Drittes Derby in vier Wochen TSV 1860: So möchte Köllner den Tabellenzweiten Ingolstadt knacken

Unter Michael Köllner hat sich der TSV 1860 wieder stabilisiert. Foto: sampics/Augenklick

Vor dem dritten Derby in vier Wochen, diesmal beim FC Ingolstadt, sagt der Löwen-Trainer: "Wir werden uns mächtig strecken müssen." Lex und Rieder fallen aus, Bekiroglu und Gebhart sind "wieder topfit".

 

München - Schwer, schwerer, Schanzer: Nach dem FC Bayern II, der SpVgg Unterhaching und Sonnenhof Großaspach kommt auf den TSV 1860 in der Amtszeit des neuen Trainers Michael Köllner nun der bisher härteste Brocken zu. "Ingolstadt steht auf dem zweiten Tabellenplatz, sie performen und punkten konstant", erklärt Trainer Köllner vor dem dritten der drei Derbys in vier Wochen.

In Sachen Emotionalität, Fan-Fieber und Nähe kann die Fahrt des TSV 1860 am Montag zum FC Ingolstadt 04 (19 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) aber nicht mit den prestigeträchtigen Duellen mit den kleinen Bayern oder den Hachinger Vorstädtern mithalten. Aber, so Köllner: "Es ist ein bayerisches Derby, der Gegner hat eine große Wucht. Es wird eine große Herausforderung für uns, diese Wucht im Keim zu ersticken. Ingolstadt ist schon eine Hausnummer."

Zwei Spitzen auch gegen Ingolstadt

Eine Nummer zu groß soll der FCI selbstredend nicht sein. Köllners Ansage: "Wir werden uns mächtig strecken müssen." Strecken für die Schanzer. Fünf Spiele, drei Siege und zwei Remis: Sechzig und der FCI haben in den vergangenen Spielen dieselbe Bilanz. Insgesamt zeigt sich das Team von Trainer Jeff Saibene recht zielstrebig auf dem Weg dorthin, wo es hergekommen ist: Mit Ausnahme einer "kleinen Krise im Sommer" (Zitat Köllner) mit drei Pleiten in Serie hat der Zweitliga-Absteiger meist gut ausgesehen und schon 33 Punkte gesammelt.

Mit 35:20 Toren offensiv wie defensiv eine starke Bilanz. "Wir werden auch schlitzohrige Spieler brauchen, die Brust muss raus", fordert der 49-jährige Chefcoach von seinen noch ungeschlagenen Köllner-Löwen. Der Anführer wird einmal mehr Sascha Mölders heißen. Er wird auch bei Favorit Ingolstadt von Prince Owusu flankiert, denn: "Entscheidend war für mich, mit zwei Spitzen zu spielen. So hat Mölders eine zweite zentrale Kraft, damit sich der Gegner nicht auf ihn allein konzentrieren kann."

Niemann fehle noch "das Fundament" für regelmäßige Einsätze

Dahinter stehen in Sechzigs Startelf aber noch einige Fragezeichen. Der so formstarke, aber verletzte Stefan Lex wird "Stand heute" gegen seinen Ex-Klub "nicht spielen" können. Junglöwe Noel Niemann, zuletzt Startelf-Debütant, fehle noch etwas "das Fundament" für regelmäßige Einsätze.

Und dann ist da noch Tim Rieder. "Jetzt ist sicherlich ein Thema, wie wir ihn ersetzen", so Köllner. Der Coach nennt Verteidiger Aaron Berzel, der eine Gelb-Sperre abgesessen hat und auch auf der Sechs auflaufen könne. Zudem erklärt Köllner auf AZ-Nachfrage, dass Efkan Bekiroglu und Timo Gebhart "wieder topfit" seien. Was Spielstärke und Taktik anbelangt, sieht Köllner Parallelen zwischen Ingolstadt und Haching: "Ich denke, es ist eine ähnlich starke Mannschaft wie Haching. Die Spielvereinigung hatte mit Dominik Stroh-Engel einen wuchtigen Typen vorne drin, bei Ingolstadt ist es Stefan Kutschke. Es könnte ein ähnliches Spiel auf uns warten." 

Köllner sieht Aufwärtstrend bei den Löwen

Geht es nach den Giesingern, auch mit einem ähnlichen Ausgang wie beim 3:2. Gut möglich, dass es trotz aller Vorsätze eine Pleite beim Zweiten hagelt. "In unserer Entwicklung wird es die ein oder andere Delle geben", sagt Köllner. Trotz des überflüssigen Überzahl-Remis vergangene Woche sieht der Berufsoptimist aktuell den Aufwärtstrend: "Es ist eine Frage der Perspektive. Natürlich war das 1:1 ärgerlich, aber wir haben nun in vier Spielen acht Punkte Abstand auf die Abstiegsplätze gewonnen – auch einen Konkurrenten wie Großaspach haben wir so auf Distanz gehalten."

Dennoch sei weiterhin "Demut" gefragt beim TSV. Sollten sich die Sechzger in Ingolstadt vergeblich strecken, rückt der harte Boden der Tatsachen – tiefere Gefilde in der Tabelle – ganz von alleine wieder näher.

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