Chopard-Raub in der Maximilianstraße Axt-Überfall: Jetzt spricht die Laden-Chefin

Sie versucht, das Geschehene zu verdrängen: Birgit Lauer nach dem Überfall in der Chopard-Boutique. Foto: Petra Schramek

"Wahnsinnig brutal!"  Hier berichtet die Chefin des Juwelier-Geschäfts, wie sie den Überfall der Axt-Räuber erlebt hat

Altstadt - Ihre Stimme klingt verändert. Leiser, vorsichtiger – ja, ängstlicher als sonst. Birgit Lauer ist sofort anzuhören, dass etwas Schlimmes passiert ist.

Sie, die sonst stets so fröhliche und taffe Chefin der Chopard-Boutique in der Maximilianstraße, auch bekannt als wunderbare Gastgeberin, war dabei, als fünf Axt-Räuber ihren Edel-Laden am Mittwoch um elf Uhr stürmten und ausraubten.

Die Täter sind gefasst, doch das Erlebte bleibt.

Birgit Lauer steht auch nach dem Überfall im Laden. Freinehmen? Daran ist nicht zu denken. Das Telefon klingelt ununterbrochen, vor dem Geschäft sammelt sich ständig eine neugierige Menschentraube.

Und immer wieder diese Frage: Wie war es denn so, beim Überfall dabei gewesen zu sein?

„Wir haben ein Agreement in der Firma ausgemacht, dass wir uns alle nicht äußern zu dem ...“ Birgit Lauers Stimme stockt. Sie sucht nach Worten, die das für sie Unbeschreibliche beschreiben sollen.

„Vorfall“, nennt sie es. Das klingt nicht so beängstigend, wie es gewesen sein muss.

Für az-muenchen.de macht Birgit Lauer eine Ausnahme und gibt einen Einblick in ihre momentane Gefühlswelt: „Ich, ja, wir alle waren voll dabei, als es passiert ist. Es ist wirklich kein tolles Gefühl. Im Gegenteil: Es ist schrecklich, wenn plötzlich jemand mit der Axt auf einen zukommt. Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen.“

Sie probiert es trotzdem: „In dieser Form und Dimension ist so etwas noch nie in München passiert. Es ist wirklich furchtbar, wie wahnsinnig brutal diese Menschen vorgegangen sind. Ich möchte aber auch nicht weiter darüber nachdenken müssen.“

Sehen Sie hier: So lief die Festnahme

Birgit Lauer und ihren Mitarbeitern wurde professionelle Hilfe angeboten. Doch ein Gespräch mit einem Therapeuten schlägt sie vorerst aus. „Meist kommt das in so einer extremen Situation alles erst viel später hoch. Ich probiere jetzt, nicht darüber nachzudenken, was passiert ist. Es würde alles nur noch schlimmer machen.“

Dass sich das meist einfacher sagen als umsetzen lässt, weiß Lauer. „Das Leben muss weitergehen. Es hilft ja nichts. Auch am Abend, nachdem es passiert ist, habe ich versucht, nicht darüber nachzudenken, alles von mir wegzuschieben und zu verdrängen.“

Außerdem lenke sie die Arbeit ab: „Wir müssen Inventur machen – und jetzt sehr tapfer sein.“

 

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