Bio-Aktionswoche Bund Naturschutz Herausforderung Bio: Ein Besuch in der Rathauskantine

Die Rathauskantine "Gesund & Köstlich" ist öffentlich. Foto: Petra Schramek

Die "Bio Aktionswoche" des Bund Naturschutz fordert von den sechzehn teilnehmenden Kantinen ein vollwertiges Biogericht pro Tag. Auch die Rathauskantine ist dabei. Wir haben gefragt, wie es mit dem Bio so klappt.

 

München - Sechzehn Kantinen in München haben sich bereiterklärt, bei der Bio-Aktionswoche des Bund Naturschutz mitzumachen, die noch bis Freitag dauert. Die Spanne reicht vom Studentenwerk bis zu großen Unternehmen wie MAN oder Hypo Vereinsbank. Aufgabe der teils öffentlichen, teils nur für Mitarbeiter zugänglichen Kantinen ist es, jeden Tag mindestens ein 100-prozentiges Biogericht anzubieten. Voraussetzung ist eine Bio-Zertifizierung, erklärt Elisabeth Peters vom Bund Naturschutz. Auch alle städtischen Kantinen nehmen teil: KVR, Baureferat und Rathaus.

Am Marienplatz hat Geschäftsführerin Hanna Wolff das Sagen – sie hat für die Bio-Aktionswoche so kalkuliert, dass sie dreimal ein vollwertiges Bio-Gericht mit Fleisch und zweimal ein vegetarisches anbieten kann. Die 29-jährige sagt aber auch: Jeden Tag geht das nicht. "In unserer Kantine haben wir einen Bio-Anteil von etwa 10 bis 12 Prozent. Das ist aber kein ganzes Gericht, sondern einzelne Produkte. Dauerhaft gibt es Nudeln, Salz, Mehl, Brot, Eier und verschiedene Getränke in Bioqualität." 350 bis 400 Mahlzeiten pro Tag serviert sie Mitarbeitern der Stadt und externen Gästen – komplett in Bio zu kochen, ist preislich nicht drin. "Die Einkaufspreise sind höher. Es ist immer eine Mischkalkulation."

In Zukunft spielen auch Regionaliät und Fairer Handel eine größere Rolle

Das Biogericht am Dienstag, Hackbraten mit Pommes, kostete etwa 9,90 Euro. Mit konventionellen Produkten würde man ihn für 8,20 Euro hinbekommen, rechnet Wolff. Trotzdem seien die Reaktionen auf die Bio-Gerichte sehr positiv und die Rathaus-Esser bereit, mehr auszugeben. Wenn gerade nicht Bio-Aktionswoche ist, gibt es zweimal pro Woche Bioprodukte in der Kantine im Rathaus – mehr, als in den meisten anderen angeboten wird. Deutschlandweit gibt es über 240 000 Kantinen, nur 2500 sind bio-zertifiziert.

Die Stadt München muss ihre Pionierrolle ausbauen, findet Astrid Engel, die beim Referat für Gesundheit und Umwelt für die "Biostadt München" zuständig ist. Einiges wurde nach zehn Jahren bereits erreicht: Bei Eigenveranstaltungen der Stadt und Empfängen liegt der Bio-Anteil bei 20 Prozent. Auf der Wiesn bieten immerhin 15 Prozent der Essensstände auch Bio an. In Zukunft will man verstärkt darauf achten, dass die Lebensmittel nicht nur bio sind, sondern auch regional, artgerecht und fair. Der Stadtrat trinkt deshalb schon fair gehandelten Kaffee und Tee – ein Anfang.

 

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