"Da reibt man sich die Augen" FC Bayern mit Rekorden bei Umsatz und Gewinn

Herr über die Finanzen: Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen (l.). Foto: imago/Philippe Ruiz

Der FC Bayern spielt auch finanziell weiter in einer eigenen Liga. Der Doublesieger hat erneut Rekordwerte erzielt.

 

München - Bayern Münchens Finanzchef Jan-Christian Dreesen platzt fast vor Stolz, wenn er über die wirtschaftliche Lage des deutschen Rekordmeisters spricht. "Die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist gewaltig – und zwar auf allen Ebenen, auch auf der Ausgabenseite. Der Umsatz hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt, der Gewinn sogar mehr als verzehnfacht. Da reibt man sich schon die Augen", sagte Dreesen dem "Magazin 51" vor der Jahreshauptversammlung am Freitagabend.

FC Bayern mit wirtschaftlichen Rekorden

Auch wenn die Konkurrenz den Münchnern zuletzt sportlich etwas näher gerückt ist oder sie sogar überholt hat – finanziell bewegen sich die Bayern im deutschen Fußball weiterhin in anderen, einsamen Sphären. Auch das Geschäftsjahr 2018/19 schloss der Doublesieger trotz des Ausscheidens im Achtelfinale der Champions League mit wirtschaftlichen Rekorden ab. Das berühmte bayerische Festgeldkonto ist weiter prall gefüllt.

Der Konzern verbuchte eine Umsatzsteigerung um 14,1 Prozent von 657,4 auf 750,4 (!) Millionen Euro. Das entspricht einem Wachstum um rund 400 Millionen Euro in den vergangenen zehn Jahren. Das Eigenkapital der FC Bayern München AG stieg seit vergangenem Sommer von 451,3 auf 497,4 Millionen Euro.

"Der FC Bayern befindet sich auf einem hervorragenden Kurs", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Das sind Zahlen, die haben wir so beim FC Bayern noch nie gesehen. Das wird nicht ganz einfach, das zu wiederholen", ergänzte Dreesen. "Herausragend" sei vor allem, dass der Rekordmeister "trotz deutlich gestiegener Personalausgaben nach wie vor in der Lage ist, noch Geld zu verdienen".

BVB mit Rückgang beim Umsatz

Vor Steuern beläuft sich der Gewinn auf 75,3 Millionen Euro (Vorjahr: 46,2), nach Steuern auf 52,5 Millionen (Vorjahr: 29,5). Zum Vergleich: Der härteste Bundesliga-Widersacher Borussia Dortmund verzeichnete unlängst im Umsatz einen Rückgang von 536 auf 489,5 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern belief sich beim BVB auf 17,4 Millionen, das Eigenkapital betrug 355 Millionen Euro.

Wann die Münchner, die laut des scheidenden Präsidenten Uli Hoeneß "pumperlgsund" sind, die Milliarden-Marke brechen werden, "da möchte ich keine Prognose wagen, weil wir Dinge wie die Einnahmen aus der TV-Vermarktung nicht beeinflussen können", sagte Dreesen. Das Wachstum werde künftig aber "wohl nicht mehr so rasant sein wie bisher. Auch für den FC Bayern wachsen die Bäume nicht in den Himmel".

Aber sie kratzen an den Wolken. Auch die Einnahmen aus dem Spielbetrieb, im TV-Sektor und im Sponsoring gingen nach oben. Im Bereich Merchandising sei es dem FC Bayern immerhin gelungen, so Dreesen, "die Umsätze gegen den europaweit vorherrschenden Abwärtstrend zu stabilisieren".

Von den Rekordzahlen profitieren auch die über 1.000 Mitarbeiter. Der Vorstand zahlte als Dankeschön für "das große Engagement, ohne welches dieses Ergebnis nicht möglich gewesen wäre" (Dreesen), zwei zusätzliche Gehälter als Bonus aus.

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