Der Plan im "Reich der Mitte" FC Bayern: Uli Hoeneß wünscht sich Chinesen in Profi-Mannschaft

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat über die China-Pläne des Vereins gesprochen. Foto: Wu Hong/EPA/dpa, Matthias Balk/dpa, AZ-Montage

Der scheidende Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat in einem Interview auch über die China-Pläne des deutschen Rekordmeisters gesprochen. Seine Wunschvorstellung: Ein chinesischer Spieler bei den Profis.

 

München - Der FC Bayern expandiert bereits seit einigen Jahren nach China – auch die Verantwortlichen wissen natürlich, dass der Markt im "Reich der Mitte" in Zukunft an Relevanz deutlich zunehmen wird.

Im Sommer 2015 und 2017 tourten die Münchner durch Asien und machten dabei natürlich auch in China Halt. Präsenz zeigen, nahbar für die Fans sein – so lautete die Devise. Der Plan war erfolgreich: Bei öffentlichen Trainingseinheiten und Testspielen waren Hunderte, teils gar Tausende Anhänger anzutreffen, die ihre Bayern sehen wollten. Daneben kamen natürlich auch PR-Termine nicht zu kurz, um sich auf dem hart umgekämpften Markt in China fest- und durchzusetzen. Mittlerweile gibt es auch ein eigenes FC-Bayern-Büro in Shanghai, um vor Ort schneller reagieren zu können.

Was die digitale Aktivität in China betrifft, landete der FC Bayern in einem entsprechenden Ranking, dem "China Digital Football Index 'Red Card'", auf dem zweiten Platz hinter Real Madrid. Damit ist der deutsche Rekordmeister nur einer von zwei Clubs, die auch im achten Jahr hintereinander in den Top 3 standen.

FC Bayern: Warten auf den China-Coup

Im Gespräch mit dem Finanzmagazin "Euro am Sonntag" hat sich der scheidende Bayern-Präsident Uli Hoeneß nun zu den China-Plänen des Rekordmeisters geäußert. Sein großer Wunsch: Ein Chinese, der es in die Profi-Mannschaft packt. "Das Potenzial ist nur zu einem Bruchteil ausgeschöpft. Stellen Sie sich nur einmal vor, wir würden einen chinesischen Spieler finden, der bei uns in der ersten Mannschaft spielen könnte", so Hoeneß im Interview. "Und von den 300 Millionen chinesischen Fußballfans zahlt jeder nur einen Euro, um unsere Spiele zu sehen. Dann würden der Bundesliga an einem Nachmittag 300 Millionen Euro mehr zufließen."

Die Bayern seien zwar nicht krampfhaft auf der Suche nach einem geeigneten Spieler, Hoeneß selbst würde "nachts nicht schweißgebadet aufwachen", jedoch betreibt der Verein einige Anstrengungen, um in Zukunft vielleicht doch einen China-Coup landen zu können. "Wir betreiben mit örtlichen Partnern Fußballschulen und Fußballcamps in China und entsenden Trainer wie Klaus Augenthaler. Irgendwann muss ja mal einer dabei sein", so Hoeneß.

Der FC Bayern ist derzeit mit drei Fußballschulen in China vertreten: Den Start der Asien-Offensive markierte der Oktober 2016, als die Münchner ihre erste Fußballschule in Qingdao eröffneten. Im März 2017 machten die Verantwortlichen offiziell, dass eine neue Einrichtung in Shenzhen entsteht. Die bislang letzte Fußballschule der Bayern wurde im Septmber 2018 in Taiyuan errichtet. Hinzu kommen Partnerschaften wie etwa mit der Tsinghua Universität in der Hauptstadt Peking.

 

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