Ensemble stellt sich vor Nockherberg-Singspiel: Noch gibt es viele Geheimnisse

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Die Salvator-Schauspieler von links: Florian Fischer, Antonia von Romatowski, Stephan Zinner, Christian Buse, Sina Reiss, Nikola Norgauer und Natalie Hünig. Foto: Sigi Müller

Die Schauspieler des Nockherberg-Singspiels sprechen über "ihre" Politiker, aber nicht alle können überhaupt verraten, wen oder was sie spielen werden.

 

München - Wenn Politiker sich lachend auf die Schenkel klopfen und erklären, das sei jetzt aber "sowas von stark" gewesen, dann ist wieder Starkbierzeit. Die beginnt auch heuer wieder mit der Salvator-Probe von Paulaner am Nockherberg.

Die Schauspieler des Singspiels haben sich am Donnerstag den Fragen der Journalisten gestellt. Aber: Das Thema des Singspiels bleibt bis zur Aufführung am 11. März geheim. Geheim bleibt bis dahin auch, welche Rolle Antonia-Angela Merkel-Romatowski und Allround-Talent Nikola Norgauer spielen werden.

Weil politisch so viel passiert, schreiben Richard Oehmann und Stefan Betz, die heuer das dritte Mal das Singspiel gestalten, den Text ständig um. Noch ist nicht mal klar, wer den CDU-Vorsitz übernimmt – und der Singspiel-Termin fällt in die heiße Wahlkampf-Endphase unmittelbar vor der OB-Wahl.

Hubert Aiwanger: "Er lebt sich in seine Rolle ein"

Florian Fischer (42) spielt wieder Hubert Aiwanger: "Aiwanger hat eine Körpersprache und Mimik und als Niederbayer auch eine Sprache, die mir fremd ist. Ich bin Münchner. Aber diese Herausforderung nehme ich gerne an. Das schwierige daran, einen lebenden Politiker zu spielen, ist, dass man nichts Persönliches einbringen kann. Ich hab ihn ja schon vor einem Jahr gespielt und habe das Gefühl, dass sich Aiwanger nun wohler in seiner Rolle fühlt und sich an seine Aufgaben gewöhnt hat, auch wenn er der Sidekick vom Söder bleibt. Er lebt sich in seine Rolle ein und ich lebe mich in meine Rolle ein."

Markus Söder: "Unterm Jahr ist mir der Söder egal"

Stephan Zinner (45) spielt Markus Söder: "Als ich auf dem Weg hierher war, habe ich überlegt und war mir sicher, dass ich den Söder seit 14 Jahren spiele. Aber jetzt hat mich ein Kollege verunsichert. Wie auch immer, als ich angefangen habe, war der Söder Generalsekretär und der ist traditionell wadlbeißerisch. Mittlerweile ist er ein Staatsmann und seine verständnisvolle Seite ist sehr ausgeprägt. Unterm Jahr ist mir der Söder egal. Ich bin ein normaler Zeitungsleser, da kommt der Söder als Ministerpräsident natürlich vor, aber ich merke nicht auf, wenn ich ‘Söder’ höre. Der Söder ist ein Job. Den Gregor Gysi würde ich mal gerne spielen, aber ich fürchte, den kann ich nicht."

Joker: "Ich kann viele Rollen"

Antonia von Romatowski (43), die bekannt wurde als Angela Merkel, verrät ihre Rolle nicht: "Ich bin der Joker, weil ich in so viele Rollen schlüpfen kann und sich die Politik so rasant verändert. Zuletzt waren ja Röttgen, Merz und das Duo Spahn und Laschet als CDU-Parteichefs im Gespräch. Der Spahn ist zu beschäftigt mit Corona, der Laschet ist wie eine männliche Merkel und der Röttgen ist der Außenseiter. Am liebsten würde ich Friedrich Merz spielen. Das ist nicht unwahrscheinlich, für den WDR habe ich schon Christian Lindner gespielt. Aber kommen Sie mir nicht mit der AKK, die hat sich ja entschieden, nur zu ‘moderieren’."

Norbert Walter-Borjans: "Unscheinbar und sympathisch"

Christian Buse (60) ist zum ersten Mal dabei als Norbert Walter-Borjans: "Mein Bruder Butz Ulrich Buse hat im letzten Singspiel von Marcus Rosenmüller einen Conférencier gespielt. Ich habe kaum Erfahrung darin, lebende Politiker zu spielen. Ich habe nur bei einem kabarettistischen Abend im Tams-Theater Gerhard Schröder gespielt – mit einer Seifenkiste als Flugzeug und dicker Zigarre. Da ist Walter-Borjans schon unscheinbarer, aber er ist eine durchaus sympathische Figur. Ich schätze ihn um seine Verdienste als Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, da hat er Steuersünder- CDs gekauft. Dass ich ihn sympathisch finde, macht es für mich aber nicht einfacher, ihn zu spielen. Im Gegenteil."

Saskia Esken: "Sie ist Knäckebrot"

Natalie Hünig (45) debütiert als Saskia Esken: "Saskia Esken ist nicht leicht zu spielen, die ist Knäckebrot – ziemlich hart. Aber sie hat einen leichten Dialekt und eine kantige Gestik, da kann ich mich drauf stürzen. Mit Norbert Walter-Borjans geht sie gemeinsam durchs Leben – auch im Singspiel. Ich finde die Sachen, die sie sagt, total sympathisch. Das ist das Problem: Denn wer spielt nicht gerne einen Bösewicht?"

Katharina Schulze: "Noch eine Schippe drauflegen"

Sina Reiss (34) ist zum zweiten Mal als Katharina Schulze dabei: "Als ich Katha Schulze nach dem Auftritt auf dem Nockherberg kurz kennengelernt habe, habe ich gemerkt, dass sie noch mehr Energie hat, als ich dachte. Deshalb will ich in diesem Jahr noch eine Schippe drauflegen. Sie ist unheimlich dankbar zu spielen, weil sie eben so energiegeladen und immer gut gelaunt ist. Und wir sind beide Powerfrauen. Das ganze Jahr über habe ich verfolgt, was sie gemacht hat. Sie lief bei meinem Leben mit. Trotzdem muss ich mich jetzt davon freimachen, was ich an ihr mag und was nicht. Denn Katharina Schulze ist eine Rolle wie jede andere auch."

Prominente Figur: "Sie kennen mich auf jeden Fall"

Nikola Norgauer (46), bekannt von den Rosenheim Cops und Dahoam ist Dahoam, gibt sich noch geheimnisvoll, wenn es darum geht, wen sie beim Singspiel auf dem Nockherberg geben wird: "Ich habe bei der Salvator-Probe schon Ursula von der Leyen und die SPD-Frauen Natascha Kohnen und Andrea Nahles gespielt. Ich bin total glücklich darüber, dass ich bisher so viele unterschiedliche Figuren spielen durfte. Diese Abwechslung liebe ich. Ich darf nicht viel sagen, aber ich darf verraten, dass ich schon eine feste Rolle habe. Es ist eine prominente Figur, die Sie auf jeden Fall kennen werden, aber es ist keine Politikerin. Wenn Sie mich aber fragen, welche Politikerin ich mal gerne spielen würde, dann fällt mir schnell Franziska Giffey ein, die bietet auf jeden Fall genügend Material."

Scheuer und Reiter: Altbekannte Gesichter

Zwei altbekannte Nockherberg-Schauspieler können beim Pressetermin nicht dabei sein, weil sie Filme drehen. Stefan Murr (43) spielt auch heuer wieder Andreas Scheuer und sagte über ihn: "Ich mag's, wie er gewichtige Pausen macht an Stellen, wo's nicht sinnvoll ist, und wie er als Niederbayer versucht, Hochdeutsch zu sprechen."

Gerhard Wittmann (56) vertritt als Dieter Reiter wieder die Münchner Stadtpolitik im Singspiel. Keine leichte Rolle, wie er der AZ verraten hat: "Es ist schwierig, ihn zu spielen, weil er sehr pragmatisch ist, der Sache dient und das, was ansteht, macht. Er hat keine Ticks und keine Eigenheiten, sondern ist Understatement."

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