Unterwegs in der Messestadt in München-Riem: Quadratisch, praktisch - gut?

Sigi Müller erkundet die Messestadt in Riem und findet: Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht.
| Sigi Müller
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Die Messestadt von oben.
Sigi Müller 5 Die Messestadt von oben.
Im Zentrum des Viertels: das Einkaufszentrum, die Riem Arcaden.
Sigi Müller 5 Im Zentrum des Viertels: das Einkaufszentrum, die Riem Arcaden.
Das Gebäude sieht ein bisschen aus wie ein Hotel in Südeuropa, nur anstatt Meer gibt’s nur den Messesee in der Nähe.
Sigi Müller 5 Das Gebäude sieht ein bisschen aus wie ein Hotel in Südeuropa, nur anstatt Meer gibt’s nur den Messesee in der Nähe.
Sitzgelegenheiten und Bäume – etwas steril, aber eingewachsen.
Sigi Müller 5 Sitzgelegenheiten und Bäume – etwas steril, aber eingewachsen.
Auch grün gibt es: die Birkenallee am Rande eines Parks.
Sigi Müller 5 Auch grün gibt es: die Birkenallee am Rande eines Parks.

Riem - Geht man durch die alten, gewachsenen Münchner Viertel wirkt vieles eher zufällig, wie hineingewürfelt. Natürlich hat man nicht zufällig an dieser oder jener Stelle ein Haus gebaut, mal eben eine Straße – aber manche Stadtteile wirken so. Hier ein Laden, da eine Werkstatt, ein Wohnhaus, eine kleine Firma. Das Ganze hat sich halt in vielen, vielen Jahren entwickelt. Und fertig ist es nie.

Schaut man sich aber die Messestadt Riem von oben an, sieht man einen quadratischen Block, und alles wirkt, wie am Reißbrett entstanden. Integriert ist Wohnen, Schule, Kindergarten, Kirchen und die Riem Arcaden, das große Einkaufszentrum. Alles funktionell. Alles quadratisch, praktisch – aber auch gut?

Die Messestadt ist eine Retortenstadt

Die Riem Arcaden versorgen die Messestadt mit allem, was die dort lebenden Menschen brauchen. Aufgebaut ist es ähnlich wie das OEZ und das PEP: Geschäfte, Lokale, alles drin, alles dran.

Die Messestadt ist halt eine Retortenstadt. Gebaut auf dem Gelände des alten Münchner Flughafens, angegliedert an die Messe München mit einem großen Freizeitpark mit Spielplatz und Badesee, entstanden durch die Buga 2005.

Kann das Ganze denn funktionieren? So sehr ich mich auch bemühe: Es ist nicht so, wie man ein gewachsenes Viertel kennt. Aber ungemütlich ist es auch nicht. Mittlerweile sind die Bäume und Büsche groß geworden, das Ganze ist gut eingewachsen. Es gibt großzügige Innenhöfe, Sitzgruppen zwischen den Gebäuden. Alles ist modern, geradlinig, ein bisschen steril, ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Eine kleine Gruppe Birken trennt den Kommerz von der Geistlichkeit. Nach dem Platz der Menschenrechte, vorbei an den Kirchen, trifft man auf den angrenzenden Park. Birkenalleen, wilde Farne am Boden, Wiesenflächen und der Messesee.

Alles in allem ungewöhnlich, aber gelungen. Ich denke, wer hier wohnt, kann sich wohlfühlen. Kinder können spielen, es gibt keine weiten Wege zum Kindergarten oder den Schulen. Wer dann noch im angrenzenden Gewerbegebiet Arbeit findet, hat wirklich das große Los gezogen.

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Ihr Sigi Müller

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