"Café Forum" im Glockenbachviertel Eine Terrasse fürs Viertel

 Foto: Gregor Feindt

 Vor 20 Jahren hat Gastronom Martin Kolonko nah am Gärtnerplatz das „Café Forum“ eröffnet: Das wird jetzt gefeiert

 

Die Terrasse war es, die Martin Kolonko, damals 27 Jahre alt, träumen ließ. Auf seinem Weg ins „Master’s Home“, wo er als Barchef arbeitete, lief er an dieser angestaubten Wirtschaft mit den zugeklebten Fenstern vorbei, die nie offen hatte, wenn die Sonne schien. Sie ließ Kolonko von der Selbstständigkeit träumen: All die Leute im Glockenbachviertel, die wie er in Wohnungen ohne Balkon, Terrasse oder Garten wohnten, die würden da sicher gern sitzen: Frühstücken, Kaffee trinken, ratschen.

20 Jahre ist es her, dass sich Kolonko ein Herz fasste und die Nummer der Brauerei wählte. „Gutes Timing“, sagten die, „wir suchen einen neuen Pächter.“ Mit zwei ehemaligen Kollegen schlachtete er das Sparschwein und packte an: Am Schluss war nicht mal mehr Geld für Pflanzen drin, aber den Leuten gefiel die große Terrasse trotzdem.

Kolonko: „Es lief, wie ich mir das gedacht hatte – die Gäste saßen sofort draußen und frühstückten, wir wurden quasi überrannt. Ich glaube, sie haben gemerkt, das wir mit Leidenschaft dabei waren.“ Noch heute ist das Frühstück neben Caesar’s Salad und Thai-Curry ein Renner im Forum. Zum Brunch gibt es ein Buffet mit Nutella, Marmelade und Honig, der Brotkorb kommt an den Tisch. Dazu ordern die Gäste Zusammenstellungen wie „Pascal, das kleine Käsefrühstück“ mit Croissant, Käse, Ei und Orangensaft (7,50 Euro), oder „Fit for Fun“ mit einem mit Birchermüsli gefüllten Crêpe, exotischem Fruchtsalat und Joghurt, Honig, Nüssen und Smoothie (9,90).

Der Klassiker ist das Honeymoon-Frühstück für Zwei, serviert auf drei Etagen, mit allem von Räucherlachs bis Roastbeef, Wurst und Käse, Früchten und Vanillequark, Eiern und Orangensaft oder Prosecco (29 Euro). Über eine Million Eier hat die Küchencrew des Café Forum über die Jahre zubereitet.

Dass auch Promis im Lokal verkehren, darüber spricht man zwar sonst nicht so – aber zum Geburtstag haben sich ein paar im Jubiläumsheftl verewigt. Philipp Lahm frühstückt gern Müsli auf der Terrasse, Max von Thun kommt zum Schachspielen. Ein Dankeschön an die Gäste sind die Jubiläumsaktionen, bei denen es die Klassiker des Hauses günstiger gibt: Im Moment etwa den Snack-Tower für zwei plus Sprizz oder Weinschorlen für 20 statt 32,90 Euro. Am 14 Juli steigt eine kleine Party von 16 bis 20 Uhr, mit Snacks, Freibier und Wein vom Kolonko-eigenen Weinberg.

„Lokale sind wie Kinder, und das Café Forum bleibt immer mein Erstgeborenes“, sagt Martin Kolonko. Dieses Erstgeborene führte auch zur richtigen Familiengründung: „Ich arbeitete gerade an der Bar, da kam dieses bildschöne Promo-Girl für eine Whiskeymarke rein – sie ließ mich einen Fragebogen ausfüllen, und als sie herausfand, dass ich der Chef war, fragte sie, ob ich noch Aushilfen bräuchte.“ Heute heißt ist das damalige Promo-Girl Anke Kolonko, ist die Mutter seiner Kinder und selbst Gastronomin.

Das Forum soll noch lange bleiben – und 2013, wenn sich die Gegend um die Müllerstraße mit dem „Seven“-Turm und Co. verändern wird, ein Facelift erhalten, ein bisschen edler werden. „Mein Ehrgeiz ist es, den Jungen zu zeigen: Neues kommt und geht, das Gute bleibt“, sagt Martin Kolonko.


Corneliusstraße 2, So. bis Do. 8 bis 1 Uhr; Fr. und Sa. 8 - 3 Uhr, www.forumcafe.de, Tel.: 26 88 18

 

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