Das Ende einer Tradition nach 25 Jahren Terror-Angst: Regine Sixt Damen-Wiesn wird abgesagt

Regine Sixt mit Anna Maria Kaufmann und Kriemhild Siegel (r.) 2015. Foto: imago

Der gesellschaftliche Höhepunkt des Oktoberfestes findet nach 25 Jahren erstmals nicht statt. Grund: Regine Sixt sagt ihr Schunkel-Fest mit 1.400 Frauen ab. Der AZ erklärt sie: "Ich kann Verantwortung für mich selbst übernehmen, aber nicht für alle anderen".

 

München - Seit Wochen ist es das Tuschel-Thema in München. Manch eine Promi-Frau hatte schon Angst, ob sie im vergangenen Jahr nicht nett oder aufgebrezelt genug war.

Denn normalerweise flatterte immer vor den Sommerferien dieses wichtige Din-A4-große Schreiben ins Haus – die Einladung zur Damen-Wiesn von Mietwagen-Königin Regine Sixt. Für viele Prominente ein gesellschaftlicher Ritterschlag.

Was normalerweise also passierte, geschieht heuer nicht. Denn normal ist es in diesem Jahr nicht mehr. Auch nicht auf der Wiesn.

Nach dem Amoklauf in München, den Terroranschlägen in Würzburg und Ansbach wird die Wiesn nicht nur zur Oktoberfestung, manchen ist auch die Schunkel-Laune vergangen.

Regine Sixt hat seit Wochen überlegt, viele enge Freundinnen und Geschäftspartnerinnen befragt: Soll ich oder soll ich nicht? Einerseits will die erfolgreiche Unternehmerin und Netzwerkerin sich dem Terror nicht beugen, andererseits will sie auch kein ungutes Gefühl haben müssen – gerade für so viele Frauen.

"Die Damen-Wiesn findet heuer nicht statt"

Knapp 1.400 Frauen amüsierten sich zuletzt immerhin bei ihrer Damen-Wiesn in Siegfried Ables Marstall. Unbeschwert, heiter. Obendrein war alles für den guten Zweck – für ihre Regine-Sixt-Kinderhilfe-Stiftung "Tränchen trocknen".

Am vergangenen Wochenende ist Regine Sixt nochmal in sich gegangen, wie sie im AZ-Gespräch betont. Es war keine leichte Entscheidung, die sie fällen musste. Aber jetzt steht sie: "Die Damen-Wiesn findet heuer nicht statt", sagt Sixt. Und weiter: "Ich hatte ein blödes Gefühl, das gebe ich zu. Ich kann Verantwortung für mich selbst übernehmen – aber nicht für alle anderen."

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Noch am Montagnachmittag wollte sie 2.000 Mails und Briefe verschicken – Informationsschreiben an ihre vielen prominenten Freundinnen, die nun endlich wissen, warum sie noch keine Einladung erhalten haben.

Nach 25 Jahren findet keine Damen-Wiesn statt. Wie sich die Gastgeberin fühlt? "Traurig, das schon. Ich habe all die Zeit mein Herzblut in diese Veranstaltung gesteckt. Vielleicht mache ich ein großes Fest zur Weihnachtszeit. Mal schaun, was die Zeit bringt." Sie selbst geht als Privatperson schon auf die Wiesn: "Ich weiß, dass die Stadt München alles getan hat, um die Wiesn zu sichern. Ich bin kein ängstlicher Mensch. Aber ich will mich nicht um so viele Frauen ängstigen müssen."

 

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