Die Bundesliga-Riesen im Vergleich BVB viel weiter: Wo der FC Bayern hinterherhinkt

Sportdirektoren unter sich: Hasan Salihamidzic (2.v.li.) vom FC Bayern und Michael Zorc vom BVB (2.v.re.). Foto: imago/Thomas Bielefeld

Der BVB versprüht Lust auf die neue Bundesliga-Saison, während bei Meister FC Bayern viel gehadert wird. Die AZ erklärt, wo Dortmund weiter ist.

 

München - In der Bundesliga läuft alles auf einen verschärften Meisterschaftskampf zwischen dem FC Bayern und dem BVB hinaus.

Während in München jedoch viele Fragen offen sind, zum Beispiel, ob noch ein Außenangreifer kommt oder ob der Rekordmeister noch einen Sechser verpflichten kann, wirkt das Handeln der Borussia seit dem verlorenen Finale der vergangenen Saison zielgerichteter. 

1. Beim BVB steht die Mannschaft - in München nicht

Paco Alcácer, Thorgan Hazard, Nico Schulz, Julian Brandt und nicht zuletzt Mats Hummels - 127,5 Millionen Euro investierten die Westfalen, um ihr Team schnellstmöglich zu komplettieren. Brandt soll als Flügelspieler den abgewanderten Christian Pulisic (FC Chelsea) ersetzen, Nationalspieler Schulz der linken Abwehrseite Kontinuität und Stabilität verleihen. 

Alcácer wurde nach starker Saison mit 18 Liga-Toren in 26 Spielen fest verpflichtet, der jüngere der brillanten Hazard-Brüder ist künftig zweiter (oder doch erster?) Stürmer. Sollte der BVB sich jetzt auch noch Mario Mandzukic (Juventus Turin) sichern, wäre der Kroate ein Schmankerl obendrein. Das einzige Problem: Aktuell ist der Kader mit 34 (!) Mann noch zu groß.

Der Kader des FC Bayern umfasst dagegen nur 17 Spieler, ist somit halb so groß. In der Abwehr muss sich zeigen, wann Lucas Hernández aus seiner Reha zur Mannschaft stößt, und ob Benjamin Pavard dem Rekordmeister wirklich gewachsen ist. Eigentlich wollen Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic noch einen Sechser, doch dieser findet sich seit Wochen nicht.

Im Sturm fehlen derweil ein adäquater Back-up für Superstar Robert Lewandowski sowie ein dringend benötigter dritter Außenangreifer als Ergänzung zu Kingsley Coman und Serge Gnabry. Da James nicht in München bleiben wollte, dürfte Thomas Müller für die Position hinter der Spitze vorgesehen sein. Fazit: Die Mannschaft ist - auch auf lange Sicht - längst nicht komplett.

2. BVB hat Erfahrung hinzugewonnen - Bayern verloren

Dortmunds Michael Zorc nannte Hummels den "besten deutschen Innenverteidiger". Ex-BVB-Coach Jürgen Klopp pflichtete loyal bei. Was die Borussia dazugewonnen hat, hat der FC Bayern verloren: einen Strategen, einen Lautsprecher, einen Anführer. Und vor allem richtig viel Erfahrung. Schließlich stehen in München, man mag es kaum wahrhaben, seit 1. Juli auch nicht mehr Arjen Robben (35 Jahre) und Franck Ribéry (36) unter Vertrag.

Hummels bekam in Dortmund sogleich die Kapitänsbinde in Vertretung von Marco Reus, damit steht die Leader-Achse zwischen dem Angreifer, Mentalitätsmonster Thomas Delaney und Hummels. Bei den Bayern läuft vieles auf das Anführer-Dreigestirn Manuel Neuer, Joshua Kimmich und Robert Lewandowski hinaus. Zumindest hier sind beide Rivalen gleich auf.

3. BVB hat Vielfalt in der Offensive - Bayern nicht

Borussia Dortmund hat vor allem eines, was die Münchner herbeisehnen: einen neuen Flügelstürmer. Die Auswahl in der Offensive ist geradezu ein Luxusproblem. Alcácer, Hazard, Mario Götze - gleich drei Spieler können als Spitze agieren. Eine mögliche Verpflichtung von Mandzukic nicht miteinbezogen. Beim FC Bayern wirkt es dagegen, als sei ein Szenario nicht durchgespielt: Dass sich der unersetzliche Lewandowski nicht doch mal ernsthaft verletzen könnte.

Gleiches gilt für die Außen: Was, wenn der verletzungsanfällige Kingsley Coman ausfällt, oder Serge Gnabry? Dann wird es eng mit den taktischen Möglichkeiten!

4. Beim BVB stimmt die Ansprache - bei Bayern nicht

"Wir wollen Deutscher Meister werden!" Sagte Spielführer Reus zu einem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung. Endlich länger verletzungsfrei wirkt der deutsche Nationalspieler selbstsicher wie nie. Die Ansprache stimmt! Bei den Bayern wird aktuell dagegen vielmehr gehadert. Neuer, Kimmich, Lewandowski - sie alle reden über den Champions-League-Sieg.

Doch dieser dürfte mit der aktuellen Mannschaft eine Mammut-Aufgabe werden. Die Meisterschaft dagegen fällt mit keiner Silbe, oder wird nur stiefmütterlich benannt. Während die Bayern-Stars von der Königsklasse träumen, laufen sie Gefahr das "Tagesgeschäft" (Karl-Heinz Rummenigge) aus den Augen zu verlieren. Und der BVB - und wohl auch RB Leipzig - warten nur auf einen Ausrutscher der Münchner.

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