Dritte Liga am Samstag TSV 1860: Riesen-Aufgabe KSC - doch zwei Löwen machen Hoffnung

Löwen unter sich: Prince Osei Owusu, Sascha Mölders und Efkan Bekiroglu (v.li.). Foto: imago/Lackovic

Rechtzeitig zum Schlager gegen den Karlsruher SC sind mit Stürmer Sascha Mölders und Spielmacher Efkan Bekiroglu zwei wichtige Löwen beim TSV 1860 wieder dabei.

 

München - Zittern oder jubeln? Bangen bis zum Schluss – oder Nichtabstiegs-Party? Der TSV 1860 hat am Samstag den nächsten Matchball im Kampf um den Klassenerhalt – doch die Herausforderung könnte größer kaum sein.

Kampfansage von Daniel Bierofka

"Gegen den KSC zu verlieren, ist nicht ganz unmöglich. Aber wir werden es ihnen so schwer wie möglich machen", erklärt jener Mann, der die Sechzger am Samstag gegen den Karlsruher SC (13.15 Uhr, live in der ARD, bei Magenta Sport und im AZ-Liveticker) zum Sieg coachen soll: Daniel Bierofka.

"Es ist eine schöne Situation, weil zwei Traditionsvereine in unterschiedlichen Ausgangspositionen aufeinandertreffen", sagte der 40-Jährige über die beiden (schwächelnden) Schwergewichte des deutschen Fußballs: "Für den KSC geht es noch um den Aufstieg, also haben sie Druck. Wir müssen Punkte sammeln, um nicht noch weiter unten rein zu rutschen." Sechzig, seit vier Spielen ohne Sieg und zuletzt mit drei Pleiten ohne Torerfolg, müsse "Ausstrahlung und Persönlichkeit" zeigen. Wie gut, dass zwei entscheidende Löwen wieder auflaufen können.

Sascha Mölders wieder an vorderster Front

An vorderster Front wäre da der Mann, dessen Gelb-Sperre abgelaufen ist: Sascha Mölders. Zwar schon 34 Jahre alt, aber: Ex-Bundesligastürmer, Malocher, Mentalitätsmonster. "Sascha hat eine unglaubliche Präsenz, wenn er auf den Platz geht. Bevor der verliert, unternimmt er alles, um das zu verhindern. Er stemmt sich gegen schwierige Situationen", weiß Bierofka und fordert: "Die Mannschaft muss sich einfach hochziehen an solchen Spielern." Mölders, der Herz-Löwe.

Dann wäre da noch ein Mann, der zumeist hinter Mölders agiert – und zuletzt wegen seiner Spuckattacke im Spiel gegen Eintracht Braunschweig (1:1) zuschauen musste: Efkan Bekiroglu. "Er gibt uns diesen Tick mehr Kreativität", beschreibt Bierofka und bezeichnet den Deutsch-Türken als "Straßenfußballer", denn: "Er hat einen anderen Weg gewählt als ein Nachwuchsleistungszentrum. Er hat den Weg genommen über die Bezirksliga, über die Regionalliga mit dem FC Augsburg."

Wie sich das äußert? "Auf gut Bairisch kann man sagen: Er scheißt sich nix, wenn er auf den Platz geht. Er will immer den Ball haben, immer was probieren. Als Übergangsspieler ist er für uns nicht zu ersetzen, deshalb hat er uns sehr gefehlt." Bekiroglu, der Kreativ-Kopf.

Mit Mölders und Bekiroglu, mit Sechzigs Herz und Hirn, ist der Tabellen-Zehnte (44 Punkte) eine Klasse besser. Ob sich da der Ausfall des gelb-gesperrten Kapitän Felix Weber verschmerzen lässt? Bierofka baut wohl auf Jan Mauersberger, wie Mölders routinierter Recke und nach wie vor ein Führungsspieler, wenngleich von Leih-Löwe Simon Lorenz verdrängt, oft verletzt und zuletzt von einem Muskelfaserriss erneut zurückgeworfen.

TSV 1860: Jan Mauersberger vor Einsatz

"Gegen Halle war es noch zu früh, aber ich denke, er ist jetzt soweit", so Bierofka über den 1,94 Meter großen Hünen. Mauersberger, der Abwehr-Turm. So soll der scheinbar übermächtige KSC, ein "sehr motivierter und offensivstarker Gegner", in die Knie gezwungen werden. Sechzigs Plan laut Bierofka: mit dem Ex-Löwen-Duo Marvin Pourié (19 Treffer) und Anton Fink (13) wiederum "dem KSC das Herz zu nehmen".

Apropos Plan: Zu Sechzigs Zukunftsstrategien wolle er keine Stellung nehmen. Bierofka ironisch: "Über Pläne rede ich sowieso nicht mehr, denn die werden jedes halbe Jahr wieder umgeschmissen. Da gebe ich mich gar keinen Illusionen mehr hin." Vielmehr zählt die Realität – und die heißt erstmal KSC.

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