Doch nicht jeder ist begeistert In Trudering: Ein neues Viertel für 30.000 Bewohner

Rechts zu sehen ist das Gelände des Rennvereins Riem, links in der Mitte ein Teil des Golfplatzes. Foto: gm

Der Bezirksausschuss Trudering findet manche Aspekte der "Städtebaulichen Entwicklungsmaßname" gut. Andere weniger.

 

Trudering - Die Stadt hat viel vor mit den 600 Hektar freie Fläche zwischen Johanneskirchen, Daglfing, Riem und Stadtgrenze: Ein neues Viertel für 30.000 Bewohner soll entstehen, dazu 10.000 Arbeitsplätze und die nötige Infrastruktur.

Stadtteilpolitiker und Bauern äußerten Kritik

Damit die Grundstückspreise ob dieser Idee nicht in astronomische Höhen schnellen, wird seit sechs Jahren die Ausweisung einer "Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme" - kurz: SEM - geprüft. Die würde die Bodenpreise einfrieren, was nicht allen gefällt. Heftige Kritik gab es von Stadtteilpolitikern und Bauern. Der Daglfinger Bauer Hans Oberfranz kritisierte, dass niemand mit den Bürgern geredet habe. "Die SEM ist ein Mittel, wenn man sich mit den Eigentümern nicht einigen kann. Wir sind aber alle kooperationsbereit!" Auch im Münchner Norden hatte die Stadt eine SEM erwogen, diese aber nach heftigen Bürgerprotesten ad acta gelegt.

Die drei Siedlungsvarianten mit dichter, hoher Bebauung, die das Planungsreferat vorgelegt hatte, stießen auf Ablehnung. Nun sollen sich Architekten in einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb die Köpfe zerbrechen. Der Ausschreibungs-Entwurf wurde in den beiden betroffenen Bezirksausschüssen (BA) diskutiert. Bogenhausen will seine Stellungnahme im November abgeben, Trudering hat seine schon fertig.

Grüne: U-Bahn-Verlängerung essenziell, aber verfrüht

Positiv findet das Gremium, dass die Verlängerung der U4 bis Messestadt West "als gesetzt angenommen wird". So nahm dies auch der Unterausschuss (UA), der die Stellungnahmen der Fraktionen detailliert diskutierte, einstimmig zur Kenntnis. Doch im Plenum scherten die Grünen, die im UA fehlten, aus: Der U4-Endbahnhof solle in der Mitte des neuen Siedlungsgebiets liegen, von dort wünsche man Trams zur Cosimastraße und Richtung Zamdorf/Berg am Laim, erklärte Regina Schreiner. Das kam so rüber, als seien die Grünen gegen die U-Bahn bis Messestadt-West. (Lesen Sie auch: Völlig überlastet - München droht der U-Bahn-Kollaps!)

Am nächsten Tag stellte Grünen-Stadtrat Herbert Danner klar: "Auch wir sehen die U-Bahn-Verlängerung als essenziell an, finden sie heute aber verfrüht". Man wünsche eine zweite Planungsvariante mit Endstation im Wohngebiet und Verlängerungs-Option. Weil mit Inbetriebnahme der Kurzversion nicht vor 2037 zu rechnen sei, "wollen wir als schnellere ÖPNV-Variante Trambahnen".

Dies lehnte der BA aber ebenso ab wie den Vorstoß der Grünen, keine Bebauung auf dem Gelände des Rennvereins Riem zuzulassen. "Die ist für den Verein essenziell, sonst kann er nicht überleben", erklärte Maren Salzmann-Brünjes (SPD). Das Gremium fordert zudem, die Siedlung an die A94 anzubinden, keinen Zusatzverkehr auf dem Schatzbogen, eine Straße Richtung Osten nach Dornach/Aschheim sowie genügend Schulen und Kitas.

 

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