Debatte über §103 CDU-Politiker verliest "Schmähgedicht" im Bundestag

Detlef Seif verlas das "Schmähgedicht" von Jan Böhmermann im deutschen Bundestag. Foto: Screenshot Youtube/janboehm

Ein CDU-Politiker hat mit seinem Vortrag des "Schmähgedichts" im Bundestag für Empörung gesorgt. Doch der Politiker wollte etwas anderes zum Ausdruck bringen.

 

Berlin - Mit Empörung haben zahlreiche Bundestagsabgeordnete auf einen Redebeitrag ihres CDU-Kollegen Detlef Seif in der Debatte über den Umgang mit dem Satire-Fall Böhmermann reagiert.

Der Jurist aus dem CDU-Kreisverband Euskirchen bei Aachen hatte am Donnerstag in seiner Entgegnung auf Grüne und Linke das komplette "Schmähgedicht" des ZDF-Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgelesen.

Opposition will sofortige Streichung von §103

Die Oppositionsfraktionen hatten zuvor Anträge vorgelegt mit dem Ziel, den sogenannten Majestätsbeleidigungsparagrafen im Zuge der Böhmermann-Affäre umgehend zu streichen - und nicht erst, wie von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angestrebt, im Jahr 2018.

Seif (53), seit 2009 im Bundestag, wollte deutlich machen, dass er die drastische Wortwahl Böhmermanns ebenso missbilligt wie Merkel.

Inzwischen hat der Urheber der "Schmähkritik", Jan Böhmermann, auf Youtube ein Video der Rede von Detlef Seif veröffentlicht. Mit dem provokanten Titel "Bewusst verletzend: Detlef Seif (CDU) beleidigt im Deutschen Bundestag den türkischen Präsidenten" hat der Satiriker das Video publiziert.

 

 

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