir können hinter so gut wie jedes Thema einen Haken machen, das ist eine gute Bilanz", sagt sie. "Jahrzehntelang" seien unter den SPD-Vorgängern Anfragen nicht abgearbeitet worden, ätzt sie. Nun sei Frieden im Streit um den Elisabethmarkt, nach dem schweren Unfall mit einem Müllauto am Sendlinger Tor habe sie "in kürzester Zeit" Abbiegeassistenten für mehr Sicherheit eingeführt. 38 städtische Kleinstgrundstücke, die bisher brachlagen, könnten nun genutzt werden.

Im Rathaus freilich sind nicht alle so zufrieden mit Frank wie die Referentin selbst und ihre Leute. Die Konkurrenz lästert über die vielen Fotos, die Frank auf allen Kanälen verbreitet, sieht sie im Dauerwahlkampf als OB-Kandidatin der CSU.

Konkurrenz lästert über Franks Dauerwahlkampf

Auch beim Koalitionspartner SPD klingt die für Franks Themen zuständige Stadträtin Ulrike Boesser nur leidlich begeistert. "Sie führt halt die Arbeit fort, das, was ihr Vorgänger Axel Markwardt hervorragend vorbereitet hat", sagt Boesser der AZ. Zu manch großem Thema höre man kaum etwas: "Beim Viktualienmarkt gab es nur die unsägliche Debatte um Trinker am Brunnen, sonst kam nichts." Zum Großthema Großmarkthalle habe man von Frank gar nichts gehört.

Frank selbst sprach am Donnerstag nicht nur über das, was war – sondern auch über ihre Pläne. Die AZ fasst die wichtigsten zusammen:

Wochenmarkt als Online-Shop: Frank will die Wochenmärkte in den Stadtvierteln stärken. Das Problem: Gerade die Märkte unter der Woche können viele Nachbarn gar nicht besuchen – weil sie tagsüber im Büro sind. Die Lösung: ein neuer Online-Shop. Schon Anfang 2020 soll ein Pilotprojekt am Rotkreuzplatz und auf der Schwanthalerhöhe starten.

Frank hat ein Start-up gefunden, das einen Online-Shop einrichtet. Die Münchner können dann bestellen und bekommen die Ware vom Bauernmarkt am Abend nach Hause geliefert. In einem zweiten Schritt kann sich Frank vorstellen, dass am Platz der Märkte Boxen bereitstehen, die befüllt werden – und aus denen man abends mit einem Code seine frischen Waren holen kann.

Die Pläne und Ideen der Kristina Frank

Baumpaten: Kristina Frank schwärmt von Obstbaumwiesen der Stadt, die kaum bewirtschaftet werden. Ihre Idee: Baumpatenschaften. Münchner bekommen ihren eigenen Baum – und können das Obst ernten oder sich eine Bank darunter stellen. Laut Kommunalreferat käme für das Projekt etwa der Obergrashof (bei Dachau) in Frage.

Neues Müllsystem: Frank will prüfen lassen, ob auch in München eine Gelbe Tonne eingeführt werden soll. "Wir müssen schauen, ob das Münchner Drei-Tonnen-System noch zeitgemäß ist."

Neuer Slogan für die Müllautos: "Ihr Abfall – unsere Verantwortung" steht heute auf den orangenen Lastern. "Das ist nicht mehr zeitgemäß", sagt Frank. "Schließlich muss jeder einzelne sich Gedanken machen, wie er den Müll reduzieren kann." Deshalb arbeite man an einem neuen Spruch.

Zweites Jahr dürfte komplizierter werden

Franks zweites Jahr dürfte so oder so unruhiger werden als das erste, schließlich nimmt der OB-Wahlkampf so richtig Fahrt auf. Sie wird auf jeden Fall weiter viele Fotos machen. Yoga gibt es bald auch an der Großmarkthalle, kündigte sie gestern an. Schon wieder ein Anlass, um übers ganze Gesicht zu strahlen.

Lesen Sie hier: Münchens OB-Kandidatinnen haben ein Bekanntheitsproblem

 

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