Champions League und DFB-Pokal Bayerns Endspiele: Zu Potte kommen!

Feiern - für den Moment. Die Bayern um Trainer Jupp Heynckes freuen sich über den Sieg gegen Madrid. Foto: dpa

Am Samstag kommt der VfB zum Südderby, doch für den FC Bayern zählen nur noch die Endspiele gegen Dortmund und vor allem Chelsea. Was im Kampf um die Titel zuvor wichtig ist, lesen Sie hier.

 

München - Der Spielplan kennt kein Pardon. Selbst nach so einer „historischen Leistung” (Jupp Heynckes) wie gegen Real Madrid geht das Bundesligaleben weiter, als wäre nichts geschehen und beschert dem frisch gebackenen Champions-League-Finalisten FC Bayern eine eher unbedeutsame Partie gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr, Sky und Liga total! live). Einige Aspekte sind im Hinblick auf die beiden noch ausstehenden Finals mit Bayern-Beteiligung trotzdem spannend. Ein Überblick:

Das Schaulaufen: Jupp Heynckes hätte es nicht mehr sagen müssen, tat es aber doch: „Es ist doch ganz klar, dass ich auf einigen Positionen rotieren werde. Jerome Boateng zum Beispiel hat Knieprobleme, und wenn er nicht schmerzfrei ist, wird er auf keinen Fall spielen”, sagte Heynckes, „auch mit Bastian Schweinsteiger werde ich reden, wie er sich fühlt.” Auch Mario Gomez sei nach seiner sagenhaften Lauf- und Kampfleistung gegen Real ein Kandidat für einen erholsamen Bankplatz, meint der Coach. Noch komplizierter im Hinblick auf das DFB-Pokalfinale am 12. Mai und das Champions-League-Finale eine Woche später ist die Lage in der Vierer-Abwehrkette: Boateng angeschlagen, Badstuber und Alaba gegen Chelsea gesperrt, aber gegen Dortmund spielberechtigt – schwierig. Heynckes sagt: „Wir müssen im Rhythmus bleiben, unser festes Mannschaftsgefüge, die Automatismen behalten – und trotzdem variieren. Aber die Spieler sind so flexibel, dass sie Matchpraxis beziehungsweise Fitness haben vor den Finals." Ein Fragezeichen steht hinter Daniel van Buyten. „Ich habe selten einen Spieler gesehen, der in der Rehabilitation so schuftet", lobte Heynckes den Belgier, der seinen Mittelfußbruch überwunden hat, aber bislang fast nur Lauftraining absolvieren kann. „Chancen bestehen, dass er nochmal spielen kann”, so Heynckes am Freitag, „er müsste vorher mal spielen – vielleicht auch bei den Amateuren.”

Triumphe und Tränen: Bayerns Endspiele in Bildern

Die Regeneration: Wer Franck Ribery bei seiner Auswechslung in Madrid vom Platz schleichen sah, versteht den Heynckes-Satz: „Das Spiel hat wahnsinnig Substanz gekostet.” Es folgte eine Nacht, die für manche Spieler erst sehr früh am Morgen endete, in einen Rückflug am Vormittag mündete – und mit einem kurzfristig gestrichenen Training endete. „Wir waren da alle platt", erzählte Heynckes, „da macht Training keinen Sinn. Das habe ich dann gestrichen. Nur ein paar Spieler sind noch in den Fitnessraum.” In der kommenden Woche, der ersten nicht-englischen Woche seit knapp zwei Monaten, wird am Montag und Dienstag trainingsfrei sein. Heynckes: „Das tut allen sicher gut, wenn wir uns mal zwei Tage nicht sehen und sprechen.”

Die Fairness: Natürlich sei es nach dem Krimi von Madrid "nicht so einfach zum Alltag zurückzufinden", gibt der Trainer zu, "aber ich werde meinen Spielern ganz deutlich zu verstehen geben, dass wir eine Pflicht haben den Zuschauern gegenüber". Der VfB habe einen Lauf, sei sehr stark und werde sehr motiviert und mit Europa-League-Ambitionen nach München kommen, glaubt Heynckes: „Wir müssen uns wieder auf die Bundesliga konzentrieren - meine Spieler können das.”

Der Balkon:
„Wir rechnen mit allem, aber es ist noch nichts geblockt”, sagt Christian Frohnwieser, ein Sprecher der Stadt München, „die Bayern sind da immer ein bissl abergläubisch was die Reservierung des Balkons angeht.” Es ist ja auch kompliziert: Am 12. Mai das Pokalfinale in Berlin, am 19. Mai das Champions-League-Finale in München – wann was feiern? Am 13. einen möglichen Pokalsieg? Oder am 20. beides oder zumindest eines? Hauptsache, es gibt irgendwas zu feiern. Der Mann aus dem Rathaus tippt übrigens inoffiziell auf Sonntag, 20. Mai. Wenn die Bayern zu Potte kommen. 

 

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