Champions-League-Finale 2000 Grad: Feuerdusche für Fans des FC Bayern!

Gefährliche Feuerdusche für die Bayern-Fans: Aus dem Fanblock stürzen während des Champions-League-Finales Funken von Bengalos. Foto: AZ-Screenshot

Im Netz sorgen Videos vom Champions-League-Finale für Unmut bei den Fans: Darin ist zu sehen, wie Fans des FC Bayern Funken von Bengalos abbekommen.

 

München - Auf Youtube sorgen mehrere Videos bei Bayern-Fans im wahrsten Sinne des Wortes für Zündstoff. Ein Handy-Filmchen zeigt einen der Bayern-Fanblocks beim Champions-League Finale des FC Bayern gegen Chelsea. Während des Spiels in der Allianz Arena fackeln Ultras Bengalos ab. Der Schocker: Die bis zu 2000 Grad heißen Pyro-Fackeln tropfen dabei auf die unteren Ränge.

Eine gefährliche Feuerdusche für die Bayern-Fans!

Im Netz entlädt sich die Wut bei den User-Kommentaren: "Wegen solchen Deppen wie euch wird Pyro nie legalisiert! Könnt ja gleich die Bengalos runterwerfen in die Menge!" oder "Das ist echt kacke, da kann ich auch den Unmut der Normalos verstehen", schreiben Youtube-Nutzer unter das Handy-Filmchen.

Der FC Bayern war erst am Dienstag mit einer Klage gegen einen Fan gescheitert, der Bengalos gezündet hatte. Die Bayern hatten 15.000 Euro Schadenersatz verlangt, das Gericht sprach den Angeklagten allerdings frei. Mit ausschlaggebend war, dass zwei der drei vernommenen Belastungszeugen einen unbeteiligten, im Zuschauerraum sitzenden Rechtsanwalt als vermeintlichen Täter identifizierten.

Der Bayern-Fan war beschuldigt worden, während des Champions-League-Qualifikationsspiel beim FC Zürich im August am Abbrennen von Pyrotechnik beteiligt gewesen zu sein. Die Münchner hatten für die Geschehnisse im Gästeblock 15.000 Euro Bußgeld an den europäischen Fußballverband UEFA zahlen müssen.

Die Videos fachen die Diskussion über Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien erneut an. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hatte angeregt, Bengalos in abgetrennten Bereichen der Stadion unter Aufsicht zu erlauben. Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) forderte entgegen strengere Maßnahmen, um das Mitbringen und Abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadien zukünftig unterbinden.

Jäger sprach sich im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ dafür aus, dass sich die Fans beim Ticketkauf dazu verpflichten, keine Pyrotechnik ins Stadion mitzubringen. Die Clubs sollten ihre Geschäftsbedingungen entsprechend ändern. Zuschauer, die dennoch mit bengalischen Feuern, Rauchbomben oder Böllern erwischt würden, müssten dann mit empfindlichen Vertragsstrafen rechnen. „Die Vereine müssen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen“, sagte Jäger.

Auch Fußballfunktionäre fordern härtere Strafen: Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser will Geldbußen wegen verbotener Pyrotechnik in den Fußball-Stadien künftig auf Gäste-Anhänger umlegen. Ligapräsident Reinhard Rauball hatte kürzlich in der ARD-Sendung „hart aber fair“ auch die Spieler im Kampf gegen Krawalle in den Arenen zum Handeln aufgefordert. Wenn es zu Ausschreitungen komme, solle das Team auf den Gang in die Kurve zu den Fans verzichten, hatte er gesagt. „Liebesentzug der Mannschaft“ sei ein „wirksames Mittel“.

Zudem seien neue, bessere Videokameras zur Überwachung sinnvoll. Auch bei Einlasskontrollen könne man „noch mehr machen“, um verbotene Pyro-Technik aus den Arenen zu verbannen, sagte Rauball. Bei einer Konferenz wollen der Deutsche Fußball-Bund und der Ligaverband mit Vereinspräsidenten aus den drei Profiligen vor der kommenden Saison das weitere Vorgehen besprechen.

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Hier gibt's eines der bei Youtube heiß diskutierten Videos:

 

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