Die Stadtviertel ergrünen Kommunalwahl in München: Grüne gewinnen große Mehrheit der Bezirksausschüsse

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Grüne Schneise durch München. Welche Partei die meisten Stimmen bei der Bezirksausschusswahl bekommen hat, zeigt diese Karte. Foto: AZ/ho

Bei der Kommunalwahl legen die Grünen in jedem Münchner Stadtbezirk zu. Und fast überall sind sie stärker als die SPD. Die Sozialdemokraten können zwei Hochburgen halten – eine davon nur knapp.

 

München - Den Erfolg der Grünen bei der BezirksausschussWahl sieht man auf der Grafik auf den ersten Blick: Eine grüne Schneise zieht sich durch die gesamte Stadt.

Bitter für die SPD: In fast allen Stadtbezirken, in denen die Sozialdemokraten vorher stärkste Kraft waren, wurden sie von den Grünen übertrumpft. Moosach und Milbertshofen-Am Hart sind die letzten SPD-Hochburgen in der Stadt geblieben. Letzterer Bezirk allerdings ganz knapp.

Denn die SPD hat hier 28,2 Prozent der Stimmen bekommen (Wahl 2014: 40,3 Prozent), die Grünen konnten 28,1 Prozent ergattern (2014: 14,6 Prozent).

Maxvorstadt: Grüner Spitzenreiter

Die meisten Stimmen haben die Ökos in der Maxvorstadt (48,2 Prozent), in der Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt (45,5 Prozent) und in ObergiesingFasangarten (45 Prozent) erhalten. An Stimmen zugelegt haben sie in jedem Bezirk. Sehr starke Zuwächse gab es zum Beispiel in Untergiesing-Harlaching (von 23,8 Prozent 2014 auf 42,1 Prozent), in Laim (von 21,7 auf 39,6 Prozent) und in Feldmoching-Hasenbergl (von 13 auf 21,4 Prozent).

In Feldmoching ist die CSU allerdings noch immer stärkste Kraft. Die Christsozialen haben hier 32,4 Prozent der Stimmen für sich gewinnen können (2014: 45,5 Prozent).

CSU verliert besonders in Hadern

Auch die CSU musste an die Grünen abgeben. Allerdings nur in zwei Stadtbezirken: Altstadt-Lehel (Grüne: 40,4 Prozent, CSU 27,1 Prozent) und in Pasing-Obermenzing (Grüne: 34,4 Prozent, CSU: 31,2 Prozent).

Während die Grünen in jedem Stadtbezirk aufgeholt haben, haben CSU und SPD ausnahmslos in jedem Stadtviertel Verluste zu verzeichnen. Die CSU hat die größten Einbußen von zehn Prozent oder mehr in Hadern (36,4 Prozent, 2014: 47,4 Prozent), AubingLochhausen-Langwied (37,9 Prozent, 2014: 48,1 Prozent), Allach-Untermenzing (38,1 Prozent, 2014: 53,6 Prozent), Feldmoching-Hasenbergl (32,4 Prozent, 2014: 45,5 Prozent) und Laim (25,1 Prozent, 2014: 37,2 Prozent) erleiden müssen.

Blassrote Schwanthalerhöhe

Auch die SPD muss durchweg Verluste verkraften. Mit am meisten auf der Schwanthalerhöhe. Hier hat sie 2014 noch 39,8 Prozent der Stimmen bekommen, heuer waren es mit 19,5 Prozent der Stimmen nur noch halb so viele.

Bezirksausschuss ist nicht der Stadtrat

Interessant ist auch: Die Münchner haben teils sehr unterschiedlich bei der Bezirksausschuss- beziehungsweise Stadtratswahl abgestimmt. Während die Grünen bei der BA-Wahl in Pasing-Obermenzing stärkste Kraft geworden sind, hat bei der Stadtratswahl die CSU in dem Bezirk gewonnen. Ebenso verhielt es sich in Thalkirchen-ObersendlingFürstenried-Forstenried-Solln. Und während in Moosach die SPD bei der BA-Wahl die stärkste Partei war, gingen aus Moosach bei der Stadtratswahl die meisten Stimmen an die CSU.

"Das Ergebnis ist einfach nur großartig"

Vor allem die Grünen haben euphorisch auf ihr Ergebnis reagiert. Im sozialen Netzwerk Facebook schreiben sie: "Unser Stadtrats-Ergebnis war schon klasse, die Ergebnisse der Bezirksausschusswahl sind einfach nur großartig: In 15 von 25 Stadtbezirken sind wir stärkste Kraft geworden – ein Rekordergebnis." Münchens Grünen-Chefin Gülseren Demirel sagt zu dem Ergebnis: "In den vergangenen Jahren haben die Grünen Fraktionen in den Bezirken hoch engagierte politische Arbeit geleistet. Dieses Wahlergebnis ist der Lohn dafür."

ÖDP verdoppelt sich

Doch es gibt noch eine Partei, die sich über ihr Ergebnis bei den BA-Wahlen besonders freut: die ÖDP. Von der heißt es: "Es ist großartig! Wir sind mit 24 Mandaten in 17 von 24 Bezirksausschüssen in München vertreten." Die ÖDP konnte ihr Ergebnis von 2014 damit nahezu verdoppeln.

AfD in 14 Bezirken

Die AfD zieht ebenfalls in die Bezirksausschüsse ein. Sie wird künftig in 14 Bezirken vertreten sein. Und in immerhin zehn Bezirken werden künftig auch die Linken in den BAs mitmischen.


Die Münchner Bezirksausschüsse und ihre Gewinner (in Prozent) im Überblick:

  • BA1, Altstadt-Lehel: Grüne (40,4)
  • BA2, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt: Grüne (45,5)
  • BA3, Maxvorstadt: Grüne (48,2)
  • BA4, Schwabing-West: Grüne (40,9)
  • BA5, Au-Haidhausen: Grüne (47,7)
  • BA6, Sendling: Grüne (44,9)
  • BA7, Sendling-Westpark: Grüne (35,5)
  • BA8, Schwanthalerhöhe: Grüne (45,9)
  • BA9, Neuhausen-Nymphenburg: Grüne (39,2)
  • BA10, Moosach: SPD (29,2)
  • BA11, Milbertshofen-Am Hart: SPD (28,2)
  • BA12, Schwabing-Freimann: Grüne (37,6)
  • BA13, Bogenhausen: CSU (35,6)
  • BA 14, Berg am Laim: CSU (29,7)
  • BA 15, Trudering-Riem: CSU (36,5)
  • BA 16, Ramersdorf-Perlach: CSU (31,7)
  • BA 17, Obergiesing-Fasangarten: Grüne (45)
  • BA 18, Untergiesing-Harlaching: Grüne (42,1)
  • BA 19, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln: Grüne (32)
  • BA 20, Hadern: CSU (36,4)
  • BA 21, Pasing-Obermenzing: Grüne (34,4)
  • BA 22, Aubing-Lochhausen-Langwied: CSU (37,9)
  • BA 23, Allach-Untermenzing: CSU (38,1)
  • BA 24, Feldmoching-Hasenbergl: CSU (32,4)
  • BA 25, Laim: Grüne (39,6)

Die Wahlbeteiligung zur Wahl der Bezirksausschüsse betrug 49,2 Prozent.

Grafik: Die Ergebnisse der Stadtratswahl

Lesen Sie hier: Kleine Parteien im Münchner Stadtrat - Die Pläne der Einzelkämpfer

 

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