Düsseldorf-Trainer im AZ-Interview Uwe Rösler: "Lewandowski würde gut nach England passen"

Uwe Rösler gastiert am Samstag mit Fortuna Düsseldorf beim FC Bayern. Foto: Torsten Silz/dpa

Düsseldorfs Trainer Uwe Rösler spricht im Interview mit der AZ über den Stürmer des FC Bayern, das Duell am Samstag und seine Karriere bei Manchester City: "Meine Heimat, da zieht es mich immer wieder hin."

 

AZ-Interview mit Uwe Rösler: Der 51-jährige frühere Bundesliga-Stürmer ist seit Januar 2020 Cheftrainer bei Fortuna Düsseldorf, mit der er am Samstagabend beim FC Bayern gastiert (18.30 Uhr/Sky und im AZ-Liveticker).

AZ: Herr Rösler, Sie haben sich nach dem 2:1-Sieg gegen Schalke gesagt, dass auch gegen den FC Bayern etwas möglich sei für Fortuna Düsseldorf. Wie sieht Ihr "Schlachtplan" gegen die Münchner aus?
UWE RÖSLER: Als Trainer sollte man immer optimistisch sein – gerade dann, wenn man sechs Spiele in Folge ungeschlagen ist und sehr guten Fußball gezeigt hat. Das erwarten unsere Fans auch. In der vergangenen Saison ist Fortuna beim 3:3 in München eine Überraschung gelungen. Wir sind klarer Außenseiter, müssen aber an unsere kleine Chance glauben. Die Psyche spielt eine große Rolle im Fußball. Wir haben ein, zwei Ansatzpunkte, wie wir die Bayern packen können.

Und zwar?
Das werde ich vorab nicht verraten. Generell muss man sagen, dass Bayern sehr gut aus der Corona-Pause gekommen ist, viele Tore schießt und Spielfreude pur zeigt. Man sieht sie lachen auf dem Platz.

Rösler: Lewandowski? Bayern kann sich glücklich schätzen

Schauen Sie, der Ex-Stürmer, Robert Lewandowski besonders gern zu?
Er ist ein super Spieler. Die Bundesliga kann sich glücklich schätzen, dass der FC Bayern es geschafft hat, ihn zu halten. Ich könnte ihn mir in jeder Liga der Welt vorstellen, er würde auch gut zu einem Top-Klub nach England passen, ebenso nach Spanien.

Sie persönlich haben eine Münchner Vergangenheit: 2002 sind Sie sechs Monate für die SpVgg Unterhaching in der 2. Liga aufgelaufen.
Ich freue mich sehr auf München. Ein super Ort. Ich habe damals mit meiner Familie in Otterfing gewohnt. Mit Unterhaching haben wir den Klassenerhalt leider nicht geschafft, aber es war insgesamt eine sehr gute Erfahrung. Meine Frau, meine Kinder und ich sind Naturmenschen, wir haben die Gegend rund um München mit dem Tegernsee, Garmisch-Partenkirchen und den Bergen sehr genossen.

Ihre erfolgreichste Zeit als Spieler hatten Sie zuvor bei Manchester City zwischen 1994 und 1998. Sie sind dort zur Legende geworden.
Viele Leute fragen mich, nachdem ich lange in Deutschland und Norwegen gelebt habe: "Uwe, wo ist dein Zuhause?" Und dann sage ich: "Manchester ist mein 'spiritual home', meine echte Heimat, ganz klar." Da zieht es mich immer wieder hin.

Rösler: Interesse an der Bundesliga war noch nie so groß

Blicken die Engländer aktuell eigentlich ein wenig neidisch auf die Bundesliga, weil die Premier League noch Pause macht?
Nicht nur in England, sondern in vielen Teilen der Welt ist eine große Bewunderung da, wie schnell die Bundesliga wieder begonnen hat. Das Konzept funktioniert. Die Liga hat jetzt weltweit eine riesige Chance, sich zu präsentieren. Sie ist die einzige Top-Liga, in der gespielt wird. Das Interesse war noch nie so groß. Es ist eine einzigartige Gelegenheit.

Wie sehen Sie das Niveau der Bundesliga im Vergleich zur Premier League?
Ich war immer ein Freund des englischen Fußballs, mein Herz gehört der Premier League. Sie ist eine Weltliga, in der viele der besten Spieler und Trainer arbeiten. Es gibt natürlich Ausnahmen wie den FC Bayern, Juventus Turin, Paris Saint-Germain, Real Madrid oder den FC Barcelona, aber von der Ausgeglichenheit her und ihrer Qualität ist die Premier League einzigartig. Ich bin jetzt allerdings sehr glücklich, bei der Fortuna, in meinem Geburtsland, die Chance bekommen zu haben, mich in der Bundesliga zu messen. Das war immer mein Ziel.

Welchen Stellenwert würde der Klassenerhalt mit Fortuna in Ihrer Karriere einnehmen?
Ich hatte in 16 Jahren Trainerlaufbahn einige Herausforderungen und habe die Fortuna auf Platz 18 übernommen. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen würden, egal wie, wäre das eine der größten Leistungen in meiner Trainerkarriere. Das geht aber nur zusammen – mit dem gesamten Trainer- und Funktionsteam, das eine super Arbeit leistet, und den Spielern. Für uns alle wäre es eine richtig geile Sache.

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