Corona und die Folgen Nach dem Zoff: Wie es jetzt in der 3. Liga weitergehen soll

In der Krise vereint: Hachings Präsident Manfred Schwabl (links) und Sechzigs Geschäftsführer Günther Gorenzel. Foto: imago images/MIS

Haching und Sechzig vereint gegen die Gegner der Geisterspiele. Aber wie soll die restliche Saison überhaupt laufen und wann wird darüber final entschieden? Die AZ liefert die Antworten.

 

München - Kommt es in der Dritten Liga zum Geisterspiel-Finale? Oder erzwingt die Corona-Krise den endgültigen Saisonabbruch? Nach der Managertagung am Montag scheint weiterer Zoff programmiert. Zehn Vereine sprachen sich für eine Saisonfortsetzung aus. Acht Klubs plädierten dagegen, der 1. FC Kaiserslautern und der SV Meppen enthielten sich.

"Wir sind mit dem Ergebnis der Sitzung zufrieden, weil wir uns immer schon für die Fortführung des Spielbetriebs ausgesprochen haben und damit auch dem Vorschlag vom Drittliga-Ausschuss gefolgt sind", erklärte Unterhachings Präsident Manfred Schwabl: "Wir sind ganz klar der Meinung, dass ein faires sportliches Endergebnis immer angestrebt werden sollte, das gebietet ja schon der sportliche Ehrgeiz."

Oder geht es mit der Dritten Liga – wortwörtlich – zu Ende? Die AZ mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Was sagen die Befürworter der Geisterspiele?

Günther Gorenzel kämpft dafür an vorderster Front. "Das Votum der Vereine der 3. Liga ist aus meiner Sicht ein klarer Auftrag an alle Verantwortungsträger für den Erhalt der 3. Liga als Profifußballliga", erklärte der 1860-Geschäftsführer am Dienstag, nachdem er sich tags zuvor neben Haching sowie den weiteren bayerischen Vertretern FC Bayern II, Ingolstadt und Würzburg aus sportlichen wie wirtschaftlichen Gründen für eine Fortsetzung ausgesprochen hatte.

Weitere Befürworter: Braunschweig, Rostock, Uerdingen, Köln und Chemnitz. Fazit Gorenzel: "Bei aller gesellschaftspolitischen Relevanz sollte es uns, wie allen Menschen in vielen anderen Berufszweigen auch, daher zukünftig unter strengsten Hygieneauflagen bei Zustimmung der Politik und Behörden erlaubt sein, unserem Beruf nachzugehen."

Was sagen die Gegner der Geisterspiele?

Tobias Leege, Vorstandssprecher des FSV Zwickau, erklärte: "Für uns wären Geisterspiele ein weiterer Genickbruch. Sollte dieser Fall eintreten, ist der Gang zum Insolvenzgericht unumgänglich." Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand sprach sich ebenfalls gegen Geisterspiele aus, was dem Halleschen FC in die Karten spielt, der einen Stadionumzug wiederum kategorisch ausschließt.

Claus-Dieter Wollitz, Trainer des 1. FC Magdeburg, kritisiert: "Es ist bitter, dass die Drittligavereine in der Corona-Krise so unsolidarisch sind. Es geht in erster Linie um die Gesundheit der Menschen."

Wie soll die restliche Drittliga-Saison ablaufen?

Im Idealfall zwischen 16. Mai und 30. Juni, mit fünf Englischen Wochen. Ein entsprechendes Szenario des DFB sieht vor, dass die Dritte Liga den Spielbetrieb am 16. Mai mit dem 28. Spieltag wieder aufnimmt. Der letzte Spieltag wäre für das Wochenende 20./21. Juni geplant. Die Relegationsspiele sind für 25./26. und 29./30. Juni angesetzt.

Unter welchen Voraussetzungen öffnet sich der Solidartopf?

Die 7,5 Millionen Euro der vier Champions-League-Teilnehmer sollen nun doch zweckgebunden sein: Die 300.000 Euro pro Klub sollen nur im Falle einer Saisonfortsetzung ausbezahlt und teils auch für die Testungen der Spieler verwendet werden.

Wann und wie wird final über die Saisonfortsetzung entschieden?

Nach dem Meinungsbild der Liga vom Montag befasst sich der DFB laut Stellungnahme "mit dem weiteren Vorgehen" – das letzte Wort hat freilich die Bundesregierung, die sich am Donnerstag mit dem Thema auseinandersetzt.

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